Die natürlichen Biotope reichen schon lange nicht mehr aus. Hornissen dringen daher immer mehr in die Siedlungsgebiete der Menschen vor. Besonders Obstbäume, Gartenlauben, Dachböden oder Nistkästen für Vögel werden von den sogenannten "echten Wespen" bevölkert. Dabei kann ein Hornissennest bei günstigen Bedingungen bis zu 600 Tiere beherbergen. Doch auch unter normalen Umständen kann man mit ca. 200 bis 300 Individuen rechnen. Kein Wunder, dass viele Menschen verunsichert sind und den Aufenthalt in ihren Garten nicht mehr genießen können.
Hornissenvölker können nur eine Vegetationsperiode überleben. Das Problem hätte sich somit spätestens Mitte Oktober bis Anfang November von selbst erledigt. Trotzdem muss man erst mal durch den Sommer kommen.
Hornissen dürfen nicht getötet werden
Nun darf man die Nester jedoch nicht einfach zerstören oder die Insekten töten. Denn Hornissen sind in einigen Regionen bereits vom Aussterben bedroht. Deshalb gehören sie zu den besonders geschützten Tieren in Deutschland. Das ist auch im Bundesnaturschutzgesetz § 7 Absatz 2 Ziffer 13 verankert.
Verhalten beim Auffinden eines Hornissennestes im Garten
Wie sollte man sich nun verhalten, wenn man Hornissennester in seinem Garten vorfindet? Hornissen sind friedlicher, als man denkt. Sie greifen den Menschen nicht an, es sei denn, sie werden im Nestbereich gestört. Dieses Territorium beträgt ungefähr 3 bis 4 Meter um den Wabenbau herum. Auf jeden Fall sollte man Folgendes vermeiden:
- Erschütterungen des Nestes
- heftige Bewegungen in der Nähe des Nestes
- längeres Verstellen der Flugbahn
- Handhabungen am Flugloch oder am Wabenbau
- Anatmen der Tiere
- laute Geräusche durch Inbetriebnahme eines Motorgerätes, z. B. eines Rasenmähers
Hält man sich daran und lässt die Tiere in Ruhe, lassen sie einen für gewöhnlich auch in Ruhe. Denn im Gegensatz zu Wespen interessieren sie sich zum Beispiel nicht für süße Speisen und Getränke, so dass man auch bei einem Hornissennest im Garten ungestört essen kann. Abseits des Nestes stechen die Insekten nur, wenn sie sich bedroht fühlen und ihnen keine Fluchtmöglichkeit mehr bleibt. Wer wild um sich schlägt, hat also gute Chancen, gestochen zu werden. Auch wenn es schwer fällt, ist es am besten, sich ruhig und besonnen zu verhalten.
Fachleute und Umweltbehörden helfen bei Hornissennestern an ungünstigen Stellen
Falls das Nest an einer ungünstigen öffentlichen Stelle liegt, kann man diesen Bereich mit Flatterband absperren, um Passanten fernzuhalten und Störungen der Tiere zu vermeiden. Auch mit einem handelsüblichen Fliegengitter lässt sich die Wabe absichern. Dies ist besonders empfehlenswert, wenn sie sich auf dem Dachboden befindet, der jederzeit betreten werden möchte. Allerdings zieht man in diesem Fall am besten einen Experten dazu. Dieser ist nicht schwer zu finden. Man kann sich an das Umweltamt, die Umweltverbände (z.B. NABU, BUND) oder einen Imker in der Region wenden. Entsprechende Adressen und Telefonnummern kann man ebenfalls im Internet unter der Seite http://www.hymenoptera.de/html/data/db/suche.php heraussuchen.
Die zuständige Naturschutzbehörde der Region entscheidet übrigens auch, ob in Ausnahmefällen eine Umsiedlung der Hornissen erfolgen kann.
Wenn man doch von einer Hornisse gestochen wird
Was aber, wenn man trotz Vorsichtsmaßnahmen einmal gestochen wird? Es besteht kein Grund zur Panik. Auch wenn die Größe des Insekts etwas anderes vermuten lässt, ist der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher als der einer Biene oder Wespe. Menschen könnten einige hundert Male gestochen werden und würden überleben. Aber dies passiert im Normalfall so gut wie nie.
Nur Personen, die zum Beispiel auf Wespenstiche allergisch reagieren, sollten besonders vorsichtig sein, da auch Hornissenstiche für sie riskant werden können.
Quellen
- Bundesnaturschutzgesetz
- AG Hornissen und Hummeln, NABU Braunschweig
