
- Bleibt Obama oder zieht ein neuer Präsident ins Weiße Haus? - Tim Reinhart / pixelio.de
Im Jahr 2012 ist es wieder so weit: Das noch immer mächtigste Land der Welt, die USA, wählt einen neuen Präsidenten.
Neun Herausforderer der Republikaner
Bisher präsentierten sich neun Politiker als Herausforderer des amtierenden Barack Obama. Es sind dies die Republikaner Jon Huntsman, Michele Bachmann, Ron Paul, Herman Cain, Mitt Romney, Newt Gingrich, Rick Perry und Rick Santorum. In einem neuerlichen 90 minütigen TV-Duell diskutierten sie in South Carolina über die wichtigsten außenpolitischen Themen der USA. Teilweise vertraten die republikanischen Politiker dabei sehr radikale Positionen. Einige Medien bezeichneten George W. Bush im Vergleich zu ihnen als Pazifisten. Grund genug, sich auch in Europa mit den Stellungnahmen der Herausforderer zu Themen wie Afghanistan, Iran und Foltermethoden zu beschäftigen.
Abzug aus Afghanistan und Folter durch „Waterboarding“?
Wie in den meisten Bereichen, so gibt es auch beim Thema „Afghanistan und Truppenabzug“ keine einheitliche Linie der Republikaner. Grundsätzlich ist der US-Rückzug aus Afghanistan für 2014 geplant. Jon Huntsman ist für einen Abzug der US-Truppen, da das Land seiner Meinung, alle wichtigen Ziele erreicht habe. Perry und Romney würden den Abzug der GIs lieber mit den örtlichen Kommandeuren besprechen, wiewohl Romney dennoch an 2014 festhalten möchte. In Bezug auf Foltermethoden durch die US Armee lagen die Positionen schon etwas weiter auseinander. Den Aussagen Herman Cains und Michele Bachmanns zu Folge, sollen bestimmte Foltermethoden wieder legalisiert und offiziell angewendet werden. Besonders das sogenannte „Waterboarding“, bei dem an dem Gefangenen das Ertrinken simuliert wird, solle erneut Anwendung finden. Dabei überbot Cain verbal Bachmann: Er regte an, die Entscheidung über Art und Anwendung der Foltermethoden der Militärführung zu überlassen. Diese Entscheidungsgewalt solle beim Militär und nicht mehr wie bisher bei den zivilen Vorgesetzten liegen. Dabei galt schon Michele Bachmann als "neue Sarah Palin" mit teilweise weit radikaleren, homophoben Ansichten ("Sarah Palin reloaded" von der Zeit online).
Ein neuer Krieg gegen Iran?
In Bezug auf den Iran und einen von Israel und den USA mehrfach angedeuteten „Präventivschlag“, lieferten sich die neun Kandidaten ebenso ein verbales Rennen. Der texanische Gouverneur Rick Perry (der bis dato mehrere Blackouts vor laufender Kamera hatte, zuletzt live auf CNBC) hielt sich bedeckt, was einen möglichen neuen Krieg anbelangt. Er deutete auf harte wirtschaftliche Sanktionen gegen Iran und dessen Zentralbank hin. Romney formulierte klarer: Mit einer Wiederwahl Obamas werde der Iran eine Atombombe besitzen, mit Romney nicht. Sowohl er als auch Gingrich gaben an, notfalls zu einem Militäreinsatz gegen den Iran bereit zu sein. Der ebenso aus Texas stammende Ron Paul hingegen schien sich eher über die Vorgangsweise einer etwaigen Kriegserklärung Sorgen zu machen: Demnach müsste zuerst der Kongress durch den Präsidenten aufgefordert werden, eine Kriegserklärung zu verabschieden.
Der Favorit ist Romney
Nicht erst seit gestern, sondern seit Monaten, gilt Mitt Romney als Favorit gegen den amtierenden Obama. Die Vorwahlen zur Entscheidung über den tatsächlichen republikanischen Herausforderer beginnen am 3. Jänner 2012 im Bundesstaat Iowa. Egal wer bei der Republikanern schließlich antreten wird, ein „Taube“ wird aus der Reihe der „Falken“ wohl nicht herauskommen können.
Quellen: morgenpost.de, focus.de, welt.de, diepresse.com, derstandard.at
Bildquellennachweis: Tim Reinhart / pixelio.de
