Leben im 21. Jahrhundert

Haben wir verlernt, worauf es im Leben wirklich ankommt?

Neues Haus, am besten mit Pool, neues Auto und auch beim Handy wollen wir nicht derjenige sein, der das schäbigste hat. In welcher Zeit leben wir eigentlich?

Wir leben zweifelsohne in einer hoch technisierten Welt. Ohne PC, Internet oder Handy geht heute oft gar nichts mehr. Es scheint geradezu verwunderlich, dass die Menschen ohne den ganzen Technikkram früher überhaupt überleben konnten.

Zweifach-, Dreifach-, Vierfachbelastung. Beruf und Karriere, Familie, Kinder, Freunde, Haushalt. Für viele Menschen besteht der Alltag aus Mehrfachbelastungen. Die Lebenserhaltungskosten steigen, es ist kaum mehr möglich, dass in einer Familie mit Kindern ein Partner bei den Kindern zuhause bleibt und deren Erziehung übernimmt, was ohne Zweifel ergänzend mit der Haushaltsführung ein Fulltimejob ist.

Gleichzeitig steigt der Druck von außen, sich scheinbar gewisse Dinge leisten können zu müssen. Oder wollen Sie, dass Ihr Kind das einzige in der Klasse ist, dass mit sechs Jahren noch kein eigenes Handy hat? Da können Sie doch gleich "Loser" auf dessen Stirn schreiben.

Ganz neutral betrachtet, sind wir selbst es, die uns auf vielerlei Weise massiv unter Druck setzen. Wir müssen dies und jenes besitzen, damit es uns gut geht und am besten soll der Nachbar es auch mitbekommen, dass wir ein größeres Auto als er selbst fahren, auch wenn wir uns dieses Teil in Wahrheit kaum leisten können und Überstunden schieben müssen, um die Raten dafür abzustottern. Egal, meiner ist größer und darauf kommt es an.

In was für einer verrückten Zeit leben wir eigentlich? Sind die Menschen wirklich schon so blind für die tatsächlich wichtigen Dinge im Leben und welche Konsequenzen hat so ein oberflächliches Verhalten?

Nach einem langen, stressigen Arbeitstag kommen die Eltern nach Hause. Jetzt nur kein Gequängel der Kinder bitte. Damit endlich Ruhe einkehrt, ab vor den Fernseher mit den Kids und der Abend ist gerettet. Wenn das zur Ruhigstellung nicht mehr hilft, dann her mit einem Computerspiel, damit das Kind beschäftigt und vor allem bitte ruhig ist. Ein, zwei Gläschen Wein zur eigenen Beruhigung können auch nicht schaden, um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Vielleicht noch mit einer Freundin telefonieren oder chatten. Persönlicher Kontakt ist nicht notwendig, schließlich verfügt Mann/Frau von Welt ohnehin über eine Webcam, sodass der Chatpartner virtuell erfasst wird. Wozu also noch irgendwo treffen. Würde sowieso zu viel Zeit in Anspruch nehmen: Termin vereinbaren inklusive Ort, Zeit und Diskussion über Art der Aktivität. Absprache mit dem Partner, Kinder versorgt wissen... Da ist es doch viel einfacher, sich einfach hinter den PC zu klemmen. Spart Zeit, Energie und Nerven.

Doch wo bleibt die zwischenmenschliche Beziehung?

Gerade bei Kindern ist es zu beobachten, dass sie sozial gesehen immer isolierter leben und oft kaum wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Einfach in den Wald spielen zu gehen, ohne irgenwelche hochtechnischen Geräte, ist für viele Kinder und Jugendliche absolut out, langweilig, sinnlos.

In unserer hochtechnisierten Welt werden wir von den Medien, Freunden und Feinden und allen möglichen anderen Quellen zugeschüttet, mit Dingen, die wir angeblich brauchen um heutzutage noch glücklich sein zu können. Darüber hinaus wird jedoch auf etwas ganz wichtiges, etwas ganz essentielles absolut vergessen: wirkliches Glück kann sich niemand kaufen. Innere Zufriedenheit und Einklang mit sich und seinem Leben lernen wir ausschließlich durch uns selbst, es kann in keinem Laden erstanden werden. Zumindest kein langfristiges Glück.

"Früher war alles besser"

Dieser Standardsatz und sattsam bekannte Ausspruch unserer älteren Mitmenschen ist teilweise gar nicht so falsch. Früher besaß ein Großteil der Bevölkerung wesentlich weniger an materiellen Dingen als heutzutage. Doch waren sie deshalb unglücklich? Die meisten absolut nicht. Es war einfach noch nicht so extrem von Bedeutung wie heute, wie viel jeder besitzt. Das Miteinander war wichtiger, Nachbarschaftshilfe, die eigene Familie, die gemeinsame Freizeitgestaltung.

Eine hochtechnisierte Gesellschaft birgt sicherlich viele Vorteile. Beispielsweise können Arbeitsabläufe wesentlich rascher und einheitlich strukturierter ablaufen. Also grundsätzlich ist diese Entwicklung als positiv zu werten. Wir sollten uns von der Technik aber nicht beherrschen lassen und uns nicht diktieren lassen, was wir zum Leben scheinbar alles brauchen.

Was gibt es schöneres als einen Abend mit Freunden, vielleicht in einer gemütlichen Hütte auf einem Berg oder beim Camping an einem See mit Lagerfeuer und Gegrilltem? Ohne Handy, und sonstigen unnötigen Lärm. Schon der Gedanke daran bedeutet Entspannung pur. Überdenken sie ihr eigenes Verhalten und tun sie ihrer Gesundheit etwas Gutes, indem sie wieder lernen, mit dem, was sie haben glücklich und zufrieden zu sein anstatt ständig den neuesten Trends hinterher zu hetzen. Sie werden sehen, Glück ist tatsächlich nicht käuflich!

Doris Rapolter - 1980 in Bad Ischl/Oberösterreich geboren und aufgewachsen. Im Alter von 17 Jahren begann ich meine Ausbildung zur diplomierten ...

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