"Veer & Zaara – Die Legende einer Liebe" Ein gelungenes Comeback

Veer & Zaara Filmplakat - http://www.nicewallpapers.info/pics/movies/veer-za
Veer & Zaara Filmplakat - http://www.nicewallpapers.info/pics/movies/veer-za
Nach sieben Jahren kehrt der Meisterregisseur Yash Chopra mit einer bewegenden Geschichte über eine Liebe, die alle Grenzen überwindet zurück. (Spoiler)

„Veer & Zaara“ ist die Liebesgeschichte eines indischen Idealisten und einer willensstarken Pakistanerin. Yash Chopra zeigt in diesem Film viele seiner persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Entwurzelung. Dieser Film bewegte Menschen auf der ganzen Welt.

Der Kampf für Gerechtigkeit

Seit 22 Jahren sitzt Veer Pratap Singh (Shah Rukh Khan) in einem pakistanischen Gefängnis. Kein einziges Wort hat er in dieser Zeit gesprochen und niemand kennt seinen wahren Namen. Die junge pakistanische Anwältin Saamiya Siddiqui hat sich in den Kopf gesetzt, dieses Schweigen zu brechen und seine Geschichte zu erfahren. Sie kämpft dabei um die Gleichberechtigung der Frauen in Pakistan, denn niemand könnte mehr die Kompetenz von weiblichen Anwälten anzweifeln. Langsam gewinnt sie durch Offenheit und Verständnis sein Vertrauen und bringt ihn dazu von seiner Vergangenheit zu erzählen.

Eine schicksalhafte Begegnung

Veer war Pilot eines Rettungshubschraubers. Er kümmerte sich um die Sicherheit in den Bergen nahe der indisch-pakistanischen Grenze. Bei einem Einsatz rettet er die hübsche Zaara (Preity Zinta) aus einem verunglückten Reisebus. Noch am selben Abend trifft er die junge Frau wieder und erfährt, dass Zaara aus Pakistan stammt und die Asche ihrer verstorbenen indischen Amme in ihrer Heimat bestatten will. Beeindruckt durch ihre Entschlossenheit, beschließ er ihr zu helfen und Zaara kann so den Wunsch ihrer Amme ohne weiter Zwischenfälle erfüllen. Sie ist überglücklich und möchte sich gerne bei Veer revanchieren. Veer bittet sie daraufhin einen Tag mit ihm zu verbringen. Nach kurzem Zögern willigt sie ein und gemeinsam besuchen sie Veers Heimatdorf.

Ein Tag voller Freunden

Dort angekommen, lernt Zaara die Eltern von Veer kennen. Das Ehepaar hat das Dorf damals aus dem Nichts aufgebaut. Dank ihrer Bemühungen gibt es dort ein Krankenhaus und eine reine Jungenschule. Zaara positiver Eindruck ist dadurch zunächst getrübt und sie weiß Veers Vater Chaudhary Sumer Singh (Amitabh Bachchan) darauf hin, dass Mädchen nicht nur für den Haushalt zuständig seinen, sondern dass sie ebenso gut wie Jungen ein Recht auf Bildung haben. Zu Zaaras Überraschung beschließt Chaudhary noch am selben Tag eine Mädchenschule zu bauen und Zaara ist durch soviel Aufgeschlossenheit ganz überwältigt. Am Abend wir dann noch Lodi gefeiert und es wird getanzt, gesungen und viel gelacht. Am nächsten Morgen muss Zaara wieder zurück. Chaudhary hat längst bemerkt, dass Veer sich in Zaara verliebt hat, allerdings traut sich Veer nicht seine Gefühle offen auszusprechen. Er bringt Zaara zum Bahnhof, wo die beiden eine Überraschung erwartet. Razaa Shirazi, Zaaras Verlobter ist gekommen um sie abzuholen.

Über die Grenze hinaus

Zaara war schon lange Razaa Shirazi versprochen, da die Hochzeit eine Allianz zwischen den beiden einflussreichen Familien sein soll. Dass Zaara Razaa nicht liebt, spielt dabei keine Rolle und nur ihre Hausangestellte Shabbo weiß um die Gefühle für Veer. Als Shabbo Zaaras Verzweiflung nicht mehr ertragen kann, ruft sie Veer an und bittet ihn, Zaara aus der misslichen Lage zu befreien. Ohne zu zögern bricht er nach Pakistan auf und trifft Zaara wie mit Shabbo vereinbart in einem Tempel, wo sie glücklich in seine Arme fällt.

Die Rache von Razaa Shirazi

Zaaras Familie ist zutiefst bestürzt von Zaaras Verhalten. Die Hochzeitspläne bleiben jedoch bestehen und Zaaras Mutter appelliert an die Vernunft der beiden Verliebten, ihre persönlichen Wünsche hinter die Familienpflicht zustellen, da die Verbindung durch die Heirat, Zaaras Vater alles bedeutet. Veer und Zaara lassen sich überzeugen und nehmen endgültig Abschied voneinander. Der gekränkte Razaa sinnt dennoch auf Rache und sorgt dafür, dass Veer aufgrund falscher Anschuldigungen in ein pakistanisches Gefängnis gebracht wird und verspricht ihm Zaara das Leben zur Hölle zu machen, sollte er versuchen frei zu kommen.

Das Ende eines langen getrennten Weges

Da Veer auch nach all den Jahren nicht bereit ist sein Schweigen zu brechen, bricht Saamiya nach Indien in sein Heimatdorf auf, um seine Eltern zu treffen. Diese sind jedoch bereits verstorben. Als Saamiya aufbrechen will, trifft sie auf die einzige Person, die Veers Geschichte belegen kann: Zaara. Kurz nach der Hochzeit wurde Zaara gesagt, dass Veer tödlich verunglückt sein auf den Weg nach Indien. Erschüttert lässt sie sich scheiden und lebte fortan bei Veers Eltern, wo sie Veers Wunsch erfüllen wollte. Saamiya nimmt Zaara mit nach Pakistan, damit die beiden sich nach 22 Jahren wiedersehen können. Das Gericht erkennt Veers Unschuld an, sodass Veer und Zaara doch noch das gemeinsame Leben führen können, was sie unwiderruflich verloren glaubten.

Indien und Pakistan: Zerstrittene Nachbarn

„Veer & Zaara“ ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein Friedensappell an die Menschen in Indien und Pakistan. Die Gründe für die Auseinandersetzung der beiden Länder findet man in der Geschichte. Als die Engländer ihr Kolonialgebiet aufgaben, entstanden zwei Statten: das muslimische Pakistan und das hinduistische Indien. Viele Menschen waren deswegen gezwungen ihre Heimat zu verlassen. In Kaschmir ist diese Trennung immer noch nicht beendet, da beide Länder Anspruch auf das Territorium erheben.

In „Veer & Zaara“ spielen Religion oder Nationalität keine Rolle. Ihre Liebe kennt keine Kompromisse. Der Film spiegelt Hoffnung auf Frieden wieder. Und diese Hoffnung lebt immer noch. Interessant ist, dass die direkte Buslinie, die es im Film gibt gar nicht existierte. Allerdings gibt es sie seit 2005, ein Jahr nachdem der Film erschien, seit 60 Jahren wieder. Die Hoffnung wurde somit nicht enttäuscht.

Shah Rukh Khan, Preity Zinta und Rani Mukherji als Friedensboten

Mit Shah Rukh Khan und Amitabh Bachchan sind wieder die beiden männlichen Superstars zweier Generationen mit von der Partie. Preity Zinta überzeugt durch ihre schauspielerische Leistung und ihre Natürlichkeit, sympathisch-fröhlichen Ausstrahlung. Rani Mukherji wirkt als kämpferische Anwältin zurückhaltend aber auch willensstark. Das Gedicht, welches Veer am Ende im Gerichtssaal aufsagt, hat Shah Rukh Khan persönlich verfasst und selbst Yash Chopra wusste nicht was auf ihn zukam. Als Shah Rukh Khan das Gedicht schließlich vor der Kamera in Szene setzte und jeder war zu Tränen gerührt. Der erste Versuch war bereits die perfekte Aufnahme.

Und das soll der Film auch. Zu Tränen rühren und zum nachdenken anregen.