
- Flavia Pennetta hatte keinen Grund zur Freude - Christian Mesiano
Beim vierten Grand-Slam-Turnier des Jahres ist weiter eine Deutsche dabei. Kurz nach dem Ausscheiden von Andrea Petkovic gegen Caroline Wozniacki zog Angelique Kerber nach einem Dreisatz-Erfolg gegen die Italienerin Flavia Pennetta in die Vorschlussrunde ein. Dies ist der größte Erfolg der gebürtigen Bremerin, die in der 2. Runde mit Agnieszka Radwanska bereits eine gesetzte Spielerin bezwungen hatte (6:3, 4:6 und 6:3).
Viertelfinale: Kerber zunächst besser
Das gesamte Match war von vielen Aufschlagverlusten geprägt. Da sind die drei Breaks aus dem ersten Durchgang noch als wenig einzustufen. Eins mehr für Kerber entschied den Satz, der sich durch bemerkenswert wenig vermeidbare Fehler auf beiden Seiten auszeichnete, nach 48 Minuten. Letztlich war es die Deutsche, die vor allem nach dem zweiten Aufschlag bedeutend mehr Punkte erzielte als Pennetta, die auch in der Nutzung der Breakchancen Defizite gegenüber ihrer Konkurrentin hatte. Sechs mehr gewonnene Ballwechsel waren am Ende für Kerber zu verzeichnen.
Zweiter Satz: Pennetta lässt sich nicht abschütteln
Die 23-Jährige spielte weiter großartig und lag im zweiten Durchgang gleich dreimal um jeweils ein Break vor ihrer italienischen Rivalin. Diese Vorteile konnte sie allerdings nicht ins Ziel retten. Zunächst glich die Nummer 26 der Setzliste zum 4 zu 4 aus, brachte anschließend wieder einmal ihr Service durch und realisierte das insgesamt vierte und entscheidende Break zum 6:4 nach weiteren 43 Minuten. Kerber hatte nur 11 von 29 Ballwechseln bei eigenem Aufschlag gewinnen können. Vor allem die Quote bei den ersten Aufschlägen war alarmierend niedrig. Nur zu 47 Prozent machte sie bei regelkonformem erstem Service den Punkt – zu wenig, um gegen Pennetta zu bestehen.
Kerber kommt zurück – eine Meisterleistung
Die Italienerin, die in der 3. Runde die an 3 gesetzte Maria Sharapova eliminiert hatte, hatte nun Oberwasser und setzte sich im dritten Satz gleich mit 2 zu 0 ab. Im folgenden Aufschlagspiel Pennettas lag Kerber wieder mit 15:40 zurück. Dennoch schaffte sie das Re-Break, konnte dies aber nicht bestätigen. Der neuerliche Rückstand ließ die Luft allmählich dünner werden.
Doch wie zuvor packte die DTB-Akteurin in diesen Momenten ihr bestes Tennis aus. Nach der Verkürzung auf 2 zu 3 gelang ihr der erste Aufschlaggewinn in diesem Durchgang. Der wichtige Ausgleich war zur freudigen Tatsache geworden. Um es vorweg zu nehmen: Kerber entschied auch die nächsten drei Spiele für sich und stand damit als Halbfinalistin fest.
Nach dem zu 30 durchbrochenen Service der Italienerin raubte die Deutsche ihrer Rivalin den letzten Nerv, als sie – ein weiteres Mal – den Vorsprung Pennettas zunichte machte. Denn bei 15:40 sah sie sich zwei Breakbällen gegenüber, ein nächster folgte bei Vorteil für die Nummer 25 in der Welt. Doch auch diese Möglichkeiten wehrte Kerber ab und erhöhte auf 5 zu 3. Nach den Erfahrungen in diesem Satz war die Chance zum Matchgewinn nun bei Aufschlag Pennettas hoch. Und eben dies bestätigte sich. Nach insgesamt 2:14 Stunden verwandelte die einzige ungesetzte Spielerin im Viertelfinale ihren ersten Matchball.
US Open 2011: Stosur wartet im Halbfinale
Ihre Gegnerin im Halbfinale steht bereits fest. Nicht Vera Zvonareva, Finalistin des vergangenen Jahres, sondern Samantha Stosur, die überraschend deutlich mit 6:3 und 6:3 gewann, wird am morgigen Freitag die nächste Aufgabe für Kerber, die bereits in der Vorbereitung auf die US Open in Dallas in der Vorschlussrunde gestanden hatte, sein.
Weitere Informationen und sämtliche Ergebnisse der US Open 2011 finden Sie hier.
Quellen:
Main Draw Singles US Open 2011, www.usopen.org
Damen-Weltrangliste vom 29.08.2011, www.wtatennis.com
US Open 2011, Viertelfinale, Statistik Kerber vs. Pennetta, www.wtatennis.com
