Valentinstag: Legende und Bräuche rund um die Liebe

Der Valentinstag - der Tag der Liebenden - Steffi Pelz/pixelio.de
Der Valentinstag - der Tag der Liebenden - Steffi Pelz/pixelio.de
Der Valentinstag am 14. Februar gilt als der Tag der Liebenden. Um seine Entstehung gibt es verschiedene Überlieferungen. Der Liebe tut dies keinen Abbruch.

Die Tradition des Valentinstags wird auf die Legende des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer 269 nach Christus starb. Eine andere Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia, das auf den 15. Februar fiel. Ebenso weit verbreitet ist das Fest für die römische Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie. Andere Überlieferungen berichten von einem altindischen Fest, das dem Gott der Ehe gewidmet war. Der orientalische Brauch, am 14. Februar seiner Angebeteten Liebesschwüre zu senden, deutet auf gemeinsame Wurzeln bei der Entstehung des Valentinstags hin. Wo auch immer die Wurzeln des Valentinstag wirklich liegen, der Tag wird mit Liebe in Verbindung gebracht, mit Beschenken und da vor allem mit Blumen.

Die Legende um den Valentinstag

Valentin war der Überlieferung nach ein armer Priester, der im dritten Jahrhundert gelebt hat. Anderen Quellen zufolge war Valentin Bischof von Terni. Er soll ein blindes Mädchen geheilt haben. Hilfe und Trost Suchenden schenkte er eine Blume aus seinem Garten. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. traute er Liebespaare nach christlichem Ritus. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, sollen der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden haben. Auf Befehl des Kaisers wurde er am 14. Februar 269 nach Christus enthauptet. Eine andere Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia, das auf den 15. Februar fiel. Das Fest ist der römischen Göttin Juno geweiht. Junge Mädchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen.

Brauchtum um den Valentinstag

Der Brauch, den Valentinstag als Tag der Liebenden zu begehen, geht wie bereits erwähnt unter anderem auf die römische Göttin Juno zurück. Juno wurden an ihrem Ehrentag Blumen geopfert, den Frauen schenkte man sie an diesem Tag. Am 14./15. Februar fanden schon zuvor die römischen "Luperkalien“ statt, das "Fest der Wölfin“. Dabei wurden die Geschlechtsreife-Rituale zur ersten Menstruation von Mädchen abgehalten sowie nach erlangter Reife Ehen geschlossen. Von diesem "Reinigungsfest" kommt der Monatsname Februar. Valentin zählt zu den volkstümlichsten Heiligen, vergleichbar mit Sankt Nikolaus oder Sankt Martin. Im Spätmittelalter wurde es besonders in Frankreich und England Brauch, dass am Valentinstag durch das Los 'Valentin und Valentine füreinander bestimmt' wurden. Die Überlieferung sagt, ein Mädchen werde den heiraten, den es am Valentinstag als ersten Mann erblickt. Heiratswillige Männer überbringen deshalb möglichst früh am Morgen einen Blumenstrauß.

Der Brauch des Valentinstags hat auch damit zu tun, weil Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Der in England und Frankreich verbreitete Glaube besagt, dass der Beginn der Paarungszeit der Vögel genau am 14. Februar, in der Mitte des zweiten Monats im Jahr ist. Im Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer "Parlament der Vögel" (Parliament of Fouls) ist zu lesen: "For this was sent on Seynt Valentyne's day, when every foul come there to choose his mate“, der damit wohl die erwachenden Frühlingsgefühle beschrieb. Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurückgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf Pepys' Liebesbrief antwortete. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der vornehmen englischen Gesellschaft nachgeahmt.

Die Kirche feierte seit Anfang des fünften Jahrhunderts am 14. Februar das Fest zur Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess). Laut mosaischem Gesetz musste ein Neugeborenes nach 40 Tagen in den Tempel gebracht werden. Da Weihnachten damals am sechsten Januar gefeiert wurde, fiel somit der 40. Tag nach der Geburt Jesu auf den 14. Februar. Die im Spätmittelalter entstandene Bezeichnung 'Vielliebchentag' gibt den Sinn des Valentinstags nicht nur sinnvoller wieder, sondern löst auch die historisch nicht nachweisbare Verbindung zum heiligen Valentin.

Wie der Valentinstag nach Deutschland kam

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die 'Neue Welt', die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam mit den hier stationierten US-Soldaten der Brauch nach Deutschland. Offiziell eingeführt wurde der Valentinstag 1950 in Nürnberg. Dort veranstaltete man den ersten Valentinsball. Heute schart sich eine ganze Industrie um den Valentinstag. Hersteller von Konfekt, Grußkarten, Parfüms und anderen kleinen oder großen Aufmerksamkeiten werben schon Wochen vorher um die Gunst der Welt der Verliebten. Aber der wichtigste Geschenkartikel zum Valeninstag sind und bleiben die Blumen. Und da wiederum gehört ein Strauß Rosen nach wie vor zu den beliebtesten Blumensträußen für diesen Tag.

Bildnachweis: © Steffi Pelz / pixelio.de

Annelore Poljasevic, Annelore Poljasevic

Annelore Poljasevic - Ich bin 1952 im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber geboren und habe (weil es sich so ergeben hat) den nüchternen Beruf der ...

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