Bald ist es wieder soweit: Die Deutschen ziehen aus, um Europa zu erkunden. Das tun sie am liebsten in den großen Ferien und am liebsten mobilisiert. Doch Vorsicht: Andere Länder, andere Gesetze – und ein Verstoß gegen die Verkehrsregeln kann teuer werden.

Falschparken mit Folgen

Parkverstöße im Ausland sind teuer: Laut ADAC liegen Dänemark, Estland, die Slowakei, Slowenien und Zypern mit 70 bis 135 Euro an der Spitze der europäischen Bußgelder. Um die Reisekasse nicht mit unnötigen Ausgaben zu belasten, sollte man sich in südlichen Ländern nicht von der oft chaotischen Parkmoral der Einheimischen anstecken lassen. Sie bekommen ebenfalls ihr „Knöllchen“ und einen Touristenbonus gibt es nicht.

In Österreich sollten Ortsfremde darauf achten, in welcher Straße das Auto abgestellt wird. Sind noch viele Parkplätze frei, sind sie wahrscheinlich in einer Kurzparkzone gelandet. Parkscheine gibt es an Automaten und teilweise auch in Tabakgeschäften, Tankstellen oder Banken. Wer „ohne“ erwischt wird, muss bis zu 21 Euro berappen.

In Nordeuropa ist Falschparken ebenfalls recht kostspielig. Zahlungsunwilligen kann es passieren, dass sie ein paar Wochen später Post von einem Inkassobüro aus London erhalten. Hier wird auf die Geldbuße noch eine saftige Bearbeitungsgebühr geschlagen und mit rechtlichen Schritten gedroht – die allerdings außerhalb des Tatort-Landes nicht möglich sind.

Vorsicht bei Alkohol am Steuer

In vielen europäischen Ländern sind in den letzten Jahren die Promillegrenzen gesenkt worden. Meistens gilt, wie auch in Deutschland, ein Höchstwert von 0,5 Promille. Die 0,8-Grenze ist nur noch in Großbritannien, Irland und Malta gültig. In Norwegen, Schweden und Polen ist nur 0,2 erlaubt und totale Enthaltsamkeit ist in Estland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn angesagt: hier heißt es 0,0 Promille. Ein Verstoß kann kostspielig werden: In Irland sind mindestens 1270 Euro fällig, auf Zypern bis zu 1700 Euro und in Großbritannien gar bis zu 5500 Euro.

Teure Temposünden

So unterschiedlich wie die Promillegrenzen sind die Tempolimits in Europa: In Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn gilt auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Belgien, Finnland, Griechenland, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Schweden, die Schweiz, Serbien, Spanien und die Türkei erlauben 120 km/h.

Achtung: In Norwegen wird jeder kräftig zur Kasse gebeten, der schneller als 90 km/h fährt: Ein Temposünder, der das Limit um 20 km/h überschritten hat, muss mindestens 450 Euro berappen. In Dänemark werden zwischen 70 und 270 Euro fällig und in Italien kann der Bleifuß 155 Euro und mehr kosten. Wer über 50 km/h zu schnell unterwegs ist, muss mitunter mit sehr hohen Strafen rechnen. In Frankreich kann Rasen bis zu 1500 Euro kosten, in Österreich bis zu 2180 Euro, in Großbritannien sogar bis zu 5500 Euro. Wer es ganz genau wissen möchte, sollte sich vor Reiseantritt bei einem der deutschen Automobilclubs nach den aktuellen Regelungen im Urlaubsland erkundigen.

Dabei sein ist alles: Warndreieck, Weste, Versicherungskarte

Bei Auslandsreisen mit dem Auto sollte ein wichtiger Begleiter immer dabei sein: die grüne Versicherungskarte. Zwingend vorgeschrieben als Nachweis der Haftpflichtversicherung ist dieses Dokument in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Serbien und der Türkei. Fehlen darf auf keinen Fall eine Warnweste bei Reisen nach Belgien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Luxemburg, Norwegen, Serbien, Slowenien, Slowakei, Spanien, Portugal und Ungarn. Der Feuerlöscher muss mit ins Baltikum, nach Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Russland und in die Türkei.

Übrigens: Wenn es bei einer Kontrolle tatsächlich einmal heißt: „Den Führerschein, bitte!“, tut es immer noch der „graue „Lappen“ – er ist nach wie vor in allen EU-Staaten gültig. Ist der alte Schein jedoch unleserlich oder der Inhaber auf dem Foto nicht mehr zu erkennen, darf das Dokument beanstandet und die zusätzliche Vorlage des Personalausweises verlangt werden.

Hände weg vom Handy

In fast allen europäischen Ländern ist Telefonieren während des Fahrens ohne Freisprechanlage verboten. Wer im Ausland mit Handy am Steuer erwischt wird, wird ordentlich zur Kasse gebeten: In Belgien sind mindestens 100 Euro fällig, in Portugal 120 Euro, in den Niederlanden 150 Euro und in Norwegen 160 Euro.

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