Unwetter in Düsseldorf und Solingen: Land unter im Westen NRWs

Nur der Sockel blieb: Mauer rechts stürzte ab - Jörg Tilmes
Nur der Sockel blieb: Mauer rechts stürzte ab - Jörg Tilmes
Am Abend des 18.08.2011 erfüllten sich die Vorwarnungen: über Düsseldorf und das Rheinland ging ein Unwetter nieder. In Solingen stürzten Gebäudeteile ein.

Der Deutsche Wetterdienst gab für den Abend des 18. August 2011 eine Unwetterwarnung heraus, die sich in Düsseldorf gegen 19:00 Uhr als zutreffend erwies. Aus den dunklen Wolken über der Stadt regnete es nach einem schwül-warmen Sommertag in Strömen. Ein Gewitter rundete die Schlechtwetterlage ab. Genau das gleiche Szenario auch im 25 Kilometer entfernten Solingen: Dort musste die Feuerwehr einschreiten, um das weitere Abstürzen von Mauerstücken eines Dachausbauvorhabens zu verhindern. Die Mauern eines im Neuaufbau befindlichen Dachgeschosses stürzten auf die Balkone des darunterliegenden, bewohnten Wohnungsgeschosses, ein Gerüst und auf den Bürgersteig vor dem Haus. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Unwetter über Solingen: Mauerteile stürzten auf die Straße

Ein Gebäude im Solinger Stadtteil Höhscheid sorgte für einen außergewöhnlichen Einsatz der Feuerwehr. Windböen der Stärke acht bis neun und Starkregen des über die Klingenstadt niedergehenden Unwetters waren dafür verantwortlich, dass neu aufgebaute Mauern eines projektierten Dachgeschosses zunächst auf das unmittelbar darunter liegende Gerüst und in Teilen auf den oberen Balkon sowie auf das Blumenbeet vor dem Haus stürzten. Während sich der Bauherr, ein populärer Solinger Zahnarzt mit Praxis unweit des Stadtteilzentrums, am Abend des Vorfalls nicht blicken ließ, mussten sich die aufgebrachten und verstörten Mieter von der örtlichen Feuerwehr Hausarrest geben lassen: Wegen der Gefahr, dass das Baugerüst und weitere Mauerteile abstürzen könnten, sollten die Bewohner im Haus bleiben.

Für die dort lebenden sechs Parteien, zu denen auch ein Redakteur einer Lokalzeitung gehört, stellten diese aufreibenden Vorkommnisse den Höhepunkt einer langen Reihe von Belastungen und Unzumutbarkeiten dar. Einer der Mieter wusste Suite101.de gegenüber zu erzählen, dass der unkoordinierte Bauablauf, schlecht gegen Wassereinbruch isolierte Ausbauarbeiten der Waschküche im Keller und der Verzicht auf eine Einzeltung des Dachbauvorhabens aus Kostengründen bereits mehrfach zu Hochwasser sowie zu einer enormen Belastung der Mieter durch Baustaub geführt habe. Der Boden des abgetragenen Dachgeschosses sei so schlecht gegen eindringendes Wasser geschützt, dass dieses bereits mehrfach ungehindert vom Dach in den Keller gelaufen ist. Wegen Baulärm waren in der Hitze Fenster nicht zu öffnen.

Fahrlässigkeit? Baufirma beachtete offenbar Unwetterwarnungen nicht

Einige Mieter warfen der ausführenden Baufirma nun vor, sich nicht ausreichend vorbereitet zu haben: Die Warnungen der Wetterdienste waren bekannt. Nach Ansicht der aufgebrachten Hausbewohner wäre es die Pflicht des Bauunternehmens gewesen, sich vorab über drohende Unwetterlagen zu informieren und die Baustelle abzusichern. Dies sei, so ein Beobachter, offensichtlich unterblieben: Nur ein Netz verhinderte Schlimmeres.

Bis in den späten Abend hinein und unter schlafraubendem Scheinwerferlicht war die Feuerwehr am Objekt tätig. Der Zuständige des bekannten Solinger Bauunternehmens war nicht erreichbar: Mailbox. Die Sicherungsarbeiten der Feuerwehr wurden durch anhaltende Regenschauer bis in die späte Nacht hinein behindert. Erst am nächsten Tag wurden die nicht abgestürzten Mauern mit einem Holzgerüst stabilisiert, damit sich der Vorfall nicht wiederholt.

Niederschlagsmenge: 30 Liter Wasser pro Quadratmeter

Bis zu 30 Litern Wasser pro Quadratmeter in nur 30 Minuten, so der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage von Suite101.de, regneten am Donnerstag auf Solingen und das Rheinland bis hin zum Münsterland nieder. Düsseldorf bekam die volle Wucht des Unwetters ebenfalls zu spüren. Gegen 19:30 Uhr verdunkelte sich der Himmel zu einer tiefschwarzen Nacht. Regen, Hagel, Blitz und heftiger Donner beendeten den schwül-warmen Tag, an dem eine Durchschnitts-Temperatur von 25 Grad gemessen wurde; durch die hohe Luftfeuchtigkeit gefühlt als wärmer empfunden. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt musste nach eigenen Angaben zahlreiche Keller auspumpen; Polizei- und Krankenwagensirenen wollten auch am späteren Abend nicht verstummen.

Beeinträchtigungen im Umfeld von Düsseldorf

Der Flughafen Düsseldorf International meldete zwei Unterbrechungen des Betriebes: Erstmals um 19:20 Uhr bis 20:00 Uhr und im weiteren Verlauf des Abends von 21:00 Uhr bis 21:15 Uhr wurde die Abwicklung von Starts und Landungen eingestellt. Sechs Maschinen wurden nach Köln und Frankfurt umgeleitet. Andere kreisten über der Stadt. Mittels der Erteilung von Sondergenehmigungen konnten alle Abflüge auch später noch abgewickelt werden. Wegen einer Überflutung kurzfristig gesperrt werden musste die Autobahn A52 zwischen Essen und Düsseldorf. Gleiches galt für die A46 Wuppertal – Aachen. Ein Blitzschlag an der Harffstraße Düsseldorfs führte letztlich nicht zu dem Brand des betroffenen Dachstuhls, der wegen des brenzligen Geruchs von den Hausbewohnern befürchtet wurde.

Bild-Update folgte am 19. August 2011

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Jörg Tilmes - Was Sie von mir an dieser Stelle erwarten dürfen? Artikel zu Themen aus dem Bereich der Fernsehbranche, mit der ich seit 1999 ...

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