Urquhart Castle in Schottland

Am Loch Ness liegt eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Schottlands

Urquhart Castle in Schottland - Ließ
Urquhart Castle in Schottland - Ließ
Seit fast 800 Jahren trotzt Urquhart Castle am Loch Ness dem kühlen Klima Schottlands. Der Artikel informiert über die Geschichte der Burg und gibt Infos für Touristen.

Schon die spektakuläre Lage von Urquhart Castle an den Ufern des Loch Ness beeindruckt und zaubert beim ersten Anblick viele Fotoapparate aus den Taschen. Lang und schmal mit ihrem markanten Tower ist die Burg vor der Kulisse des Loch Ness und den dahinter liegenden Bergen typisches Sinnbild für schottische Highlandromantik.

Geschichte von Urquhart Castle

Bereits um 580 unserer Zeitrechnung existierte nachweislich ein Fort der Pikten an den Ufern des Loch Ness. Wenig ist bekannt aus jenen Jahrhunderten des dunklen Zeitalters und von dem frühen Befestigungswerk ist heute nichts übrig. Doch heißt es in der Überlieferung, dass der heilige St. Columba zu jener Zeit das Tal Glen Urquhart durchreiste und in diesem Fort einen piktischen Adligen bekehrte.

Über die folgenden 500 Jahre gibt es kein dokumentiertes Wissen. Um 1230 taucht der Name Urquhart aus dem Dunkel der Geschichte auf, als Sir Alan Durward die erste Burg an der heutigen Stelle errichtete.

Es folgten Jahre und Jahrhunderte der Kämpfe und Unruhen, denen das strategisch gut gelegene Bauwerk zu trotzen hatte. Edward I. von England eroberte die Burg 1296, zwei Jahre später gelang es den Schotten, sie zurück zu erobern, um sie wenig später wieder an die Engländer zu verlieren. 1308 brachte Robert the Bruce Castle Urquhart wieder unter die schottische Krone.

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts waren es die Lords of the Isles, der Clan der MacDonalds, welche die Ländereien um Urquhart und die Burg selbst unter ihre Gewalt brachten und Jahrzehnte lang darum stritten. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gelang es den adligen Grants die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sie erhielten Urquhart zur Belohnung als Wohnsitz. Die Kämpfe gegen die MacDonalds jedoch sollten noch weitere Jahrzehnte andauern. 1690 schließlich, nach einer Belagerung durch Jakobiten, zerstörten in der Burg stationierte Soldaten Teile der Mauern und verließen Urquhart Castle für immer. Es wurde nie wieder bewohnt.

Die Ruine von Urquhart Castle heute

Folgende Abschnitte der Anlage können besichtigt werden:

  • Visitors Centre: Das Besucherzentrum muss durchquert werden, um zur Ruine zu gelangen. Wer sich für die Geschichte von Urquhart interessiert, wird aber davon profitieren hier etwas länger zu verweilen. Es werden Fundstücke aus der Burg ausgestellt und über das Leben der früheren Bewohner informiert. Im Auditorium wird ein kleiner Film über Urquhart gezeigt. Außerdem gibt es natürlich einen Souvenirshop.

  • Außenanlagen: Mindestens drei verschiedene Burgen wurden im Laufe von mindestens 1.500 Jahren an der Stelle der heutigen Ruine errichtet. Die gepflegte Anlage erlaubt spektakuläre Aussichten über Urquhart und Loch Ness.

  • Die Trebuchet: Ende des 13. Jahrhunderts wurde Urquhart von Edward I. von England mit Hilfe eines Katapults erobert. Eine moderne Replikation kann ebenso besichtigt werden wie originale Steingeschosse.

  • Zugbrücke und Pförtnerhaus: Am Eingang ist das alte Pförtnerhaus erhalten. Einst gab es weit höhere Mauern an diesem wichtigen Verteidigungspunkt als heute noch besichtigt werden können.

  • Wachraum und Gemächer des Constable: Aufgabe des Constable war es, die Sicherheit zu wahren und das entsprechende Personal zu befehligen. Sein Schlafraum lag oben im Pförtnerhaus. Im Keller ist das Gefängnis erhalten.

  • Aussichtspunkt und Taubenschlag: Hier im ältesten Teil der Ruine konnten Reste eines Forts der Pikten nachgewiesen werden, das vor 1.500 Jahren dort stand.

  • Wassertor und Servicehof: Über das Water Gate gelangten einst Ankömmlinge in die Burg, die mit dem Boot über Loch Ness gekommen waren. Auch Feinde und Diebe erkannten diese Schwachstelle als Schlupfloch, um sich in die Festung zu schleichen. Der angeschlossene Bereich innerhalb der Ruine war früher von geschäftigem Personal erfüllt und wird deshalb als Service Close bezeichnet.

  • Die Große Halle: In der Great Hall wurden einst Feiern und Bankette abgehalten. Sie war der wichtigste Teil der Burg, wo bis zu 300 Menschen Platz gefunden haben. Darunter sind Lagerräume erhalten.

  • Grant’s Tower: Der Tower ist vergleichsweise jung und wurde vor 500 Jahren auf Anlass von Sir John Grant gebaut, nachdem er die Burg von König James IV. erhalten hatte. Der Tower diente ihm und seiner Familie als Wohnstätte.

Informationen für Touristen zum Urquhart Castle

  • Lage: Urquhart Castle liegt an der A82 südlich von Drumnadrochit, direkt am Ufer des Loch Ness und ist bei einer Fahrt zu den nördlichen Highlands entlang dieser wichtigen Verkehrsader kaum zu übersehen.

  • Parken: Der kostenlose Parkplatz vor dem Eingang bietet genug Platz für Autos und auch für Reisebusse. Neun Parkbuchten stehen für Behinderte zur Verfügung.

  • Eintritt: Ein Zaun und eine Hecke verhindern, dass man bereits vom Parkplatz aus einen guten Blick auf das Castle hat oder sich gar Zutritt verschafft. Der Zugang erfolgt über das Visitors Centre.

Eintrittspreise (Stand Januar 2010):

Erwachsene: 7 £

Kinder: 3.50 £

Ermäßigt: 5.50 £

  • Öffnungszeiten: Urquhart Castle kann ganzjährig an sieben Tagen die Woche besucht werden. Allerdings schließt das Visitors Centre in den Wintermonaten früher. Im Oktober gelten zusätzliche gesonderte Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten von April bis September:

9:30 Uhr - 18:00 Uhr

Öffnungszeiten Oktober:

9:30 Uhr – 17:00 Uhr

Öffnungszeiten November bis März:

9:30 Uhr – 16:30 Uhr

Der letzte Einlass findet jeweils 45 Minuten vor Schließung statt.

  • Toiletten: Sanitäre Anlagen gibt es im Visitors Centre, allerdings nicht auf dem Gelände selbst.

Quellen und Links:

Lesen Sie auch über das Ungeheuer von Loch Ness, den Great Glen Way, über das Stirling Castle in Schottland und über Ullapool in den schottischen Highlands.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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