
- Azoren-Insel Pico mit Portugals höchstem Berg - Lou Avers
Die Finanzkrise scheint zumindest die Reiselust der Deutschen nicht gemindert zu haben. Befragungen diverser Institute belegen, dass über 70 Prozent der Bundesbürger auch im Jahr 2011 eine längere Urlaubsreise eingeplant haben. Die Frage ist nur, wohin ? Hier einige der Trends und ein paar persönliche Tipps.
Endlich Urlaub! Die Vorfreude ist ein Stimmungsaufheller in tristen Jahreszeiten
Gerade der November gilt als grauer, depressiv angehauchter Monat. Auch wenn sich in Zeiten des Klimawandels die Jahreszeiten zunehmend vermischen, ist doch bei vielen Menschen die Stimmungslage im November eher gebremst. Umso schöner, wenn man sich dann in Gedanken bereits in ferne Sonnenziele träumen kann. Die beste Zeit also, um bereits den nächsten Sommerurlaub zu planen.
Reiseziele – nah oder fern ?
An Angeboten mangelt es ja nicht auf dem Reisemarkt. Ob nah oder fern, Abenteuer oder Luxus, mittlerweile kann sich jeder selbst seine bevorzugte Art des Reisens aussuchen. Der Geldbörse entsprechend gibt es vom Last-Minute-Schnäppchen über All-Inclusive bis zum Fünf-Sterne-Wellness-Urlaub alles. Auch Camping- und Wohnmobilreisen werden immer beliebter. Der neue Renner sind Glamping (Glamour Camping)-Reisen, also Luxus-Camping an bevorzugt exotischen Zielen. Der Deutschen liebstes europäisches Urlaubsland ist zufolge einer ADAC-Studie noch immer Italien, gleich gefolgt von Spanien und Österreich. Bei den Fernreisen belegen nach einer Umfrage von L'TUR die Vereinigten Arabischen Emirate, hier insbesondere Dubai, vor Thailand und der Dominikanischen Republik Platz 1 der Beliebtheitsskala. Die USA und Kuba landeten auf Platz 5 und 6. Auch Reisen innerhalb Deutschlands haben in den letzten Jahren einen Zuwachs erfahren.
Pauschalreisen oder lieber individuell?
Es gibt Urlauber, die bewusst den Trends auf dem Reisemarkt folgen. Solche, die gerne in Gruppen reisen, oder diejenigen, die ihre Reise bis ins kleinste Detail planen. Andere suchen das Abenteuer und lassen sich unterwegs gerne überraschen, wollen vor Ort flexibel reagieren können. Sicherlich steht die Pauschalreise bei den meisten Urlaubern noch hoch im Trend. Die Abenteurer unter den Reisenden jedoch suchen individuelle Routen und weitgehend unbekannte Ziele, sofern dies in Zeiten der Globalisierung überhaupt noch möglich ist. Es gibt kaum noch einen Ort der Welt, der noch nicht von irgendjemandem bereist wurde. Die wirklich unberührten Flecken unserer Erde werden immer weniger. Ob Wüstentour, Urwald-Expedition, Antarktis-Erkundung, Reitersafari in der Mongolei oder Extrembergsteigen, die Angebote für abenteuerlustige Reisende kennen dennoch keine Grenzen.
Reisetipps 2011 der Autorin
- Azoren – Portugal
Reiseziele, die die Autorin selbst erlebt und erfahren hat und die sie empfehlen kann: Fast noch ein Geheimtipp und doch so nahe sind die neun grünen Vulkaninseln des Azorenarchipels. Die Azoren gehören zu Portugal und liegen mitten im Atlantik zwischen Nordamerika und Lissabon verstreut. 2802 Kilometer trennen die Azoren auf kürzester Strecke vom amerikanischen Kontinent, genau von Neufundland in Kanada. Vom europäischen Festland liegen sie knapp 1400 Kilometer entfernt. Sie unterteilen sich in drei Gruppen, die Zentralgruppe mit den Inseln Terceira, São Jorge, Graciosa, Pico und Faial. Die östliche Gruppe mit der Hauptinsel São Miguel und Santa Maria sowie die Westgruppe mit den kleinen Inseln Flores und Corvo. Im Sommer herrscht angenehmes mildes Atlantikklima. Jede der Inseln hat ihren eigenen Charme und wer Zeit hat, dem empfiehlt sich ein Insel-Hüpfen mit allen neun oder einem Teil der Eilande.
- Slowenien – Landschaftsvielfalt auf kleiner Fläche
Ein anderes Reiseziel, das noch nicht so viele Menschen für sich entdeckt haben, ist das kleine Slowenien. Das nur ca. zwei Millionen Einwohner zählende Land gehörte zu Jugoslawien und ist seit 1991 ein unabhängiger Nationalstaat. Seine Regionen sind so vielfältig und abwechslungsreich wie die Nachbarn ringsum. Wer ein Stück Italien, Österreich, Ungarn oder Adriaküste in einem haben möchte, ist in Slowenien genau richtig. An kaum einem anderen Ort bieten sich auf so geringer Fläche so unterschiedliche Landschaften, Kultur und Gastronomie. Zum Beispiel ist es in Slowenien möglich, morgens auf den Wintersportpisten der Julischen Alpen Ski zu fahren, am Nachmittag in verwunschene Karsthöhlen einzusteigen und am Abend ein romantisches Meeresfrüchtemahl an der Adriaküste zu genießen.
- Alentejo – Portugal, Extremadura – Spanien und nordspanische Regionen
Ebenso lohnenswert zu entdecken ist die portugiesische Südprovinz Alentejo, die ein wohltuendes Gegenstück zur touristischen Algarve ist. Wer seinen Alltag entschleunigen will, sollte die sanften Hügel und gemächlichen Dörfer des Alentejo besuchen. Ähnlich verhält es sich mit der spanischen Extremadura mit Attraktionen wie der UNESCO Weltkulturerbe-Stadt Cáceres oder der Römerstadt Mérida, die dem viel bekannteren Andalusien in Kulturreichtum kaum nachsteht. Und wenn schon von Spanien die Rede ist, so hat Nordspanien mit Galicien, Asturien und Kantabrien gleich drei außergewöhnliche und sehr sehenswerte Regionen fern des Massentourismus zu bieten.
- Fränkisches Seenland - Deutschland
Zu guter Letzt noch ein Tipp aus heimischen Landen. Auch wenn das Fränkische Seenland mit seinen sieben Badeseen längst kein Geheimtipp mehr ist, so lohnt sich doch ein ausführlicher Besuch. Großer und Kleiner Brombachsee, Altmühlsee, Igelsbach- und Rothsee, Hahnenkamm- und Dennenloher See laden zu ausgedehnten Radtouren, Bootsfahrten und Wanderungen ein. Die fränkische Gastronomie, mittelalterliche Städte und Dörfer runden einen schönen Familien- oder Aktivurlaub ab.
An Zielen fehlt es nicht, allein die Qual der Wahl liegt beim Reisenden selbst.
