Ursachen, Symptome und Heilungsmöglichkeiten der Krankheit Gicht

Gesunde Ernährung bei Gicht - © Gabriele Eckhardt
Gesunde Ernährung bei Gicht - © Gabriele Eckhardt
Eine Gicht wird durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut diagnostiziert. Wie man der Gicht vorbeugt, sie behandelt und heilt.

Gicht gehört zu den Arthritis-Erkrankungen (Arthritis urica). Sie ist eine Entzündung der Gelenke und entsteht aufgrund von erhöhten Harnsäurewerten im Blut (Hyperurikämie). Gichtanfälle sind sehr schmerzhaft und können das Alltagsleben erheblich erschweren.

Wie entsteht eine Gicht und was sind ihre Symptome?

Zwei Ursachen können zum Ausbruch einer Gicht führen: Entweder hat der Körper Probleme, die Harnsäure abzubauen und auszuscheiden (Veranlagung), oder die Harnsäurewerte werden durch äußere Einflüsse wie Fehlernährung begünstigt. Die Harnsäure bildet Kristalle, die sich zwischen den Gelenken ablagern. Erhöhte Harnsäurewerte im Blut müssen aber nicht zwangsläufig zum Ausbruch einer Gicht führen. Die Krankheit befällt bevorzugt Männer sowie Frauen nach der Menopause.

Ein Gichtanfall kann sehr schmerzhaft sein

Ein typischer Gichtanfall beginnt oft zwischen den Gelenken des großen Zehs. Andere, oft betroffene Körperteile sind Knöchel, Knie, Fingergelenke und Ellbogen. Gichtanfälle kommen meist plötzlich und sind sehr schmerzhaft und qualvoll. Die betroffene Körperstelle wird sehr empfindlich, so dass bereits das Auflegen einer Bettdecke auf der entsprechenden Stelle Schmerzen bereitet. Oft schwellen die Gelenke an. Der Anfall ist meist plötzlich zu Ende. Es kann Wochen dauern, bis der nächste Gicht-Anfall zuschlägt. Mit jedem Anfall können weitere Gelenke betroffen sein und die Anfälle können noch schmerzhafter werden. An anderen Körperteilen können die Harnsäurekristalle Schwellungen bilden, so genannte Tophi. Wird die Krankheit chronisch, kann sie schlimmstenfalls sogar zu Deformationen von Körperteilen führen.

Was löst die Überproduktion von Harnsäure aus?

Wenn nicht eine Veranlagung Auslöser einer Gicht ist, ist es meistens eine Fehlernährung. Harnsäure entsteht, wenn der Körper die so genannten Purine abbaut. Purine sind Eiweißverbindungen, die in Lebensmitteln vorkommen. Besonders viele Purine befinden sich im Alkohol, insbesondere im Bier, in rotem Fleisch und Innereien sowie in Meeresfrüchten. Ebenso führen bestimmte Medikamente zur Erhöhung der Harnsäurewerte, wie Aspirin und Chemotherapie. Die Überproduktion von Harnsäure kann schlimmstenfalls dazu führen, dass nicht nur eine Gicht entsteht, sondern diese auch auf die Nieren übergreift und Niereninsuffizienz oder Nierensteine auslöst. Die Ausscheidung von Harnsäure aus dem Körper funktioniert dann nur noch mangelhaft.

Linderung der Schmerzen bei einem Gichtanfall

Die Schmerzen eines akuten Gichtanfalls und die Entzündungen können mit Schmerzmitteln gelindert werden (kein Aspirin!). Als natürliche Heilmittel werden Wickel aus warmem Linsenbrei sowie spezielle Tee-Mischungen empfohlen. Bei Gicht gilt auch wie bei allen anderen Krankheiten: Vorbeugen ist besser als heilen! Um eine Überproduktion von Harnsäure zu vermeiden, sollte man ganz auf Bier verzichten und den Genuss von rotem Fleisch, Wurst, Innereien und Meeresfrüchten einschränken. Milch, Joghurt und Quark dagegen haben gar keine Purine, zumindest nicht bei Messungen auf 100 Gramm. Sportliche Betätigung kann helfen, die Gelenke geschmeidig und flexibel zu halten. Wer viel Wasser trinkt, scheidet Harnsäure besser aus und stellt sicher, dass die Nieren gut funktionieren.

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.

Quellen:

The Sunday Times (Ruanda), 23. Januar 2011

gichtbehandlung.com

Purinwerte

Fremdsprachensekretärin und freie Texterin, Gabriele Eckhardt

Gabriele Eckhardt - Gabriele Eckhardt ist Fremdsprachensekretärin und freiberufliche Texterin.

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