Verschiedene Blitzarten und der Blitz aus heiterem Himmel

Zickzack- oder Linienblitz - Lucky Luke, pixabay
Zickzack- oder Linienblitz - Lucky Luke, pixabay
Im Zusammenhang mit Gewittern wird meist von den gefährlichen Zickzackblitzen gesprochen. Es gibt jedoch noch weitere Blitzarten.

Grob gesehen wird erst einmal zwischen Wolken- und Erdblitzen unterschieden. Wolkenblitze entladen sich entweder zwischen zwei Wolken, wovon die eine positiv und die andere negativ geladen ist, vielfach auch innerhalb einer Wolke, sofern in deren Inneren Spannungsunterschiede bestehen. Beim Erdblitz hingegen springt, wie der Name vermuten lässt, ein Zickzackblitz zur Erde – in seltenen Fällen auch von der Erdoberfläche in die Wolke. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Wolke negativ geladen ist und die Erde positiv beziehungsweise umgekehrt.

Erscheinungsformen von Blitzen

Die Wetterstation Karlsruhe unterscheidet zwischen Zickzackblitzen, Flächenblitzen, Perlschnurblitzen und den bisher immer noch wissenschaftlich nur rudimentär erforschten Kugelblitzen, da bis auf eine Vielzahl von Augenzeugenberichten kaum verwertbares Bildmaterial existiert.

Von Flächenblitzen spricht man, wenn der Blitz praktisch eine weite Strecke des Horizonts zu beleuchten scheint, weil die aufgeladenen Luftteilchen in der Fläche auseinander gezogen werden. Hierdurch entsteht der Eindruck, dass der ganze Horizont von einem Blitz beleuchtet wird. Beim klassischen Zickzackblitz hingegen ist ein Lichtstrahl sichtbar, der lediglich punktuell auftrifft oder von einer Wolke zur anderen springt. Der Zickzackblitz wird auch Linienblitz genannt.

Perlschnurblitze kommen eher selten vor, die einzelnen Blitzentladungen scheinen jedoch in einer Reihe wie an einer Perlenschnur aufgereiht zu sein. Daher hat diese Blitzform ihre Bezeichnung bekommen. Manche Menschen bezeichnen den Perlschnurblitz und vergleichbare Erscheinungen fälschlicherweise als Kugelblitz, da sich die einzelnen Blitzentladungen auf einer Stelle zu knubbeln beziehungsweise zu kugeln scheinen.

Was ist Wetterleuchten?

Normalerweise folgt auf einen Blitz ein Donner, wobei der zeitliche Abstand zwischen dem visuellen und dem akustischen Phänomen als Leitlinie benutzt wird, um abschätzen zu können, wie weit das Gewitter noch entfernt ist. Beträgt der Abstand zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden, dann ist das Gewitter bereits so nahe, dass die Gefahr eines Blitzschlages besteht.

Beim Wetterleuchten wird vielfach kein Donner wahrgenommen, was jedoch nicht heißt, dass es nicht doch irgendwo donnert, nur weil man selbst es an seinem Standort nicht hört. Angenommen, das Zentrum eines Gewitters liegt über Düsseldorf: In der Landeshauptstadt von NRW selbst nehmen die Menschen neben den Blitzen auch die Donner deutlich wahr, während in weiter entfernten Städten wie zum Beispiel Essen kein Donner mehr zu hören ist, dafür aber das Wetterleuchten – in der Regel in Form von Flächenblitzen – zumindest in einigen Essener Stadtteilen noch deutlich wahrgenommen werden kann.

Als Faustregel gilt: Ist das Gewitter mehr als 15 Kilometer vom eigenen Standort entfernt, so kann man zwar die Blitze noch sehen, den Donner aber nicht mehr hören aufgrund der zu großen räumlichen Distanz.

Der Blitz aus heiterem Himmel

Ein Artikel auf der Homepage zur ZDF-Sendung „Abenteuer Wissen“ schließt mit dem Satz, dass es den Blitz aus heiterem Himmel tatsächlich gibt. Vorab wird eine scheinbar rätselhafte Geschichte erzählt, bei der vier Bauarbeiter bei Luckenwalde von einem Blitz getötet beziehungsweise schwer verletzt wurden – und das, obwohl sich niemand in der näheren oder weiteren Umgebung von Luckenwalde an ein Gewitter erinnern kann. Durch die Erzählung der Geschichte soll die Theorie untermauert werden, dass es den buchstäblichen Blitz aus heiterem Himmel tatsächlich gibt.

Gibt es den Blitz aus heiterem Himmel?

Dennoch ist der Himmel bei einem Blitz, der Gegenstände oder Personen aus scheinbar heiterem Himmel trifft, natürlich nicht so heiter, wie man es anhand des gängigen Sprichworts vermuten würde. Zumindest ist der Himmel nicht wolkenlos, auch wenn die Sonne scheint und in der unmittelbaren Umgebung zunächst nichts auf ein heraufziehendes oder gerade abgezogenes Gewitter hindeutet. Auch wenn das Zentrum eines Gewitters noch weit entfernt zu sein scheint beziehungsweise ein Gewitter seit mindestens zehn Minuten abgezogen zu sein scheint, so kann es dennoch immer wieder vorkommen, dass Menschen durch Blitze von scheinbar weit entfernten Gewittern verletzt oder gar getötet werden. Hierbei handelt es sich um einen so genannten Gigantic Jet, der sich zunächst viele Kilometer nach oben in die Atmosphäre fortsetzt und dann zurück auf die Erdoberfläche geworfen wird, um die Spannung auszugleichen. Diese Gigantic Jets schlagen häufig weit entfernt von der eigentlichen Gewitterwolke ein, wie der Physik-Professor Paul Krehbiel herausgefunden hat.

Den Blitz aus heiterem Himmel gibt es zwar nicht so häufig wie andere Blitzerscheinungen innerhalb eines Gewitters, aber es gibt ihn.

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Bildnachweis:

Blitz: © Lucky Luke, pixabay

Gewitter über Ulm: © Realist, pixabay

Gewitterwolken: © Alexandra Döll, Essen

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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