Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland und in Europa weiter zu reduzieren. Jahr für Jahr landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Abfalltonne. Diese 11 Millionen Tonnen entsprechen einem Wert von 21,6 Milliarden Euro.

„Zu gut für die Tonne“

Bereits im Frühjahr 2012 hatte Aigner zusammen mit dem gastronomischen Bundesverband DEHOGA, der auch für die verbraucherfreundliche Hotelklassifizierung in Deutschland zuständig ist, die Aktion „Zu gut für die Tonne“ ins Leben gerufen. Damit sollen möglichst viele Menschen, die an der langen Kette „vom Acker bis auf den Teller“ angesprochen werden, um die Lebensmittelverschwendung nennenswert zu verringern. Ziel der Europäischen Gemeinschaft und damit auch jedes einzelnen Mitgliedslandes ist es, bis zum Jahr 2020 die Menge der in den Müll gegebenen Lebensmittel um 50 Prozent zu verringern.

Die segensreiche Arbeit der Tafeln

In Deutschland gibt es eine wachsende Zahl von gemeinnützigen Tafeln, die sich im Bundesverband der tafeln zusammengeschlossen haben. Augenblicklich gibt es rund 900 Tafeln mit zusammen mehr als 3000 Ausgabestellen. Bei den Tafeln engagieren sich rund 50.000 meist ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die genießbare Lebensmittel an Bedürftige weiter verteilen. Diese Lebensmittel sind sehr gut genießbar und werden den Tafeln gespendet, weil zum Beispiel die Verpackung beschädigt war und die Ware deshalb nicht mehr verkauft werden kann oder die Brötchen bis kurz vor Feierabend nicht verkauft wurden. Neben der direkten Ausgabe an Bedürftige dienen die Tafeln auch als „Durchgangsstation“, wenn Lebensmittelspenden bei ihnen abgegeben werden und die Tafeln diese dann an soziale Einrichtungen weiterleiten. Somit stellen die Tafeln in Deutschland ein Stück sozialen Gemeinsinn dar..

Aigner betonte bei einem Besuch der Münchner Tafel: „Die Tafeln leisten einen wichtigen Beitrag für Bedürftige. Die Tafeln in Deutschland geben jede Woche zehntausende Tonnen genießbare Lebensmittel an Bedürftige ab. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier ehrenamtlich leisten, verdient hohe Anerkennung und Respekt“. Aigner warb bereits in der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“ für mehr Beachtung der Tafeln und band eine Tafel mit in die Kochshow ein.

Der neue Ratgeber zur Rechtslage bei der Weitergabe von Lebensmitteln

Das Bundesverbraucherschutzministerium will die Abgabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen erleichtern und hat deshalb den für alle Spender von Lebensmitteln sehr notwendigen und für die Rechtssicherheit erforderlichen Ratgeber „Leitfaden für die Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen – Rechtliche Aspekte“ herausgegeben und am 7. September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Ratgeber erläutert die Notwendigkeit, das Wegwerfen von Lebensmitteln zu verhindern und widmet sich zum Schluss den wichtigen Fragen der Personen und Firmen, die mit ihren Lebensmitteln Bedürftigen helfen wollen. Dabei geht es um Fragen der Produkthaftung und Gewährleistung, die Weitergabe von Produkten an und durch soziale Einrichtungen, um sichere und nicht sichere Lebensmittel, um Mindesthaltbarkeits-, Verbrauchs- und Verkaufsdatum, um die hygienische Weitergabe von offener Ware und Fragen der Rückverfolgbarkeit der Ware.

Quellen: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MELV), Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA)