
- Krimi-Icon - Illustration: Friederike Rave
Nach "Monk", "Psych" und "Burn Notice" kommt mit" White Collar" ein weiteres Erfolgsprodukt des US-Kabelsenders USA in die Primetime. Im Zentrum dieses Krimi-Procedural steht die Zusammenarbeit zwischen einem FBI-Agenten und einem Meisterdieb. RTL beginnt am 13. September 2011 mit der Ausstrahlung der 1. Staffel.
Die Vorgeschichte
Matt Bomer ("Chuck") spielt den Gentleman-Betrüger Neal Caffrey. 4 Monate bevor er seine mehrjährige Haftstrafe abgesessen hätte, bricht er aus einem Hochsicherheitsgefängnis aus, um seine ehemalige Freundin Kate aufzusuchen. Peter Burke (Tom Dekay), der FBI-Agent, der für seine Gefangennahme verantwortlich war, spürt ihn wieder auf und bringt ihn zurück hinter Gittern. Caffrey bietet Burke seine Mithilfe in einem Fall von Kunstfälschung an. Als Gegenleistung fordert er seine vorzeitige Haftentlassung. Eine elektronische Fußfessel soll dafür sorgen, dass er nicht fliehen kann. Nach anfänglichem Zögern willigt Burke in die Zusammenarbeit ein.
Der Gentleman-Betrüger Neal Caffrey
"White Collar"-Showrunner Jeff Eastin inszeniert Neal Caffrey als einen Nachfolger des legendären Brat Pack, dem u.a. Dean Martin und Frank Sinatra angehörten. Caffreys Auftritte sind stets untermalt mit jazzigen Soundracks. Er ist zudem adrett gekleidet und von der Natur mit strahlend blauen Augen beschenkt. Nicht nur die Serien-Charaktere, sondern auch die Zuschauer erliegen schnell seinem unwiderstehlichem Charme. Caffrey gelingt es nur mit Hilfe seines Lächelns und eines Komplimentes solchen Eindruck auf eine Millionärs-Witwe (Dinah Caroll) zu machen, dass er in ihrer 10 Millionen Dollar Villa in Manhattan günstig zur Untermiete wohnen kann. Doch dieser Dandy besitzt auch eine dunkle, tragische Seite. Wie ein Getriebener verfolgt er die Suche nach seiner Ex-Freundin und vermutet mehr hinter ihrem Verschwinden als das plötzliche Ende einer Liebesbeziehung. Ihm stets zur Hilfe steht sein Betrüger-Kollege Mozzie. Dessen Darsteller Willie Garson kennen viele Zuschauer als der Darsteller des homosexuellen Stanford aus "Sex and the City".
Der FBI-Agent Peter Burke
Den Gesetzen des Buddy-Genres folgend, übernimmt der Burke-Charakter den Gegenpart innerhalb dieses ungleichen Duos. Burke ist von bescheidener Natur. Er legt wenig Wert auf sein Äußeres, was sich dadurch zeigt, dass er bei Caffreys-Wiederverhaftung immer noch das gleiche Outfit trägt wie drei Jahre zuvor. Sein messerscharfer Verstand macht ihn zu einem Profi in seinem Beruf und ironisch kommentiert er seine Umgebung. Sein hohes, berufliches Engagement führt allerdings dazu, dass er seine stets verständnisvolle Ehefrau Elisabeth (die Valerie Malone-Darstellerin Tiffani Thiesen aus "Beverly Hills 90210") vernachlässigt. Im Gegensatz zu den Kriminellen, die er verfolgt, weiß Burke kaum etwas darüber, was seine Frau antreibt. So muss er Caffrey nach Rat fragen, womit er ihr zum Geburtstag eine Freude machen könnte.
Die Kritik zu "White Collar"
Dem Showrunner Jeff Eastin gelang nach drei gefloppten Serienprojekten mit "White Collar" der lang ersehnte Hit. Die Prämisse ähnelt der Serie "Ihr Auftrag, Al Mundy" (OT: "It takes a thief"). Robert Wagner spielte dort ein Meisterdieb und Playboy, der im Auftrag der Regierung seiner Profession nachging. Unterstützt von einem Soundtrack aus Easy-Listening und Jazz-Motiven ist dieses Krimi-Procedural von einem federleichten Charakter. Wie die Musik an die 1960er-Jahre erinnert, könnten auch die Bösewichte in ihrer überzeichneten Darstellung aus dieser Zeit stammen. Die Fälle sind so strukturiert, dass sie den Zuschauer zum Mitdenken bei deren Auflösung animieren. Sie spielen jedoch lediglich die Hintergrundmusik. Denn für eine große und sehr unterhaltsame, süchtig machende Show sorgen Caffrey und Burke schon ganz allein.
