Die Verfilmung des ersten Teils der Vampirsaga "Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen" der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer schoss deutlich über die erwarteten Zuschauerzahlen hinaus.
Doch woran mag das liegen? Warum pilgern neben Vampiranschmachtenden Teenies auch wesentlich ältere Generationen des weiblichen Geschlechts ins Kino um sich die Geschichte von Edward (Robert Pattinson), dem Vampir, und Bella (Kristen Stewart), der siebzehnjährigen Highschool Schülerin, anzuschauen?
Eine Romanze mit einem Vampir
Vielleicht, weil es die unschuldigste und romantischste Love Story ist, die das Publikum seit langer Zeit wieder bereit ist zu sehen und auch zu glauben! „Twilight“ steht aber nicht nur für das Motiv der unerreichten und verbotenen Liebe, sondern erntet Dank der mystischen Hauptfigur Edward Cullen auch den Fantasiebonus. Vampire, die es wissenschaftlich gesehen nie gegeben hat, um die sich aber etliche Legenden und Rätsel ranken, strahlen eine zeitlose Faszination aus. Was wäre, wenn es sie doch gegeben hat oder sogar noch gibt? Ist es möglich, dass wir uns vielleicht schon einmal in einen Vampir verliebt haben ohne es zu wissen? All diese Fragen nähren den Mythos des unerforschten Wesens und beeindrucken eben nicht nur die meist noch naive Teenagergeneration.
Reiz des Unbekannten
Vampire sind eine unerforschte Spezies, die in der menschlichen Vernunft überhaupt nicht existiert, da es keine fassbaren Beweise dafür gibt. Einem Sprichwort zufolge sollte man in Sachen Liebe nicht immer auf den eigenen Kopf hören, sondern lieber seinem Herzen folgen. Der Verstand wird ausgeschaltet und man handelt nur noch nach dem eigenen Bauchgefühl. Das bietet eine simple Erklärung dafür, wieso sich Frauen egal welchen Alters dazu verleiten lassen einem Gefühl nachzugeben, von dem sie wissen, dass es nicht real sein kann. Sie vertrauen auf ihr Herz, welches von der Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen einem Vampir und einer Sterblichen gefangen genommen wurde. Der Vampir symbolisiert hier den Reiz des Unbekannten. Die Anziehungskraft, die er auf die Sterbliche Bella ausübt ist stärker als ihre Vernunft, da es um Liebe geht.
Liebe und Gefahr
Das ständige Hin und Her, Auf und Ab zwischen Bella und Edward verdeutlicht den Wechsel zwischen Liebe und Gefahr, der im Film nur allzu deutlich wird. Diese zwei Komponenten dürften auch dafür verantwortlich sein, dass es sich bei diesem Mix aus Fantasy, Horror und Romanze nicht um einen ausschließlich an ein pubertierendes Schulmädchenpublikum gerichteten Kinohit handelt.
Nach all den leichtfüßigen Kinoromanzen Hollywoods wünschen sich die Göttinnen der Schöpfung eben einmal mehr zurück in das herzzerreißende Schicksal von Romeo und seiner Julia.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Edward und Bella ein ebenso tragisches Ende ereilt. Die Fortsetzung "New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde ist bereits in Produktion und kommt am 26. November 2009 in die deutschen Kinos.
