
- Am Strand von Sylt - Anke Pfistner
Den Begriff Nationalpark gibt es bereits seit 1872. Damals wurde der Yellowstone-Nationalpark in den USA gegründet. Die Grundidee bestand darin, die letzten echten Wildnisgebiete um ihrer selbst willen und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Heute gibt es weltweit über 3800 Nationalparks. Deutschland zog allerdings erst im Jahr 1974 nach, mit der Gründung des Nationalparks Bayrischer Wald. Insgesamt 14 deutsche Nationalparks gibt es heute in Deutschland. Allein drei davon liegen an der Nordsee an den Küsten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen und schützen das weltweit einmalige Wattenmeer-Gebiet.
Naturschutz und Tourismus
In Nationalparks soll sich Natur ungestört vom Menschen entwickeln und erhalten können. So überschaubar die geschützten Gebiete in Deutschland auch sein mögen – sie bieten wichtige Rückzugsmöglichkeiten für seltene Pflanzen und Tiere. In Nationalparks ist Wildnis direkt erlebbar. Natürlich müssen Besucher sich dabei an bestimmte Regeln halten – zum Beispiel unbedingt auf den markierten Pfaden bleiben und die ausgewiesenen Totalschutz-Zonen respektieren! In allen Parks gibt es als erste Anlaufstellen Informationszentren, interessante Natur-Lehrpfade und auch geführte Touren mit Rangern. Mit fachkundiger Anleitung entdeckt man oft interessante Dinge, die einem sonst entgangen wären.
Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein
Das Schutzgebiet reicht von der dänischen Grenze im Norden bis hinunter zur Elbmündung. Hier liegen die so beliebten nordfriesischen Ferieninseln wie Sylt, Amrum und Föhr. Besonderheit: Auf den zehn Halligen des Gebietes kommt es regelmäßig zu „Landunter“. Dann ragen bei Flut nur noch die Warften mit den Wohnhäusern aus dem Meer. Im Sommer blühen hier die Salzwiesen. Für Vogelfreunde interessant: Im Laufe des Jahres kommen Millionen von Zugvögeln durch die Wattgebiete. Auch für Kinder spannend ist eine geführte Wattwanderung, ein Bootsausflug zu einer der Seehundbänke oder der Besuch einer Heuleraufzuchtstation. Bei schlechtem Wetter lohnt der Besuch des Multimar Wattforums in Tönning auf der Halbinsel Eiderstedt.Termine und weitere Informationen zur Region finden sich beim Nationalparkservice.
Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
Die kleine Insel Neuwerk in der Elbmündung vor Cuxhaven gehört seit dem Mittelalter zur Stadt Hamburg. Hier befindet sich auch das älteste Gebäude Hamburgs, der alte Leuchtturm von Neuwerk. Direkt nebenan: das Nationalpark-Haus mit Wattenmeer-Ausstellung. Der Schutzbereich umfasst die umliegenden Wattgebiete und die unbewohnten Sandinseln Scharhörn und Nigehörn. Besonderheit des Gebiets: Das Watt liegt im Süßwasser-Einflussbereich der Elbe. Interessante Ausflüge vor Ort: Salzwiesen-Führung oder geführte Wattwanderung zur Vogelschutzinsel Scharhörn.
Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Der Nationalpark reicht von Bremerhaven bis zur holländischen Grenze. Der Wattbereich liegt geschützt hinter den ostfriesischen Inseln mit ihren beliebten Stränden und Dünengebieten. Zentrale Anlaufstelle für den Nationalpark ist das Wattenmeerhaus in Wilhelmshaven.
