Für Vereine gibt es keine Garantie, ob sie dauerhaft existieren oder nicht. Jeden Tag muss ein Verein sich seinen Aufgaben stellen und sich aufs Neue beweisen. Wichtig dabei ist, dass die Vereinsmitglieder sich mit dem Verein und seine Ziele identifizieren. Ebenso ist ein gutes Finanzmanagement und Controllingverfahren unerlässlich will der Verein als Non-Profit-Unternehmen lange im Geschäft bleiben. Diese fünf Regeln helfen den Vereinen, die Finanzen im Blick zu behalten und sinnvoll einzusetzen.
Erste Regel: Erst das Geld, das auf dem Vereinskonto eingegangen ist, steht dem Verein auch zur Verfügung
Auf Vereine kommen viele verschiedene Kosten zu. Das Finanzierungsspektrum reicht dabei von einfachen Büromaterialien, Personalkosten, Werbungskosten, Miete bis hin zu vereinsspezifischen Kosten, die ein Verein jedes Jahr aufbringen muss. Deshalb ist der richtige Umgang mit den finanziellen Mitteln enorm wichtig. Das geht aber nur, wenn der Vereine sich immer wieder Bewusst macht, dass erst das Geld, das wirklich auf dem Vereinskonto eingegangen ist, dem Verein auch real zur Verfügung steht. Nur allein die Zusage der Mitgliedschaft, einer Geldspende, öffentliche Zuschüsse oder andere finanzielle Unterstützungen zu erhalten nützen dem Verein nichts. Diese Einnahmen existieren nur virtuell.
Zweite Regel: Kosten-Nutzen-Analysen zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit
Für Vereine mit vielfältigen Angeboten ist es enorm wichtig, die Wirtschaftlichkeit der einzelnen alten und neuen Angebote und anstehenden Projekte durch Kosten-Nutzen-Analysen zu prüfen. Bei einer Kosten-Nutzen-Analyse werden so alle anfallenden Kosten, der Nutzen und die voraussichtlichen Einnahmen im Verhältnis zueinander gesetzt. Diese Maßnahme hilft dem Verein bei der kostenbewussten Entscheidung für oder gegen ein neues Angebot, Projekt, Änderung/Erweiterung des Vereinszwecks oder Ähnliches.
Dritte Regel: Projekte nur mit Kostenkontrolle realisieren
Projekte wie der Aufbau neuer Angebote, die Durchführung von Meisterschaften und anderen Veranstaltungen bedeutet, zu Beginn eine Finanzplanung zu erstellen. Diese Finanzplanung muss laufend überwacht werden, um bei finanziellen Problemen rechtzeitig reagieren zu können.
Vierte Regel: Finanznot als Chance sehen, um alte Traditionen zu verlassen
Gerät ein Verein in Finanznot, dann sollte sie dieses nicht als Niederlage sehen und an eine Auflösung des Vereins nachdenken, sondern dies vielmehr als Chance sehen. Die Chance alte Vereinstraditionen zu verlassen und neue Wege zu gehen. Gerade die alten Traditionen hindern Vereine oftmals daran, sich weiter zu entwickeln und sich neuen Trends zu öffnen.
Fünfte Regel: Sich nicht auf Zuschüsse verlassen, sondern die eigene Finanzkraft steigern
Die Erfahrung in Vereinen zeigt, dass Vereine trotz öffentlicher Zuschüsse immer mehr darauf angewiesen sind, ihre eigene Finanzkraft zu steigern, um unabhängiger zu sein. Wichtige Werkzeuge sind beispielsweise angemessene Mitgliedsbeiträge, Sponsoring, Fundraising, Crowdfunding und so weiter.
Quelle: Vereinsmanagement, Ueberreuter Verlag, 1999 sowie eigene Erfahrungen
