
- Flagge der USA - open door international
"The American way of life" – diese Art von Lebensrhythmus zieht jedes Jahr Millionen Menschen in die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Land bietet scheinbar ungeahnte Möglichkeiten, reich zu werden und im Luxus zu schwelgen. Das zeigt auch das Fernsehen jeden Tag und berichtet meist verschönt von den Reichen und Großen aus Hollywood und Co. Traumvillen, atemberaubende Shows, hier ist alles "bigger than big". Die Autorin Petra Haffter zeigt in ihren fünf Filmen ein Amerika, wie es viele nicht kennen und nie sehen werden. Ehrlich und mit viel Liebe zum Detail lässt sie Geschichten erzählen, von denen, die ein ganz unscheinbares, aber glückliches Leben in den USA führen.
Von Einwanderern in New York und magischen Wasserfällen
Das alte New England ist Ausgangspunkt der dreimonatigen Reise. New York, diese gigantische Metropole zog schon immer Einwanderer aus aller Welt an, die früher auf Schiffen über die Einwanderinsel Ellis Island ins Land kamen. "Vom Tellerwäscher zum Millionär" ist hier das Motto, das immer noch Tausende ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zieht. Auch Vitali aus Weißrussland glaubt nach wie vor an diesen Traum. Mit seinem Fahrradtaxi zeigt er Touristen die Stadt. Doch New York ist mehr als nur der Big Apple. Fernab des regen Treibens findet sich auch Armut, Straßengangs und Menschen, die dem etwas entgegensetzen wollen. Von der großen Stadt geht es entlang der Ostküste in die verträumten Hafenstädtchen bis zu den verzauberten Nigara Fällen, die auf Frischverliebte magisch wirken und zu unzähligen Heiratsanträgen führen.
Auf in den Westen: Land der Freiheit und Epizentrum der Wirtschaftskrise
Für viele bedeutete dies die Freiheit. Und angesichts der endlosen Straßen und weiten Ebenen ist es nachzuvollziehen, warum viele ihr Glück im fernen Westen versuchten. Im zweiten Teil der Reise begibt sich das Team nach Chicago, Detroit und Cleveland. Industrie im Glanz neuer Architektur. Es ist das Epizentrum der Wirtschaftskrise. Die Zahl der Arbeitslosen steigt und ganze Fabriken werden dicht gemacht. Im Wandel der Zeit bekommen viele Städte daher ein neues Gesicht und lassen die Architektur für sich sprechen. Ein Wandel in kleinen Städten des mittleren Westen ist viel schwieriger. Streng religiös und untolerant denjenigen gegenüber, die aus diesem Leben ausbrechen wollen.
Weit bevor die Industriestädte anfingen zu boomen, zog es die Siedler vor allem des Goldes wegen in den fernen Westen. Auch das Filmteam ist im dritten Teil auf den Spuren des Edelmetalls und entdeckt Städte, die einst besiedelt und wieder fallen gelassen wurden. Heute erleben sie ein Comeback und erfreuen sich über Touristen. Das verdanken sie nicht nur Las Vegas in Nevada. Die kleine Schwesternstadt Reno befreit sich von seinem schlechten Ruf und säubert seine Casinos. Das Land vor Kalifornien ist nicht nur Ziel unzähliger Touristen, auch die Immobilien gehen weg wie warme Semmeln. Und wer es sich leisten kann, der lebt ein angenehmes Leben unter der Sonne Kaliforniens.
Vom Westen in den Sonnenstaat: Klischees und Realität prallen aufeinander
Es ist die Straße aller Straßen und Klischees werden hier bedient. Die Route 66 ist die romantischste Straße der USA. Einsam und mit unvergesslichen Sonnenuntergängen bohrt sie sich in das Gedächtnis. In der Wüste herrscht kein Leben, keine Hektik und ruhige Nächte beherrschen das Bild. Highlight sind die "Painted Desert"; hier scheint als hätte Mutter Natur den Farbpinsel geschwungen. Doch neben der Einsamkeit der Straße sitzen die wartenden Häftlinge in ihren kleinen Zellen und warten auf den Tod. Die Stille trügt, leise bereiten sich die Insassen auf den Abschied vor.
Die Reise geht weiter, hier möchte man nicht verweilen. Doch in Mississippi herrscht der Blues. Rassenprobleme prägen die Geschichte dieses Staates. Aufgegeben haben die Afroamerikaner nie, in ihnen lebt der Geist Martin Luther Kings weiter. Schwarze kämpfen um ihr Recht, anders als in New Orleans. Hier wurden sie nach dem Sturm "Katrina" vergessen und leben auch drei Jahre nach der Katastrophe unter Brücken. Das Geld wurde in die Touristenhochburg gesteckt.
Den Sonnenstaat Florida wählte nicht nur das Filmteam als ihren Abschlusspunkt, sondern auch unzählige Menschen für ihren Altersruhestand. Auf zehn Frauen kommt dabei ein Mann. Ein Paradies, doch auch im Alter ist man nicht immun gegen Aids. Tapfere Frauen stehen dem mit einem Kofferraum voller Kondome entgegen. Den Ansässigen im Raum der Everglades dagegen geht das Grundwasser aus. Naturschützer bewahren den Bestand.
Amerika in ein neues Licht gerückt zeigt sich in dieser Reihe von seiner echten Seite – es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
