Unterwegs in Sant Antoni

Ein Hafenort, den Ibizas Touristen lieben

Die Bucht von Sant Antoni - pixelio.de
Die Bucht von Sant Antoni - pixelio.de
Im Nordwesten Ibizas liegt ein Städtchen, das einst vom Touristenboom überrollt wurde. Inzwischen sieht es Sant Antoni de Portmany gelassener und lohnt den Besuch.

Es waren die Römer, die Sant Antonis ausladende Bucht entdeckten, den tiefsten Einschnitt in der Küstenlinie Ibizas, der einen weiten Blick freigab auf das westliche Mittelmeer. „Port Magnus“, nannten sie den Ort, großer Hafen, das ist immer noch im Beinamen „de Portmany“ erkennbar.

Das legendäre Café del Mar

Heute schmiegen sich Hotels und Touristenattraktionen um die Ufer und eine lange Strandpromenade, die zu Spaziergängen einlädt. Sie präsentiert in südlicher Richtung die Stadtstrände Arenal und Es Pouet. An der Punta des Moli wacht eine restaurierte Mühle über dem Treiben, ein Kulturzentrum mit Museum wurde hier errichtet. Auf der nördlichen Seite der Hafenbucht hat sich ein Szenetreff etabliert: Man sitzt an der Punta de ses Variades in berühmten Bars wie dem Café del Mar und klatscht zu den schönsten Sonnenuntergängen der Insel. Weiter stadtauswärts verstecken sich romantische Felsbuchten – und das kleine Aquarium Cap Blanc, bei Einheimischen als „Langustenhöhle“ bekannt. Früher buchteten Fischer hier ihre Fänge ein, jetzt verzaubert das Naturaquarium mit Lichtspielen und klassischer Musik.

Beim Ei des Kolumbus

Wer nach dem „Ei des Kolumbus“ sucht, wird in Sant Antoni fündig: Es ist das Wahrzeichen der Stadt und steht an der Haupteinfahrt im Kreisverkehr, mit einem Modell des Schiffes „Santa Maria“ im hohlen Kern. Das Monument wurde 1992 zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas aufgestellt. Gleich dahinter beginnt die Plaça de ses Fonts, eine hübsche Flaniermeile mit Palmen, Brunnen und Straßencafes. Zur Rechten gelangt man in den historischen Stadtkern, wo autofreie Gassen um eine alte Wehrkirche führen. Nachtschwärmern gefällt das britisch geprägte Westend: Bars und Kneipen, Nachtclubs und Discotheken reihen sich aneinander, füllen die Straßen mit Licht und Beats.

Im Hinterland

Hinter Sant Antoni, in Richtung Santa Agnes, weist rechts ein Schild zur Cova Santa Agnes. Eine unterirdische Kapelle, die vermutlich vorchristlichen Riten diente – man fand hier punische, römische und arabische Relikte. Eine weitere Höhle befindet sich, gut verborgen, im Umland der Cala Salada: In der Cova de ses Fontanelles sind Felsmalereien erkennbar, Spuren prähistorischer Jäger oder karthagischer Wachposten, das ist noch nicht geklärt.

Das Töpferdorf Sant Rafael

Weiter im Norden offenbart sich das ursprüngliche Ibiza, charmante Dörfchen in imposanter Natur. Santa Agnes de Corona steht im Februar in einem Meer aus Mandelblüten. Wanderer und Mountainbiker erkunden gerne die Touren rund um Sant Mateu. Verlässt man Sant Antoni in Richtung Süden (Eivissa), grüßt das Töpferdorf Sant Rafael. Es wurde von der Inselregierung zum „Gebiet von künstlerischem Wert“ erklärt, aus gutem Grund: Die hier gefertigten Töpferwaren zählen zu den hübschesten Mitbringseln Ibizas.

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