Dubai ist der bevölkerungsreichste Staat der Vereinigten Arabischen Emirate. Am Persischen Golf auf der arabischen Halbinsel gelegen bezeichnet Dubai gleichwohl das Emirat als auch die Stadt Dubai. Pulsierendes Zentrum ist die Dubai-City. Mit 1,3 Millionen Einwohnern lebt in der Metropole der größte Teil der Bevölkerung des Golfstaates.

Gastarbeiter gewährleisten Luxus

Doch nicht nur Araber leben hier. Aus Indien und Pakistan kommen unzählige Gastarbeiter mit dem Wunsch nach gutem Verdienst und einem sicherem Job. In Dubai verrichten die Arbeiter eher anspruchslosere Tätigkeiten und verdingen sich als Pagen in den Luxushotels oder als Bauarbeiter auf einer der zahllosen Baustellen. Kehren sie mit ihrem Verdienst nach ein paar Jahren in ihre Heimat zurück -und zurück wollen so gut wie alle- können sie sich dort ein recht luxuriöses Leben ermöglichen. Inzwischen machen die Gastarbeiter aus dem südostasiatischen Raum nahezu die Hälfte aller Einwohner Dubais aus. Die Lebensbedingungen der Arbeiter sind alles andere als ideal, werden aber von der großen Mehrheit in Kauf genommen, da mit dem Gehalt aus dem Emirat zu Hause die Familien unterstützt werden.

Der Mehrheit ist Dubai durch seine spektakulären und gigantischen Bauprojekte ein Begriff. So gibt es in der City das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt zu bestaunen. Eine rasante Fahrstuhlfahrt bringt Gäste auf die beeindruckende Aussichtsplattform des Burj Khalifa. Von dort genießen Besucher einen atemberaubenden Blick über die City und die angrenzende Wüste. Autobahnkreuze erscheinen plötzlich wie Carrera-Bahnen und die Aussicht mutet an wie eine Aufnahme von Google Earth. Wer sich an der Aussicht sattgesehen hat, kann sich danach in den Geschäften der Dubai Mall verlieren. Mit über 1.200 Shops gibt es für Schnäppchenjäger alles was das Herz begehrt. Und auch hier treffen die Besucher auf die allgegenwärtigen Gastarbeiter, überall wird geputzt und gewienert was das Zeug hält, damit alles in stilvollem Glanz erstrahlt.

Gebaut wird was gefällt

Abends lässt sich vor der Mall noch ein spektakuläres Wasserspiel beobachten. Zum Einbruch der Dunkelheit tanzen Fontänen zu den Klängen klassischer Musik. Besucher, die schon einmal in Las Vegas waren, werden sich an die Wassershow vor dem Bellagio erinnern. Dort haben die Araber gnadenlos abgekupfert, was aber der stimmungsvollen Atmosphäre keinen Abbruch tut. Überhaupt haben Gäste in Dubai oft den Eindruck, dass die arabischen Scheichs durch die Welt reisen und das kopieren, was ihnen in anderen Ländern am besten gefällt. Sie machen es dann fast nur noch ein kleines bisschen besser.

Die Metropole kann mit weiteren Superlativen aufwarten. Wer wollte nicht schon immer gern in der Wüste bei 45 Grad Celsius Skifahren? Die Scheichs machen es in einer eigens gebauten Skihalle möglich. Für ungetrübtes Bergfeeling kann in der Halle sogar ein Chalet zwecks Übernachtung gemietet werden. Die Energiekosten sind gering und so ist es kein Problem die Halle auch bei heißen Wüstentemperaturen auf Minusgrade zu kühlen. In Dubai ist alles noch ein bisschen größer und gigantischer als anderswo, da kann durchaus die Frage aufkommen, wo diese Gigantomanie noch hinführen soll. Im Bau derzeit ist Dubai-Land, der - wie sollte es anders sein - weltgrößte Freizeitpark. Auch der bereits jetzt schon riesig große Flughafen wird ausgebaut, er soll auf die doppelte Größe anwachsen.

Um in die Welt des wahren Luxus einzutauchen empfiehlt sich ein Besuch des Fünf-Sterne-Hotels Burj al Arab. Wer eine Reservierung für eines der Hotelrestaurants vorzuweisen hat, darf am Portier vorbei in die Luxuswelt eintreten und eines der teuersten Hotels der Welt bestaunen. Selbst die „kleinen Suiten“ im Burj al Arab haben zwei Etagen und verfügen über nahezu jeden erdenklichen Komfort. Mit seiner unverwechselbaren Architektur in Form eines Segels ist das Gebäude weithin sichtbar und bietet besonders abends einen spektakulären Anblick. Auch im Burj al Arab sind Hunderte von ausländischen Arbeitern anzutreffen, die für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich sind.

Safran für die Touristen

Dubai ist kosmopolitisch und ambivalent. In alten Stadtvierteln können Reisende das ursprüngliche Dubai mit dem belebten Gewürzmarkt erleben. Gerüche von Safran und Zimt liegen in der Luft und zahlreiche Händler bieten ihre Waren feil. Besonders anstrengend dabei für deutsche Besucher, dass nahezu jeder Händler seine Kundschaft mit dem Kinderreim „Backe backe Kuchen“ begrüßt. Offensichtlich ist die Mehrheit der Touristen unterwegs um Safran günstig zu kaufen und so schallt es an jeder Ecke „Safran macht den Kuchen gel.“ Wer weiter schlendert erreicht den Dubai Creek, einen Seitenarm des Persischen Golfs. Mit schaukelnden Daus und im Schatten ruhenden Arbeitern bildet der Bezirk Deira einen Teil des nördlichen Stadtzentrums. Südlich gelegen sind die Ortsteile Jumeirah und Jebel Ali.

Entlang der Küstenlinie entstehen künstliche neue Welten, Kunstinseln säumen den Persischen Golf wie an einer Perlenschnur aufgezogen. The Palms, The World, The Universe, das sind nur einige Namen der neu entstehenden Luxuswelten. Ganz an der Spitze der künstlichen Palmeninsel The Palm liegt das Hotel Atlantis, das sich wahrhaft gigantisch auf einer über der Palme liegenden Mondsichel am Meer erhebt. Touristen tummeln sich in den „Lost Chambers“, Aquarien in denen der versunkene Kontinent Atlantis wieder zum Leben erweckt wurde. Angegliedert an das Hotel ist ein großer Wasserpark, Gäste können zusammen mit Delfinen schwimmen oder sich auf einer Wasserrutsche durch ein mit einer Glasscheibe gesichertes gefährliches Haifischbecken gleiten lassen.

Sonnenschein, Wärme, orientalisches Flair und natürlich gigantischer Luxus der Superlative locken jährlich mehr als 7,5 Millionen Touristen in die Golfstadt. Ob sich ein Besuch lohnt? Für jemanden der 1001 Nacht gepaart mit Hightech und Luxus erleben möchte auf jeden Fall!

Quellenangaben:

Manfred Wöbcke und Birgit Müller Wöbcke: Dubai Vereinigte Arabische Emirate, Baedeker-Verlag 2011

Eigene Reiseerfahrungen aus 2010