
- Icon des Autoren - Illustration: Friederike Rave
Die Aliens bombardierten die Erde. Sie entführten die Kinder. Sie machten sie zu Sklaven. Und sie kommen im Auftrag von Steven Spielberg.
Das Erfolgsduo Steven Spielberg und TNT
Spielberg und der amerikanische Kabelsender TNT tun es wieder zusammen. Nach den Miniserien "Taken" (2002) und "Into the West" (2005) folgt nun "Falling Skies". Die zehn Folgen umfassende 1. Staffel wurde von Spielberg produziert und Robert Rodat ("Der Soldat James Ryan") geschrieben. Mit 5, 9 Millionen Zuschauern, die beim Pilotfilm einschalteten und 5,6 beim Finale war die Produktion einer der Sommer-Serienhits dieses Jahres in den USA. Pro 7 zeigt die Serie seit dem 21. November 2011 immer montags ab 20.15 in Doppelfolgen.
Die Handlung
Sechs Monate bevor die Handlung einsetzt, griffen Aliens die Erde an. Diese bestehen aus den Reptilien artigen Skitters und deren Tötungsmaschinen den Mechs. Alle Großstädte zerstörten sie. Ein Großteil der Erwachsenen kam dabei ums Leben. Die Teenager wurden von ihnen entführt. An ihren Nacken haben sich Parasiten festgesaugt. Die Kinder handeln wie unter Drogeneinfluss und sind völlig willenlos. Für die außerirdischen Besatzer verrichten sie Sklavenarbeit, in dem sie für diese Metall-Abfälle sammeln.
Im Umkreis von Boston hat sich eine Gruppe von Widerstandskämpfern gebildet. An zweiter Stelle in der Befehlskette steht Tom Mason (Noah Wyler). Dieser war in seinem früheren Leben Professor für amerikanische Geschichte. Toms Frau kam bei dem ersten Angriff der Aliens ums Leben. Geblieben sind ihm drei Söhne. Der Teenager Hal (Drew Roy), der achtjährige Matt (Maxim Knight) und Ben (Connor Jessup), der sich unter den Entführten befindet. Toms Mission Ben zu befreien, führt immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Ex-Berufssoldaten Dan Weaver (Will Patton), der die Befehlsgewalt über die Widerständler inne hat.
"Falling Skies" bietet gute, gradlinige Science-Fiction-Kost
"Falling Skies" ist eine gelungene Mischung aus Science Fiction, Kriegs- und Familiendrama. Hier gibt es keine Überforderung des Zuschauers durch nur häppchenweise verabreichte Informationen, die in einer komplizierten Mythologie münden. Auch gibt es keine komplizierten Paralleluniversen oder Zeitsprünge wie in den Serien des Showrunners J.J. Abrams ("Lost"/"Fringe"). Gradlinige Science-Fiction, die dem Motto folgt: Wir gegen die. Und das auf mehreren Ebenen: Menschen gegen Aliens, Zivilisten gegen Militärs, Zivilisten untereinander oder Alt gegen Jung.
Herausragende Hauptdarsteller
Über das Thema der Kindesentführung wird es dem Zuschauer sehr leicht gemacht, sich für Tom Mason und seine Mission (Befreiung des Sohnes) zu interessieren und für deren Gelingen zu hoffen. Noah Wyler ("ER") überzeugt als tragischer Held wider Willen, der immer wieder hin und her gerissen ist zwischen seiner eigenen Mission und seinem Engagement für den Widerstand. Tatkräftige Unterstützung erhält Tom dabei von der Ärztin Anne Glass (symphytisch: Moon Bloodgood). Schließlich noch Will Patton, der jede Szene stiehlt, in der er auftritt.
Glaubhafte Spezialeffekte, gute Action, wenig Spannung
Die Mitarbeiter der Spezialeffekt- Abteilung haben gute Arbeit geleistet. Die Illusion ist glaubhaft, wenn etwa die sechsbeinigen Skitters über den Erdboden krabbeln. Oder die Mechs mit gewaltigem Getöse durch die Straßen stampfen. Der fast permanent verwendete musikalische Soundtrack ist sehr effektvoll darin, den Zuschauer entsprechend des Szeneninhalts zu emotionalisieren. Die Actionszenen sind gut choreographiert. Am Spannungsaufbau hätten die Macher allerdings noch arbeiten können. Selten wird in den ersten drei Folgen mit dem dramaturgischen Mittel des Suspense (Mehrwissen des Zuschauers) gearbeitet. Bis auf eine Szene im Lagerhaus kommt es immer sehr schnell zum Kampf, wenn Aliens und Menschen aufeinandertreffen. Da der Aufenthalt der Klitters und Techs jedoch bereits um zehn weitere Folgen verlängert worden ist, lässt sich an diesem Makel bestimmt noch etwas machen.
