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Vancouver Canucks Favoriten auf den Stanley Cup

Das Logo der Vancouver Canucks - Repro: Cord Heine
Das Logo der Vancouver Canucks - Repro: Cord Heine
Vor den NHL-Playoffs haben die Vancouver Canucks die Favoritenrolle inne. In der regulären Saison ließen sie Rekorde purzeln. Folgt jetzt der Stanley Cup?

Sie hatten soeben Geschichte geschrieben, vier Spiele vor dem Ende der regulären Saison. Doch viel Zeit zum Feiern erlaubten sich die Eishockeyspieler der Vancouver Canucks nicht. Keine “High Fives” in der Kabine nach dem 3:1-Sieg gegen die Los Angeles Kings vor abermals ausverkauften heimischen Rängen, kein gegenseitiges Schulterklopfen. Stattdessen machte sich eine spürbare Entschlossenheit im Team des deutschen Nationalspielers Christian Ehrhoff breit, nachdem die Kufencracks aus der kanadischen Olympiastadt erstmals in der Klubgeschichte und noch dazu vorzeitig die Presidents Trophy als punktbestes Team der Saison erobert hatten. Ehrhoff erzielte dabei den Treffer zum 2:1-Zwischenstand für Vancouver, spektakuläre 0,9 Sekunden vor Ende des 2. Drittels.

Vancouver Canucks nicht mehr von Platz eins in der NHL zu verdrängen

Die Canucks, soviel steht schon eine Woche vor dem Ende der regulären Spielzeit unwiderruflich fest, sind das erfolgreichste Team in der National Hockey League (NHL). Mit der beeindruckenden Bilanz von bisher 52 Siegen, 17 Niederlagen, 9 Extrapunkten aus Partien, die in die Verlängerung gingen, und insgesamt 113 Zählern ist Vancouver in dieser Saison nicht mehr von Platz eins in der NHL zu verdrängen.

Schon reifen an Kanadas Westküste wieder Träume nach einem neuerlichen Triumph auf Eis heran: Holen die Canucks nach zwei vergeblichen Anläufen 1982 und 1994 diesmal endlich den Stanley Cup und versetzen die Metropole in einen ähnlichen Jubeltaumel wie es das Nationalteam vor Jahresfrist in Vancouver mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille getan hatte?

Doch aller Ruhm nach 82 Saisonspielen ist bestenfalls auf dem Briefkopf von symbolischem Wert. Denn auch in der NHL beginnt die Saison nach der langen “Vorrunde” mit den Playoffs praktisch wieder von vorn. Das wissen natürlich auch die Canucks-Stars wie Kapitän Henrik Sedin oder Torwart-Hüne Roberto Luongo.

Für Vancouvers Keeper Luongo zählt nur der Stanley Cup

“Wir sind nicht in die Saison gestartet, um die Presidents Trophy zu gewinnen. Wir wollen den Stanley Cup”, sagte der ehrgeizige Goalie voller Entschlossenheit. Und Sedin zuckte nur mit den Schultern als er gefragt wurde, was ihm der erste Platz und die Presidents Trophy bedeuteten. “Nicht viel”, suchte der schwedische Canucks-Kapitän nach Worten, “nach der Saison heißt das nicht viel. Was zählt ist allein, was wir in den Playoffs erreichen. Und das wissen wir.”

Dass Vancouver in seiner 40. Jubliäums-Saison in der NHL mit der Favoritenbürde in die Playoffs startet, liegt bei weitem nicht allein an der besten Punktausbeute seit Bestehen der Mannschaft und des Franchises. Die Canucks sind zum Top-Team gereift, weil die mannschaftliche Geschlossenheit zur größten Stärke der Truppe von Cheftrainer Alain Vigneault geworden ist. Das Team verstand es meisterlich, Verletzungen wichtiger Spieler zu überbrücken und diese Leistungsdichte ist es, die den Grundstein zum bisherigen Erfolg gelegt hat. Verteidiger Keith Ballard verpasste 17 Partien, seine Defensivkollegen Kevin Bieksa (16 Spiele), Alexander Edler (29), Dan Hamhuis (15) und Sami Salo (55) fehlten ebenfalls häufig auf dem Eis.

Vancouver Canucks lassen Klubrekorde purzeln

Dennoch haben die Canucks, salopp übersetzt mit “Kanadier”, schon vor den letzten vier Saisonspielen einen Klubrekord nach dem anderen verbessert. Die meisten Punkte (113), die meisten Siege (52), die meisten Auswärtserfolge (26) sowie die beste 20-Spiele-Bilanz (17-1-2) in der Teamhistorie - zwischen dem 24. November 2010 und dem 8. Januar 2011 gewann Vancouver 17 Mal, verlor nur eine Partie und ging zwei Mal in die “Overtime”.

Dazu kommen weitere imposante Fakten: Die Canucks haben die meisten Tore aller 30 NHL-Teams erzielt (253), die wenigsten Gegentreffer kassiert (177) und zudem die besten Prozentsätze im Powerplay beziehungsweise im Penalty-Killing aufzuweisen (24,7% und 86,6%). In Daniel Sedin hat Vancouver den derzeit besten NHL-Punktesammler in seinen Reihen (100 Zähler für 41 Tore und 59 Vorlagen). Und Daniels Zwillingsbruder Henrik, der diese Wertung in der vergangenen Saison gewann, ist momentan schon wieder Dritter mit 91 Punkten (19 Treffer, 72 Assists).

Doch damit nicht genug - als Gewinner der Presidents Trophy genießen die Vancouver Canucks nun automatisch immer dann Heimvorteil, sollte es in den bevorstehenden Playoff-Runden zu einer alles entscheidenden 7. Partie kommen. Bei so vielen Superlativen fragen sich Beobachter und Fans inzwischen nur noch, wer Vancouvers Überflieger-Team auf seinem Weg zum ersten Stanley-Cup-Triumph eigentlich noch ins Schlittern bringen und stoppen kann.