Ursachen und Behandlung erworbener Fußschäden

Arten, Entstehung und Vorbeugen von kranken Füßen

Kranke Füße sind schmerzhaft und stören das Körpergleichgewicht. Es gibt verschiedene Fußleiden, die man erwerben kann. Doch man kann seine Füße auch schützen.

Fast alle Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Schuld daran, dass dennoch viele über Schmerzen klagen, kann eine falsche Pflege oder das Tragen funktionsstörender Schuhe sein.

In unseren modernen Städten lässt es sich nicht vermeiden, auf hartem Untergrund zu laufen. Fehltritte und Stöße sind daher keine Seltenheit. Dazu kommt, dass viele der heute hergestellten Schuhe, besonders die hohen Absatzschuhe der Damen, die Füße einengen und sie in ihrer Funktion stören. Dadurch können sich solche Fehltritte nicht mehr ausgleichen lassen. Mögliche Folgen sind eine Dehnung oder Verkrampfung der Gelenke und übergroße Beanspruchung der Muskeln. Schuhe, die den Fuß zu sehr in seiner Bewegung einschränken, können sogar Behinderungen hervorrufen. Die Knochen werden verschoben und die Balancierfunktion gestört.

Eine weitere Ursache für Fußschäden sind schlechte Gehgewohnheiten, wie etwa das Nach-Außen-Drehen des Fußes. Die Knochen werden dabei in eine Stellung von außergewöhnlicher Belastung gepresst. Fußschwäche entsteht auch infolge ungenügender und falscher Fußübungen. Die Muskeln können sich nicht genügend bewegen, wenn sie immer in Schuhe eingeschnürt sind. Typische Fußschäden, die erworben werden können, sind der Knicksenkfuß, der Senk- oder Plattfuß, der Spreizfuß und der Spitzfuß.

Der Knicksenkfuß, eine Fußfehlstellung des Kindes

Der Knicksenkfuß ist wohl die häufigste Fußfehlstellung des Kindes. Dabei ist die Achillessehne in einem nach außen offenen Winkel abgewichen. Es besteht eine Abduktionsstellung des Vorderfußes gegenüber dem Rückfuß. Das Längsgewölbe ist abgeflacht (Senkfußkomponente). Eine X-Beinstellung ist mehr oder weniger ausgeprägt.

Behandeln kann man den Knicksenkfuß durch intensive Fußgymnastik, mit Übungen gegen die X-Beinstellung und zur Haltungserziehung. Es wird dabei in allen Ausgangsstellungen geturnt, vorwiegend jedoch in Vollbelastung. Im Stand und in der Fortbewegung wie beim Gehen, Laufen, Hüpfen und Balancieren, werden größere Anforderungen an die Fußmuskulatur gestellt als beim unbelasteten Fuß.

Gute Aufgaben für die Behandlung der Senkfußkomponente sind Zehengreifübungen und fußverkürzende Übungen wie der Raupengang.

Bei starker Knickfußkomponente eignen sich besonders der Zehenstand und Zehengang. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Ferse weit genug abgehoben wird, da sonst keine Aufrichtung des Längsgewölbes erfolgt. Beachten Sie auch, dass hohe Niedersprünge und Gehen auf dem Außenrand unbedingt vermieden werden sollten.

Der Senk- oder Plattfuß, ein Missverhältnis zwischen Tragfähigkeit und Belastung

Beim Plattfuß ist das Längsgewölbe abgeflacht und das Quergewölbe gut ausgebildet. Häufig ist er kombiniert mit einer Knickstellung der Ferse. Beim Gehen werden die Fußspitzen auswärts gestellt. Der Gang wirkt dadurch unelastisch oder sogar leicht schaukelnd und gering stampfend.

Diese Fehlstellung entsteht bei einem Missverhältnis von Tragfähigkeit und Belastung. Die Tragfähigkeit verringert sich beispielsweise nach zu langem Liegen im Krankenhaus, im Alter und bei Störungen des Eiweißstoffwechsels.

Die Belastung ist zu hoch, etwa bei:

  • Überbelastung im Beruf, besonders für Berufsanfänger, die lange stehen müssen, während sie in der Schule meistens gesessen haben
  • Hohem Körpergewicht
  • Heben und Tragen schwerer Lasten

Bei Beschwerden helfen elastische Stützverbände, eventuell Bettruhe und feuchte Umschläge. Künstliche Höhensonnenbestrahlungen, Aufenthalte an See oder im Hochgebirge kräftigen. Auch geeignete Schuhe und speziell gefertigte Einlagen können den Fuß wieder in die richtige Form bringen.

Der Spreizfuß, eine Verbreiterung des Vorderfußes

Ein typischer Befund des Spreizfußes ist eine Verbreiterung des Vorderfußes. Die Mittelfußknochen weichen fächerförmig auseinander. Die Zehengrundgelenke sind überstreckt. Es bestehen Krallen- oder Hammerzehen. Die Sehnen der langen Zehenstrecker sind mehr oder weniger verkürzt und die kurzen Zehenbeuger sind überdehnt.

Der Grund für einen Spreizfuß ist meistens das Tragen ungeeigneter Schuhe, vor allem von Absatzschuhen. Aber auch zu breites Schuhwerk, das dem Mittelfuß keinen Halt gibt und so ein Auseinanderweichen der Mittelfußstrahlen ermöglicht, kann Ursache für einen Spreizfuß sein. Es ist gut, flache Schuhe mit Freiraum für die Beweglichkeit der Zehen zu tragen.

Helfen kann allgemeine Fußgymnastik. Sinnvoll ist eine gezielte Kräftigung der kurzen Zehenbeuger durch Zehengreifübungen. Beachten Sie jedoch, dass nur der hohe Zehengang geübt wird. Ein halbhoher Zehengang verstärkt den Spreizfuß.

Der Spitzfuß und das Gehen auf Zehenspitzen

Beim Spitzfuß ist die Achillessehne verkürzt. Die Muskulatur der Streckseite ist überdehnt. Das Gangbild ist hinkend, da die Fersen beim Gehen nicht auf den Boden aufgesetzt werden können. Die Betroffenen gehen praktisch auf Zehenspitzen. Einen Spitzfuß können beispielsweise bettlägerige Menschen bekommen.

Um den Spitzfuß zu behandeln, sind Übungen zur Dehnung der Achillessehne und Wadenmuskulatur angebracht. Gymnastische Übungsformen sind etwa:

  • Sitz auf dem Hocker, Füße nach hinten ziehen, Fersen dabei am Boden lassen
  • An der Sprossenwand, Stand auf der ersten Sprosse und mit den Fersen nach unten wippen

Wenn nichts anderes hilft, ist auch eine Operation, bei der die Achillessehne oder der Wadenmuskel verlängert wird, möglich. Auch der Klumpfuß kann erworben sein, beispielsweise durch lange in Fehlstellung angelegte Gipsverbände. Zur Behandlung sind hierfür vor allem orthopädische Schuhe geeignet.

Gesunde Füße nicht vernachlässigen

Auch bei gesunden Füßen sollten Fußübungen gemacht werden, um den Fuß zu kräftigen und Krankheiten vorzubeugen. Die Muskeln, Bänder und Knochen müssen ständig trainiert werden, damit sie der großen Belastung, der sie ausgesetzt sind, widerstehen können. Beachten Sie jedoch, dass diese Übungen wertlos sind, wenn sie nicht regelmäßig und nicht lange genug durchgeführt werden. Wichtig ist ebenfalls, dass Sie barfuß turnen. Einige gute Fußübungen sind etwa:

1. Übung

Stehen Sie mit parallelen Füßen aufrecht, erheben Sie sich auf die Zehenspitzen und lassen Sie sich langsam wieder absinken. Dies ist die beste Übung, um sich aufzuwärmen, sie sollte ungefähr 20mal durchgeführt werden.

2. Übung

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und versuchen Sie, mit den Zehen Glaskugeln oder ähnliches aufzuheben. Nehmen Sie dabei jedoch nicht immer dieselben Zehen. Greifen Sie die Murmeln mit den Zehen eines Fußes, lassen Sie sie fallen und versuchen Sie, sie mit dem anderen Fuß wieder aufzunehmen. Diese Übung sollte jeden Tag einige Minuten durchgeführt werden.

3. Übung

Stellen Sie sich auf ein dickes Buch, so dass nur die Zehen über den Rand des Deckels ragen. Versuchen Sie, die Zehen so nach unten zu biegen, dass Sie das Buch damit fassen können. Führen Sie diese Übung jeden Tag einige Minuten durch.

Besonders gut für die Füße ist das Barfußgehen. Vor allem das Spazierengehen an einem Sandstrand ist ideal. Denn im Sand gehen die Füße natürlich. Wenn Sie Steine fühlen, können Sie sie mit den Zehen greifen und werfen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

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