Val di Fiemme - Predazzo und die Nordische Kombination 2012

Skisprung  - ÖSV
Skisprung - ÖSV
Val di Fiemme, das im Jahr 2013 die Nordische WM beherbergen wird, wartet im Februar auf die nordischen Sportler: Skispringer und Kombinierer.

Durch die Absage von Zakopane hat sich das gesamte Programm der nordischen Kombinierer ein wenig verschoben. Aber so dicht auf dicht kommt auch der Zuschauer nur selten in den Genuss von so unterschiedlichen Wettkampfformaten, wie Penalty-Race, Team-Sprint und der Gundersen-Methode.

Predazzo - Val di Fiemme

Der Wintersportort Predazzo (Pardatsch) befindet sich in den Dolomiten auf 1.014 m Höhe. Er liegt im Nordosten des Val di Fiemme (Fleimstal) in der Region Trentino. 2013 werden hier bereits zum dritten Mal nach 1991 und 2003 die Nordische Skiweltmeisterschaften ausgetragen werden, sodass die Rennen als eine kleine Vor-WM angesehen werden.

Februar 2012 - Nordische Kombination in Val di Fiemme (Predazzo) mit Penalty-Race und Team-Sprint

Freitag, der 3.Februar startet mit dem Penalty Race: 10.00 Uhr Skispringen, 13.30 Uhr Langlaufrennen (10 km). Das ist das Ersatzprogramm für Zakopane.

Samstag, dem 4. Februar folgt der Teamsprint: 10.00 Uhr Skispringen, 14.00 Uhr Langlaufrennen (2 x 7,5 km). Der erste Team-Sprint dieses Winters fand Dezember in Seefeld statt. Die Nase vorne hatten dabei die Franzosen mit einem überragend laufenden Lamy-Chappuis. Ob ihnen dies auch in Val di Fiemme gelingen wird?

Sonntag, den 5.Februar wird das Einzel Gundersen Rennen gestartet: 10.00 Uhr Skispringen, 12.30 Uhr Langlaufrennen (10 km). Mal sehen, welche Athleten die meisten Reserven haben.

Penalty-Race Ergebnis - Sieg für Lamy-Chappuis

Die beste Ausgangssituation für den Lauf, hat sich Bernard Gruber mit 136 Metern ersprungen. Er darf damit 10 Meter und 10 Sekunden vor den Verfolgern starten. Akito Watabe, Tino Edlemann, Jason Lamy Chappuis und Laheurte folgen ohne Strafrunde. Eric Frenzel ist mit einer Strafrunde durchaus mit dabei. Alessandro Pittin ist gestartet, aber mit einem schlechten Sprung arg im Hintertreffen.

Durch einen Startfehler wird die Meute gemeinsam mit Gruber von der Kette gelassen. Gruber wird dadurch immer zu seiner Zeit 10 Sekunden gutgerechnet. Tomasz Druml betätigt sich als Zuglokomotive für seinen Teamkollegen Gruber, den aber leider in der letzten Runde die Kräfte verlassen. Am Schluss setzt sich wieder einmal Jason Lamy-Chappuis durch. Die Deutschen sind als Mannschaft sensationell: 2. Kircheisen, 5. Frenzel, 7. Rießle, 8. Rydzek und knapp die Zehn verfehlt Edelmann als Zwölfter. Nur Kokslien, als Dritter, und Watabe, als Fünfter mischen sich unter das deutsche Gesamtpaket. Alessandro Pittin wird seinem Ruf als flinke Gämse in der Loipe gerecht und wird noch Zehnter. Gruber fällt auf Platz Neun zurück.

Team-Sprint mit Sieg von Norwegen vor Frankreich I und Frankreich II

Der Team-Sprint ist ein Format, das für den Zuschauer sehr viel Spannung und einen steten Wechsel bietet, den läufern selber aber durch die kurzen Sprints und die Pause, die überbrückt werden muss ohne auszukühlen, viel abverlangt. Spaß beim Zusehen macht der Team-Sprint allemal. Norwegen I setzte sich nach einer grandiosen Aufholjagd und sehr guter Lauftaktik vor Frankreich I und II durch. Team Deutschland I musste sich nur kurz vor dem Ziel geschlagen geben. Der junge Fabian Rießle erweist sich einmal mehr als Newcomer dieses Winters.

Einzel nach Gundersen - Sieg für Watabe

Der Japaner Akito Watabe feierte seinen ersten Weltcupsieg, Mikko Kokslien (NOR) wurde Zweiter und Bill Demong (USA) erreichte Rang 3. Die Deutschen gingen knapp vorbei - Plätze vier bis sechs: Rydzek, Frenzel, Edelmann. Bester Österreicher war heute Willi Denifl, der als 15. nach dem Springen noch auf Platz 9 vor lief.

Die Weltcup-Wertung bisher

In Führung (gelbes Trikot) liegt immer noch der Franzose Jason Lamy-Chappuis, gefolgt von Alessandro Pittin (ITA) und Watabe (JPN). Timo Edelmann ist Vierter. Dicht verfolgt von den anderen deutschen Kombinierern Frenzel, Kircheisen. Die starken Norweger Kokslien (5.), Krog, Moan und Klemetsen liegen dicht auf. Der beste Österreicher, Bernhard Gruber, liegt an zwölfter Stelle.

Val di Fiemme und Alessandro Pittin - (k)ein Happyend?

Immer besser war Alessandro Pittin, Jahrgang 1990 aus Tolmezzo,Provinz Udine, in Fahrt gekommen. War er vorerst nur immer wieder mit tollen Zeiten in der Loipe aufgefallen, gelangen ihm in den letzten Rennen immer wieder exzellente Sprünge. Kein Wunder also, dass er beim vermeintlichen Heimspiel von Lamy Chappuis in Chaux Neuve, dem Weltcupleader die Show stahl.

Chaux Neuve wurde für Pittin ein Glücks-Wochenende. Als erster Italiener gewann er eine nordische Kombination. Der Hattrick, also drei gewonnene Rennen an drei aufeinanderfolgenden Tagen, gelang vor ihm erstmals nur Björn Kircheisen in der Saison 2002/2003 in Trondheim.

Nun ist aber ungewiss, ob Pittin seinen Heimvorteil, heimisches Publikum, auch wirklich genießen kann. Beim Training Mitte Januar wurde der Italiener in Predazzo bei einem Trainingssprung von einer Windböe erfasst, es verdrehte ihn im Flug und er stürzte schwer. Auch wenn die Verletzungen glimpflich ausfielen (Prellungen), ist es derzeit noch nicht sicher, ob er starten kann.

Seidl und Orter verstärken das österreichische Team

Nach den durchwachsenen Leistungen in den Weltcuprennen bisher starten in Predazzo Bernhard Gruber, Mario Stecher, Christoph Bieler, Willi Denifl, Tomaz Druml, Tobias Kammerlander, Mario Seidl und Philipp Orter. Seidl und Orter feiern ihr Weltcup-Debüt. Beide haben durch gute Leistungen im Alpencup und im Continentalcup mehrmals aufgezeigt. Mario Seidl ist amtierender österreichischer Meister und freut sich auf seinen ersten Weltcup-Einsatz.

Welches Format wird sich in die Herzen der Zuseher kämpfen: Teamsprint oder Penalty-Race?

Der Team-Sprint, erstmals in Seefeld ausgetragen, gestaltete sich schon sehr spannend. Zwei Mann pro Team gehen auf den Bakken und anschließend in die Loipe. Die staffelartigen Übergaben nach jeder gelaufenen Schleife, diese Wechsel, wo sich auch immer wieder die Rangordnung verschieben kann, waren schon äußerst spannend zu verfolgen. Wird dieser Bewerb bleiben? Oder setzt sich das Penalty-Race durch? Spannend, ja das schon aber auch sehr unübersichtlich und das nicht nur für die Zuseher, sondern eindeutig auch für die Athleten. Denn der eine oder andere hat bei den Strafrunden den Überblick verloren und absolvierte im Eifer des Wettkampfes mal zu viele, mal zu wenige. Wahrscheinlich muss sich das Ganze erst einspielen, auch im Auge des Betrachters.

Der weitere Wettkampfkalender

Quellen: fiemme2013.com; Nordic-combined.net; ÖSV

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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