Das erste Buch ist für den Autor etwas ganz Besonderes. Und mit den weiteren Werken verhält es sich ähnlich. Wer sein literarisches Kind nach Monaten oder gar Jahren vorbereitender Recherche und hingebungsvoller Arbeit endlich an einen Verlag abschickt, erhofft das Beste – und erwartet selten Schlechtes. Eine nervenzerreißende Zeit des Wartens, Hoffens und Bangens vergeht – bis die Klarheit in Form einer (Standart-)Verlagsabsage im Briefkasten liegt.
Absage als Kränkung
Damit ist die Sache allerdings nicht "abgestempelt". Viele Autoren fühlen sich gekränkt oder von sich selbst enttäuscht und ziehen sich aus Selbtsmitleid in das stille Kämmerchen zurück. Dabei sind Absagen gar kein Grund, die Suche nach einem Verlag für das eigene Buch aufzugeben – und schon gar nicht das Schreiben! Das mussten sogar wahre literarische Größen wie Stephen King, Umberto Eco oder James Joyce (dessen Erzählband "Dubliners" von 22 Verlegern abgelehnt wurde!) erfahren.
Tipps gegen den Autoren-Blues
Das Rezept zum (späten) Erfolg ist simpel: Dem angehenden Schriftsteller bleibt nichts anderes übrig als durchzuhalten und beständig weiter (an sich) zu arbeiten! Damit am Ende nicht der gefürchtete Autoren-Blues droht, gilt es ein paar Dinge zu beachten:
- Absagen und Kritiken seitens des Verlegers beziehen sich nie auf den Autor als Person, sondern immer auf das literarische Werk.
- Versuchen Sie keinesfalls, dem Lektor in einem langen Antwortschreiben zu verdeutlichen, warum seine Ablehnung die falsche Entscheidung war. Das zeugt nur von der mangelnden Fähigkeit, Kritik anzunehmen und umzusetzen.
- Ablehnungen können viele Gründe haben. Manche davon haben noch nicht einmal etwas mit dem jeweiligen Werk zu tun. Es kann gut sein, dass kurz vor Ihrem Anschreiben schon ein ähnliches Manuskript auf dem Schreibtisch lag. Oder aber der Verlag plant bereits die Umsetzung eines solchen Titels im kommenden Programm.
- Befassen Sie sich mit der Kritik an Ihrem Werk: Erscheint sie Ihnen völlig an den Haaren herbeigezogen, ignorieren Sie sie einfach. Glauben Sie aber, dass diese durchaus berechtigt ist, nehmen Sie sie sich zu Herzen und arbeiten Sie damit – es kann Ihnen nur helfen!
Tipps zum Weiterarbeiten
- Glauben Sie, die Kritik umsetzen und den Verlag mit einem umgeschriebenen Manuskript doch noch für sich interessieren zu können: Versuchen Sie es. Im schlechtesten Fall gewinnen Sie dadurch neue Erfahrungen. Sie können also nur davon profitieren.
- Eine Ablehnung ist keine endgültige Absage gegen den Schreiberling in Ihnen. Suchen Sie weiter – vielleicht klappt es beim nächsten Mal.
- Wenn Sie von Ihrem Manuskript wirklich überzeugt sind, verwenden Sie nicht zu viel Zeit für mögliche Änderungen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Suche!
- Ein Blick auf die Bibliographien literarischer Schöpfer zeigt: Selten war es der schnelle Erfolg. Die meisten Autoren haben ihr Ziel durch Ausdauer, kontinuierliche Arbeit an sich und ihrem Werk und ständige Verbesserungen erreicht.
Geben Sie also nicht vorzeitig auf – schreiben Sie weiter! Es wird sich lohnen.
