
- Valladolid auf Yucatán in Mexiko - Constanze Ließ
Die meisten Besucher der berühmten Mayaruinen von Chichen Itzá lassen die kleine Kolonialstadt Valladolid links liegen und werden am Abend zu ihren Hotels in Cancún, Mérida oder Playa del Carmen zurück transportiert. Mitten auf einer der wichtigsten Touri-Routen Mexikos liegt das beschauliche Valladolid noch immer als Kleinod einer individuellen Besucherschar.
Valladolid auf Yucatán in Mexiko - Geschichte
Gegründet wurde Valladolid 1543 zunächst weiter im Norden der Yucatán-Halbinsel, wo es den spanischen Eroberern aber schnell zu schwül und zu moskitobevölkert wurde. Sie entschlossen sich deshalb Valladolid nach Zací zu verlegen, mitten in ein wichtiges Zeremonialzentrum der Maya-Bevölkerung. Es verwundert nicht, dass die Maya sich mit aller Gewalt gegen die Eindringlinge wehrten. Schließlich aber gelang es Francisco de Montejo dem Jüngeren, der sich bereits mit der Eroberung der Regionen von Mérida und Campeche einen Namen auf der Halbinsel gemacht hatte, die aufgebrachten Indígena niederzuschlagen. Eine neue Stadt wurde errichtet und nach gewohntem kolonialem Schachbrettstil um einen zentralen Platz angeordnet. Valladolid war neu entstanden.
Valladolid in Mexiko - Sehenswürdigkeiten und Praktisches
Mit 45.000 Einwohnern ist Valladolid die drittgrößte Stadt des Bundesstaates Yucatán. Sie liegt ideal angebunden nahe der mautpflichtigen Autobahn zwischen Mérida und Cancún sowie direkt am alten kostenlosen Highway, welcher parallel verläuft.
Für viele Besucher dient Valladolid als Stützpunkt für den Besuch der Maya-Ruinen von Chichén Itzá, was zum Aufbau einer beachtlichen touristischen Infrastruktur geführt hat. Es existiert eine beachtliche Auswahl kleiner, gemütlicher Hotels und Restaurants. Vor allem rund um die freundliche, dicht bewachsene Plaza genießen zumeist Europäer die kreativen Tortilla-Variationen und testen sich auch mal durch das Tequila-Angebot. Hektik scheint in Valladolid jedenfalls nicht im Wörterbuch zu stehen.
Prominenteste Sehenswürdigkeit Valladolids ist die Kirche San Bernardino de Siena mit ihrem angrenzenden Kloster Convento de Sisal. Das älteste Gotteshaus Yucatáns diente auch als Festung und wurde über dem Cenote Sis Ha errichtet. Er war der wichtigste Punkt eines früheren Kanalsystems, welches zur Bewässerung der umliegenden Gärten und Felder diente.
Mitten in einem kleinen Park kann ein weiterer Cenote, der Cenote Zací, zum Baden genutzt werden. Von diesen Brunnen, welche Ausgänge des gefluteten, unterirdischen Höhlensystems Yucatáns darstellen, existieren rund um Valladolid noch weitere.
Valladolid - Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Weil es sich in Valladolid gut aushalten lässt, ist es ein guter Tipp, um die nähere Umgebung zu erkunden. Denn da gibt es einiges zu sehen.
- Chichén Itzá - Mexikos berühmteste Maya- Ruinen
Der Eingang zu den Ruinen von Chichén Itzá liegt knapp 35 Kilometer entfernt von Valladolid. Sowohl per Bus als auch per Mietwagen erreicht man Mexikos bekannteste Zeugnisse präkolumbischer Hochkultur in nicht viel mehr als einer halben Stunde. Das solte man vor allem nutzen, um frühzeitig da zu sein, denn gegen Mittag überschwemmen täglich ganze Horden von Tagesausflüglern aus Mérida, Cancún und Playa del Carmen die Stätte. Bekanntestes Wahrzeichen von Chichen Itzá ist die Pyramide des Kukulkan mit ihrer perfekten Symmetrie.
- Ek' Balam - Faszinierende Maya-Stätte bei Valladolid
Noch weite Teile der archäologischen Stätte Ek' Balam ("Schwarzer Jaguar") liegen überwuchert unter Wurzeln und Geröll - ein echter Kontrast zum idealtypisch restaurierten Chichén Itzá mit seinem golfplatzkurzen Rasen. Die Akropolis von Ek' Balam misst ganze 160 Meter, die darauf thronende über 30 Meter hohe Hauptpyramide ist noch fast vollständig erhalten. Man darf auch hinaufklettern.
- Cenoten rund um Valladolid
Neben dem erwähnten Cenote Zací mitten in Valladolid selbst liegen rund um die Stadt noch weitere Cenoten, die einen Besuch wert sind. Am schönsten ist der Cenote Samulá etwa sieben Kilometer außerhalb, wo geheimnisvolle Wurzeln durch die Decken wachsen und mit dem kristallklaren Wasser ein märchenhaftes Bild ergeben. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt ein weitere Cenote namens Dzitnup, welche zum Schwimmen unter einer Stalaktiten-Decke einlädt.
Lesen Sie auch über die Maya-Ruinen von Edzná und über den Kalender der Maya.
Bücher zum Thema
- DUMONT Reise-Taschenbuch Yucatán & Chiapas, Autor: Hans-Joachim Aubert, DUMONT Reiseverlag 2009, ISBN 978-3770172863
- Lonely Planet Reiseführer Mexiko, Autoren: diverse, Verlag Lonely Planet 2009, ISBN 978-3829716420
