Urlaub im Berchtesgadener Land

Nationalpark und Königssee locken Touristen von weit her – zu Recht

Königssee mit St. Bartholomä Kapelle - Stefan Heimann
Königssee mit St. Bartholomä Kapelle - Stefan Heimann
Das Berchtesgadener Land bietet mit dem Nationalpark, dem Königssee und vielen Ausflugsmöglichkeiten alle Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Bergurlaub.

Die Zugfahrt von München raus ins Berchtesgadener Land zieht sich. „Selbst der IC hält hier an jeder Milchkanne“, wird uns bei unserer Ankunft erklärt. So bekommt man schon bei der Anreise den Eindruck, ganz weit draußen zu sein. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn man dann merkt, dass Hochdeutsch hier nicht Muttersprache, sondern eher erste Fremdsprache zu sein scheint. Und wirklich ist der kleine Zipfel Berchtesgadener Land vielleicht das abgelegenste Stück Deutschland – und wohl auch Deutschlands schönstes Stück Bergwelt.

Das Städtchen Berchtesgaden selbst fällt zunächst einmal durch seine beeindruckenden Touristenmassen auf. Dieses eigentlich ganz beschauliche bayrische Örtchen wird nämlich heute maßgeblich davon bestimmt, dass es sich hervorragend für Ausflüge in die umliegende Berglandschaft eignet. Neben Österreichern und Italienern sieht man hier auch viele Japaner mit ihren Kameras. Und wenn Japaner ihre wenigen Urlaubstage irgendwo verbringen, dann ist das immer ein sicheres Zeichen dafür, dass es an diesem Ort richtig was zu sehen gibt.

Der Königssee

Im Berchtesgadener Land ist das Highlight, das Gäste von weit her lockt, zweifellos der majestätische Königssee im Nationalpark. Dieser strahlend türkisfarbene See schlängelt sich wie ein Fjord acht Kilometer zwischen steil aufragenden Bergwänden immer tiefer in die Alpen hinein. Nicht der kleinste Trampelpfad passt zwischen den See und seine Hänge. Und auch sonst sieht man in diesem Nationalpark keine Straßen, Orte oder sonst irgendetwas, das dieses imposante Naturbild stören könnte. Man sieht nur die kleine St. Bartholomä Kapelle am Fuße des mächtigen Watzmann direkt am See. Aber dieses Bauwerk stört das Bild durchaus nicht, es komplettiert vielmehr den wildromantischen Eindruck.

Es gibt keine Straße zu dieser zauberhaften Kapelle, man kann sie aber bequem mit dem Ausflugsboot erreichen. Oder man kann eine schöne Wanderung entlang des Pilgerpfades unterhalb des mächtigen Watzmann-Massivs unternehmen, die einen auch zur Kapelle führt. Dafür sollte man allerdings Bergerfahrung mitbringen, da es einige steile und felsige Stellen zu überwinden gilt. Aber dieser wunderschöne Wanderweg mit herrlicher Aussicht entschädigt für die Kletterpartie.

Für jeden Flachländer geeignet ist hingegen die Seilbahnfahrt hoch auf den Gipfel des Jenner. Hier oben hat man einen tollen Panoramablick über den Königssee. Wenn einen auf diesem schönen Gipfel dann doch noch alpine Ambitionen ereilen, kann man von hier aus beispielsweise die etwa fünfstündige Wanderung runter zum „Kessel“ unternehmen. Der „Kessel“ ist ein zauberhaftes Stück Wiese direkt am Königssee, wo man die müden Füße in das glasklare aber auch eiskalte Wasser baumeln lassen kann und wo einen die Ausflugsboote dann auch wieder auflesen.

Salzburg

Ein lohnender Ausflug von Berchtesgaden aus ist eine Tagestour ins österreichische Salzburg. Mozarts Geburtsstädtchen präsentiert sich seinen zahlreichen Besuchern heute als herausgeputztes Barockensemble in schöner Berglandlandschaft. In der ganzen Region wurde und wird auch noch immer viel Salz abgebaut, so kam diese Stadt zu der ersten Hälfte ihres Namens. Und auch eine Burg thront hoch über der Altstadt, ein Muss für jeden Salzburg-Besucher. Wer den Touristenströmen etwas aus dem Weg gehen möchte, der sollte einen Spaziergang auf dem Mönchsberg machen und hier oben Ruhe und tolle Aussicht auf die Altstadt genießen. Auch ist es sehr zu empfehlen, am nördlichen Ufer des Salzach-Flusses entlang zu flanieren und von hier aus das Panorama aus Altstadt und Hohensalzburg zu bewundern.

Weitere Ausflüge können beispielsweise in den Kurort Bad Reichenhall oder zum Hintersee im Zauberwald führen. Aber die meisten Gäste werden sicherlich mit der herrlichen Berglandschaft im Nationalpark Berchtesgaden zufrieden sein und ihre Zeit hier verbringen.

Die deutschen Alpen haben einen entscheidenden psychologischen Nachteil: Jeder weiß, dass die richtig hohen Berge erst hinter ihnen beginnen. So stehen die schneebedeckten 4.000er in Österreich und in der Schweiz, auch Frankreich hat mit dem Mt Blanc noch ein großes Stück vom Kuchen abgekriegt. Aber die schroffen, steil aufragenden Berge im Berchtesgadener Land sind trotzdem wunderschön – schöner als manche wuchtigen Berge in den hochalpinen Regionen.

Stefan Heimann, Stefan Heimann

Stefan Heimann - Ich habe Elektrotechnik und Philosophie in Aachen und Berlin studiert und beschäftige mich sehr viel mit Umwelt- und Klimaschutz und ...

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