
- Geschenktüte zum Valentinstag - Tanja Hollerer
Beruft sich dieses Brauchtum in England als auch Amerika einer langen Tradition, hielt es in Österreich und Deutschland erst in den letzten Jahren vermehrt Einzug. Ebenso gegensätzlich sind die Meinungen zu diesem besonderen „Tag der Liebenden“. In unseren Breiten rankt sich der Valentinstag eher weniger um das Wirken des Bischof Valentin, welcher im dritten Jahrhundert nach Christus in Terni lebte und den Märtyrertod starb.
Die Legende verblasst im Angesicht des grellen Lichts der Valentinswerbereklamen!
Der Überlieferung nach verheiratete er mehrere Paare, welche nach kaiserlichem Befehl unverheiratet bleiben mussten. Die von ihm geschlossenen Ehen sollten sich als sehr langlebig erweisen und der Sage nach besiegelte er den Bund fürs Leben mit Blumen aus seinem eigenen Kräutergarten. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich jedoch schneller als besagter Mythos der Glaube, dass der Einfallsreichtum und die Großzügigkeit eines Valentinstagsgeschenkes auf den Wert einer Beziehung schließen lassen. Standen anfänglich Blumen oder eine Packung Pralinen im Mittelpunkt, gehen die “kleinen Aufmerksamkeiten“ heute eher zu Wellnesswochenenden oder teurem Schmuck. Auch die Herren der Schöpfung beginnen immer höhere Erwartungen an den Ideenreichtum der PartnerInnen zu stellen. Schließlich wird einem der oder die Angebetete doch das ein oder andere Sümmchen wert sein. Ist doch auch nur einmal im Jahr. An dieser Stelle seien auch die strikten Valentinstagsgegner erwähnt. Ist es euch denn wichtiger Geld zu sparen als die große Liebe zu ehren?
Wieviel ist uns Liebe wert?
Fragen über Fragen und Gewissensbisse über Gewissensbisse. Schließlich möchte man am Ende genau so wenig vom Partner oder der Partnerin vergessen werden als ausschließlich an einem bestimmten Tag seine oder ihre Wertschätzung zu erfahren. Doch brauchen wir Verliebten dazu ein fixes Datum? Müssen wir unsere Zuneigung auf Knopfdruck zeigen? Jedenfalls möchten uns diverse Floristen oder Süßwarenverkäufer dies gerne glauben lassen. Gerade an den Tagen vor dem 14. Februar weisen sie uns vermehrt darauf hin wie schnell und einfach wir das Liebesglück in Form von Rosen oder Schokolade erwerben können.
Sogar die Tierwelt kommt nicht zu kurz. Schenken sie doch ihrem treuherzigen, kleinen Hündchen oder dem niedlichen Schmusekätzchen einmal im Jahr ein ganz besonderes Leckerli. Hundefutter in spezieller Herzform oder ein Valentinsgeschenkkörbchen für die Katze. Auch vor unseren Haustieren macht der Konsumwahnsinn nicht halt.
Als Bischof Valentin seine Ehepärchen traute hätte er sich wohl niemals träumen lassen, dass ihm eines Tages weltweite Verehrung zu Teil werden würde. Gerade deshalb erhält ein altes Zitat von Hermann Hesse angesichts der aktuellen Thematik eine sehr zeitgemäße Bedeutung: „Liebe kann man erbetteln, erkaufen, geschenkt bekommen, auf der Gasse finden, aber rauben kann man sie nicht.“
