
- Wallfahrtskirche Klausen - Pascal Witry
Wer echte Perlen unter den Pilgerorten in der Südeifel aufsuchen möchte, findet in der deutschen Grenzregion zu Luxemburg eine ganze Reihe solcher Orte. Dies ist gerade auf dem touristisch erschlossenen Ferschweiler Plateau mit seinen tiefen Schluchten und hohen Sandsteinfelsen der Fall. Besonders nah an Luxemburg steht die bekannte, 1951 erbaute Liborius-Kapelle, welche auf einem Felsen hoch über der luxemburgischen Stadt Echternach mit seiner berühmten Basilika und dem angrenzenden Dorf Echternacherbrück in der Südeifel thront. Lediglich das tief eingeschnittene Tal des Grenzflusses Sauer trennt Kapelle und die durch den Missionar Willibrord berühmt gewordene Abteistadt.
Wallfahrtskapelle Liborius als Ausflugsziel
Bereits 1680 befand sich hier eine geweihte Kapelle. Später folgte der Bau des heutigen Bauwerks, das bei Wanderern als Ausflugsziel sehr beliebt ist. Es handelt sich dabei um eine kleinere Kapelle mit Turm und Sitzgelegenheiten. Von dort aus bietet sich dem Pilger ein wirklich einzigartiger Blick über die Stadt Echternach und die Echternacher Abtei. Bänke laden zum Verweilen in der angenehm kühlen Brise mit Blick auf die darunter liegende Stadt ein. Unterhalb der Liborius-Kapelle führt eine Treppe zu mitten in der Felswand aus dem anstehenden Sandstein gehauenen Räumen einer Einsiedelei. Die Räume sind im Laufe der Jahre zu einer Ruine verfallen.
Pilgern zur Schankweiler Klause
Ebenfalls auf dem Ferschweiler Plateau befindet sich die Schankweiler Klause, deren aktueller Bau aus den Jahren 1762 und 1763 stammt. Im Gegensatz zur Liborius Kapelle handelt es sich dabei um eine größere Kirche mitten im von hohen Tannen und Buchen geprägten Wald. Der Wanderparkplatz an der Kirche erreicht man über eine Straße, welche von Ferschweiler nach Holzthum führt. Vom Parkplatz im Wald erreicht man nach wenigen Minuten Fußmarsch die etwas versteckt gelegene Kirche. Das Innere der Kirche ist reich verziert mit stilvollen Deckenornamenten, Fresken und Statuen, welche stark von den beiden Epochen des Rokoko und Barock geprägt sind. Die Schankweiler Klause ist ein von vielen Gläubigen aufgesuchter Pilgerort und Zeuge eines tief in den Traditionen der Region verwurzelten Glaubens.
Einsiedelei in dem Wallfahrtsort Klausen
Nebst weiteren Orten, wie zum Beispiel einer Kapelle auf einem Berggipfel oberhalb Lorich und einer von Kranken mit Augen- und Hautproblemen regelmäßig aufgesuchten Kapelle am Heilbrunnen in Schweich ist vor allem die Kirche in Klausen sehr bekannt. Es handelt sich dabei um eine Dorfkirche mit einer Einsiedelei, in welcher einst ein Eremit namens Eberhard lebte. Die Einsiedelei befindet sich im Innern des Kirchenschiffes. Viele Dankestafeln zieren das Innere dieses rund 500 Jahre alten Baus, der durch seine rote Sandsteinarchitektur in Verbindung mit der Einsiedelei ein ungewöhnliches Stück Baugeschichte symbolisiert. Die künstlerisch sehr aufwendige Verzierung und Gestaltung des Kirchenschiffes prägt Gläubige bei ihrem Besuch nachhaltig.
