Vampir-Romane "Black Dagger" von J.R. Ward

Rezension einer romantischen Mystery-Geschichte um Blutsauger

J.R. Ward: Black Dagger - Heyne-Verlag
J.R. Ward: Black Dagger - Heyne-Verlag
J.R. Ward mischt in „Black Dagger" Elemente von Liebesromanen und Horrorgeschichten um Vampire à la „Blade". Das Ergebnis: Sex, Blood and Action.

Die Zahl der Vampire in der Literatur ist kaum mehr überschaubar, auch sind die Blutsauger sehr unterschiedlich angelegt. Mal reicht ein Biss, damit ein Vampir einen Menschen verwandeln kann, mal muss der Mensch Vampirblut trinken. Mal hilft Knoblauch oder ein Kruzifix, und in manchen Romanen können sich Vampire sogar am helllichten Tag frei bewegen. Bei J.R. Ward sind die Vampire eine eigene Rasse mit Kriegerkaste: den „Black Dagger“. Diese Bruderschaft schützt ihre Artgenossen vor den sogenannten Lesser, seelenlosen Menschen, die die Vampire ausrotten wollen.

Vampir-Bücher um die Bruderschaft „Black Dagger“

Zum Auftakt der Serie gerät Beth Randall in diesen Krieg hinein. Als Kind einer menschlichen Frau und eines Vampirs steht sie kurz vor der Verwandlung in einen Blutsauger. Sie weiß allerdings nichts davon und glaubt daher auch Wrath nicht, als das Oberhaupt der Black Dagger ihr ihr Erbe erläutern will. Sie fühlt sich einerseits zu dem Vampir hingezogen, ist aber andererseits von der Gewalt und den moralischen Vorstellungen Warths abgeschreckt. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht – ohne das Blut eines männlichen Vampirs wird Beth sterben.

Bücher mit detaillierten Sex-Szenen und Action

Die Amerikanerin J.R. Ward (eigentlich Jessica Bird) feiert mit ihrer Black-Dagger-Reihe große Erfolge in den USA und Europa. Sie ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der Romantacy oder romantischen Mystery. „Dark Lover“, so der Titel des ersten Bandes, gibt die Richtung der Serie vor: viel Erotik wird garniert mit einem Schuss blutiger Action und einer Rahmenhandlung, bei der es um den Konflikt zwischen Vampiren und den Lesser geht. Die Bücher sind ähnlich aufgebaut wie klassische Liebesromane, auch wenn die ausführlich beschriebenen Sex-Szenen doch über das dort Übliche hinausgehen. Die Handlung ist eher einfach gestrickt, aber gut aufgebaut. Ward hält die Sprache simpel, wobei der Slang des Originals in der Übersetzung etwas verloren geht. Die Black Dagger erinnern insgesamt stark an die Vampirfiguren in „Blade“, mit ihrer Lederkleidung, den coolen Sonnenbrillen und der Vorliebe für Hip Hop. Originell ist die Grundidee, dass die Vampire nur durch das Blut des jeweils anderen Geschlechts überleben können, was zu interessanten Mann-Frau-Konflikten führt.

Sonderedition mit Bonusmaterial

Auf Deutsch sind bereits zehn Romane erschienen, wobei der erste zunächst auf zwei Romane aufgesplittet worden war. Der Heyne-Verlag hat in einem Sonderband „Dark Lover“ auch am Stück herausgebracht. „Black Dagger“ liest sich so wesentlich flüssiger, weil die Verknüpfung der Handlungsstränge sich in dieser Sonderedition schneller erschließt. Für Fans hat der Verlag zudem einen 16 Seiten langen Bonusteil angehängt, mit Zeittafel und näheren Angaben zu den Hauptfiguren Wrath und Beth. Das ebenfalls angehängte PR-Interview mit der Autorin bietet hingegen kaum Informationen.

J. R. Ward: Black Dagger. Heyne 2009. Taschenbuch, 576 Seiten (inklusive Bonusmaterial). Euro 10,00 (Österreich 10,30).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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