Ist die Familienplanung eine abgeschlossene Sache, entscheiden sich immer mehr Frauen und Männer für die Sterilisation. Auch wenn die Tatsache der Endgültigkeit der Entscheidung für manche eine gewisse Abschreckung mitsichbringt, hat diese Form der Verhütung auch wesentliche Vorteile gegenüber Hormonpräperaten oder anderen Verhütungsmitteln.
Was ist eine Sterilisation?
Die Sterilisation ist eine operative Methode mit dem Ziel einer dauerhaften Unfruchtbarkeit.
Sterilisation beim Mann
Bei der Sterilisation des Mannes, Vasektomie genannt, werden die Samenleiter chirurgisch durchtrennt und die Enden verschlossen. Eine Vasektomie ist ein relativ einfacher Eingriff (20 bis 30 Minuten), der meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird.
Wie sicher ist eine Vasektomie?
Die Vasektomie ist eine zuverlässige Verhütungsmethode. Nur ein Mann unter 400 sterilisieren Männern bleibt wider Erwarten zeugungsfähig.
Sterilisation bei der Frau
Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter operativ durchtrennt. Die Eileiterdurchtrennung wird mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) unter Vollnarkose vorgenommen und kann problemlos ambulant durchgeführt werden. Die Hormonproduktion, Lust auf Sex und der monatliche Zyklus sind vom Eingriff nicht betroffen und nach der Sterilisation unverändert.
Ist eine Sterilisation endgültig?
Beim Mann:
Die Entscheidung für eine Vasektomie sollte im Vorfeld gut überlegt werden, da sie nur unter bestimmten Bedingungen wieder rückgängig gemacht werden kann.
Bei Männern beträgt die Wahrscheinlichkeit unter 50 Prozent, dass eine Sterilisation rückgängig gemacht werden kann. Nach der Sterilisation bilden ca. 60% der Männer Antikörper gegen ihren eigenen Samen. Aus diesem Grund können nur 30 bis 50% der Männer ein Kind zeugen, auch wenn der Samenleiter erfolgreich (ca. 80%) durchgängig gemacht wurde. Je länger die Sterilisation zurückliegt, umso unwahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Refertilisation (Widerfruchtbarmachung).
Das Rückgängigmachen einer Sterilisation ist nicht immer erfolgreich und kostet zwischen 2.000 und 4.000 Euro.
Bei der Frau:
Eine Sterilisation der Frau ist praktisch nicht wieder rückgängig zu machen.
Was kostet eine Sterilisation?
Die Kosten für eine Vasektomie liegen bei 250 bis 400 Euro und sind in der Regel privat zu tragen.
Die Kosten der Sterilisation der Frau, einschließlich der Narkose, liegen je nach Methode zwischen 600 und 1.000 Euro. Nur in bestimmten medizinischen Fällen übernimmt die Krankenkasse einen Teil.
Welche Risiken birgt eine Sterilisation?
Beim Mann:
Nach der Operation können Blutungen, Infektionen, Entzündungen des Wundgebietes auftreten. Auch können Gefäße verletzt werden und so eine Mangeldurchblutung des Hodens zur Folge haben.
Bei der Frau:
Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen innerer Organe oder Entzündungen können wie bei jeder Operation im Bauchraum vorkommen, sind aber insgesamt selten.
Was, wenn man nach einer Sterilisation dennoch Vater werden will und das Rückgängigmachen des operativen Eingriffs nicht möglich ist?
Als Mann hat man die Möglichkeit sich vor einer Vasektomie zu überlegen, ob man den Samen nicht in einer Samenbank einfriert und aufbewahren lässt. Bei minus 150 Grad Celsius ist Sperma nahezu unbegrenzt haltbar. Dies ist natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden.
