
- Strandurlaub in Ägypten - Angelica Hagen
Mit dem beispielhaften und längst überfälligen Schritt, den das ägyptische Volk am 25. Januar 2011 gewagt hat, ist ein Stein ins Rollen gebracht worden, der sich nicht mehr aufhalten lässt. Welchen Weg dieser Stein allerdings nehmen wird, bleibt abzuwarten.
Längst haben andere Ereignisse, wie beispielsweise die entsetzliche Katastrophe in Japan, die damit verbundene Diskussion über Kernkraft und die Aufstände in anderen arabischen Staaten, Ägypten aus den Hauptschlagzeilen internationaler Medien verdrängt. Dessen ungeachtet ist das Land nach wie vor in Aufruhr, und die dadurch entstandene Spannung ist allseits spürbar.
Ägypten steht vor dem finanziellen Ruin
30 Jahre Diktatur haben nicht nur ein politisches Vakuum hinterlassen, sondern auch ein gigantisches Loch in der Staatskasse. Beides gilt es, nun zu füllen. Neben dem Suezkanal und den Ölvorkommen dieses Landes liegt der Tourismus an dritter Stelle der Haupteinnahmequellen Ägyptens
Es ist einerseits verständlich, dass Familien und Alleinreisende ihren Urlaub aufgrund der Geschehnisse nicht in Ägypten verbringen möchten, spielt die eigene Sicherheit sowie die der Kinder doch die vornehmliche Rolle. Anderseits gilt es zu bedenken, dass ein Urlaub in den Hotelanlagen am Roten Meer nicht weniger sicher ist, als ein Hotelurlaub in anderen Ferienregionen. Zudem sind die Reisekosten zurzeit sehr günstig.
Wie kann jeder einzelne Urlauber helfen?
Einmal im Hotel angekommen, gibt es zum Thema „Urlaubskasse“ einiges zu bedenken. All Inclusive Angebote sind aus der heutigen Tourismusbrache nicht mehr wegzudenken. Die Urlaubszeit so einfach und bequem wie möglich zu gestalten, birgt für das Hotel und den Reiseveranstalter diverse Vorteile. Die Gäste bleiben im Haus und nutzen fast ausschließlich die Angebote, die ihnen der Reiseveranstalter vor Ort offeriert. Alle Leistungen, die nicht im Angebot enthalten sind, lässt sich das Hotel gut bezahlen. Das Geld bleibt im Haus – andere Anbieter, Geschäfte und Gastrobetriebe außerhalb gehen dadurch allerdings leer aus.
Es muss nicht gleich ein Fußmarsch in die Innenstadt sein, um dort den einheimischen Markt einen Besuch abzustatten. Ein kleiner Einkaufsbummel durch die unterschiedlichen Geschäfte vor dem Hotel ist schon ein hilfreicher Schritt, um die Menschen vor Ort zu unterstützen.
Weitere Denkanstöße für den Urlaub in Ägypten
- Das Durchschnittseinkommen eines normalen Kellners liegt um die 400,-LE (um die 50 Euro) pro Monat. Das Gehalt eines Zimmerjungen oder Gärtners liegt noch weit darunter. Ein Trinkgeld zu geben ist durchaus angebracht und wird dankbar angenommen, doch sollte es dem Gehalt entsprechen.
- Neben den Angeboten des Reiseleiters gibt es noch zahlreiche andere Anbieter, die sich teilweise direkt im Hotel befinden. Alles direkt über den eigenen Veranstalter zu buchen ist zwar einfacher, doch hier fließt das Geld an Großunternehmer. Die eigentlichen Serviceleister sehen nur einen Teil davon. Oft ist es sogar günstiger, direkt zu buchen.
- Auch mal außer Haus essen. Einerseits bekommt man eine tolle Abwechslung vom Hotelbuffet, andererseits profitieren auch hier die Menschen, die um jeden Gast froh sind. Gute „Geheimtipps“ bekommt man oft von den Animateuren sowie den Tauch- und Surflehrern.
Grundsätzlich ist jede gebuchte Reise nach Ägypten eine unschätzbare Hilfe für das Land. Durch den Tourismus finden Tausende vom Menschen Arbeit, können dadurch ihre Familien unterstützen und beim Wiederaufbau des Landes aktiv helfen. Es gehört sicherlich zu den schönsten Gefühlen, sich im Urlaub verwöhnen zu lassen, ein fantastisches Land kennen zu lernen und all dies mit dem Wissen, dem neuen Ägypten auf die Beine zu helfen.
