
- Wie man einen Löffel verbiegt - Bernd Teuber
Im Grunde genommen wollte Uri Geller keine Zauberkunststücke zeigen, sondern paranormale Experimente. Als er 1974 im Fernsehen behauptete, durch die Macht seiner Gedanken, Besteck an der Stelle, wo es in den Stil übergeht, verbiegen zu können, glaubten ihm die Zuschauer. Auch die Zeitungen trugen mit ihren Schlagzeilen dazu bei, um den Menschen einzureden, dass er ein Mann mit magischen Fähigkeiten sei. Vermutlich gibt es übersinnliche Erscheinungen, die sich nicht so einfach erklären lassen.
Diese Phänomene fallen in den Bereich der Grenzwissenschaften, der sogenannten Parapsychologie. Dazu gehören solche Erscheinungen wie Telepathie (Übertragung von Gedanken von Mensch zu Mensch), Hellseherei und die Fähigkeit, physikalisch unerklärbare Erscheinungen mittels Gedankenkraft herzustellen, also beispielsweise Möbel zu verrücken, ohne dass eine mechanische Kraft auf diese Gegenstände ausgeübt wird.
Mit einer Chemiekalie lässt sich das Metall ganz leicht zersetzen
Natürlich beherrschen Zauberkünstler genügend Tricks, um solche übersinnlichen Erscheinungen vorzugaukeln. Auch Uri Geller benutzte einen Trick, nur gab er das nie öffentlich zu. Vielleicht wurde das Besteck mit Chemiekalien vorbehandelt, damit man es ohne großen Kraftaufwand bei der Vorführung verbiegen und abbrechen konnte. Eine der infrage kommenden Chemiekalien könnte beispielsweise Metallhalogenid gewesen sein.
Dabei handelt es sich um ein Salz, aus dem man eine giftige, Metall zersetzende Lösung herstellen kann. Das Salz wird in destilliertem Wasser oder in reinem Alkohol aufgelöst. Die Lösung darf nicht mit der menschlichen Haut in Berührung kommen. Man sollte auch nicht daran riechen. Mit einem Pinsel wird die Lösung auf den Stil aufgetragen. Das Metallhalogenid trocknet und zersetzt das Metall. Nun ist es ein leichtes, das Besteck ohne große Anstrengung zu verbiegen.
Das Forcieren des Publikums gehörte ebenfalls zum Trick
Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Uri Geller dem Publikum vorher präparierte Löffel zuspielte, wenn er Leuten anbot, Löffel aus dem angebotenen Besteck auszuwählen. Der Fachausdruck für diese Art der Manipulation lautet "forcieren". Die Zuschauer glauben natürlich, sie hätten die freie Wahl. In Wahrheit forciert der Zauberkünstler seinen Zuschauern einen bestimmten Gegenstand, beispielsweise eine Spielkarte, wobei der Zuschauer in dem Glauben bleibt, eine Karte aus freiem Willen gewählt zu haben. Natürlich ist es für den Zauberer ein Leichtes, die Spielkarte zu erraten, da er sie ja bereits kennt. Seriöse Zauberkünstler geben ihre Arbeit niemals als übersinnlich aus. Uri Gellers Kunststück beruht also überhaupt nicht auf paranormalen Fähigkeiten. Es ist nur ein Trick.
Quellen: Werner Waldmann: Zauberkunst", Heinrich Hugendubel GmbH 1996, ISBN 3-8803-4199-0
Wolfgang Buresch: "Räuber und Gendarm", Herold Verlag 1989, ISBN 3-7767-0467-5
