Im Jahr 1986 kam es im damals sowjetischen Tschernobyl (heute Ukraine) zur größten Katastrophe im Zusammenhang mit einem Kernkraftwerk in der Geschichte der Atomenergie. Die Auswirkungen dieser Katastrophe waren bis nach Deutschland zu spüren. So haben viele junge Menschen, die im Jahr 1986 zur Welt gekommen sind, mit gesundheitlichen Problemen wie zum Beispiel Neurodermitis zu kämpfen.

Doch nicht nur Menschen in Deutschland haben mit den Folgen zu kämpfen. Im Süden Deutschlands werden immer mehr radioaktiv verseuchte Wildschweine entdeckt und aus dem Verkehr gezogen. Diese Tiere leben und ernähren sich in Gebieten, die 1986 in Folge der Atomreaktor-Katastrophe in Tschernobyl durch radioaktiven Regen stark verseucht wurden.

Als Folge von Tschernobyl sind viele geschossene Wildschweine radioaktiv verseucht und müssen entsorgt werden

Die atomare Katastrophe, die fast 25 Jahre her ist, hat für die Jäger auch heute noch katastrophale Auswirkungen. Durch die verseuchten Böden und Wälder in Süddeutschland, in denen sich die Wildschweine ernährten, sind mittlerweile zwischen 20 und 80 Prozent der von Jägern geschossenen Wildschweine so verseucht, dass sie nicht mehr als Nahrung verwandt werden können und somit entsorgt werden müssen.

Durch die Tatsache, dass die Vermehrung dieser verseuchten Wildschweine stets zunimmt, ist der deutsche Staat gezwungen, an die Jäger hohe Ausgleichszahlungen zu leisten. Im Jahr 2009 musste Deutschland insgesamt einen Betrag von 425.000,00 Euro an die Jäger zahlen, die radioaktiv verseuchte Wildschweine erlegt haben. Dies entspricht 17-mal soviel Geld, wie Deutschland noch vor zehn Jahren an die Jäger zahlen musste.

Wildschweine meistens durch Hirschtrüffelpilze radioaktiv verseucht

Die massive Verstrahlung der Wildschweine im Süden von Deutschland rührt daher, dass die Wildschweine auf der Suche nach Nahrung tief im Waldboden bohren und dort auf die für Menschen ungenießbaren Hirschtrüffelpilze stoßen. Dies ist eine Delikatesse für Wildschweine. Dabei fressen die Wildschweine auch das den Fruchtkörper umgebende Pilzmycel, das als Folge der Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl immens mit Radio-Cäsum-137 verseucht ist.

Ängste der Verbraucher, dass radioaktiv verseuchtes Wildschweinfleisch in den Handel gelangt, sind allerdings unbegründet. Die Jäger achten, allein schon aus berufsethischen Gründen, auf die Unbedenklichkeit von Wildschweinfleisch. Sobald sich in einem geschossenen Wildschwein ein Cäsiumwert von mehr als 600 Becquerel findet, so wird dieses Wildschwein entsorgt und gelangt nicht mehr in den Handel. Die Ausgleichszahlungen, die die Jäger vom deutschen Staat für ein geschossenes und radioaktiv verseuchtes Wildschwein enthalten, sind so ausreichend, dass es für die Jäger keinen Anreiz gibt, radioaktiv verseuchtes Fleisch zu verkaufen. Allerdings dauert es noch bis zu 240 Jahre, ehe die Böden in Deutschland frei von atomaren Strahlen, ausgelöst durch die atomare Katastrophe 1986 im ukrainischen Tschernobyl, sind.

Bildnachweis: (c) Martin Büdenbender / pixelio.de