Immer mehr Menschen leiden unter Verstopfung. Zu hastiges, fettreiches und zu ballaststoffarmes Essen, Bewegungsmangel, zu wenig Flüssigkeit, aber auch Stress können den Darm schlapp und müde machen. Dies hat zur Folge, dass seine Muskulatur erschlafft und der Nahrungstransport immer langsamer wird.
Um den Darm wieder flott zu bekommen, greifen schätzungsweise neun Millionen Deutsche mehr oder weniger oft zu Abführmittel. Doch Abführmittel sind bei Verdauungsproblemen keine Lösung. Sie dürfen – wenn überhaupt – nur in Ausnahmefällen kurzfristig eingenommen werden, weil sie bei regelmäßiger Einnahme den trägen Darm noch träger machen.
Um den Darm wieder in Schwung zu bringen, ist es erst einmal wichtig, seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten umzustellen.
- Führen Sie dem Darm ausreichend Ballaststoffe zu. Da die darmanregenden Wirkstoffe reichlich in frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten sind, sollten sie in ausreichender Menge auf dem täglichen Speiseplan stehen. Mindestens 30 Gramm (besser: 40 Gramm) pro Tag sollten Sie verzehren.
- Sorgen Sie für tägliche Bewegung. Gehen Sie schwimmen, joggen, tanzen, wandern oder spazieren.
- Ihr Darm benötigt für sein reibungsloses Funktionieren ausreichend Flüssigkeit. Deshalb sollten Sie viel trinken, mindestens 1,5 bis zwei Liter täglich. Geeignete Durstlöscher sind Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetees, Obst- oder Gemüsesaftschorlen.
- Erziehen Sie Ihren Darm: Gehen Sie täglich zur gleichen Zeit aufs stille Örtchen. Nehmen Sie sich für diese „Sitzung“ ausreichend Zeit. Und vermeiden Sie starkes Pressen.
- Unterdrücken Sie nicht den Stuhlgang.
- Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten. Kauen Sie jeden Bissen gründlich. Gift für eine geregelte Verdauung ist hastiges, herunter geschlungenes Essen im Stehen.
Wenn eine Lebens- und Ernährungsumstellung alleine nicht hilft, können Sie Ihren trägen Darm mit nebenwirkungsfreien Hausmitteln wieder auf Touren bringen:
- Trinken Sie morgens auf nüchternen Magen (am besten direkt nach dem Aufstehen) ein lauwarmes Glas Wasser mit einem Esslöffel Obstessig.
- Weichen Sie abends drei bis vier Pflaumen oder Feigen in etwas lauwarmem Wasser ein. Am Morgen verspeisen Sie die Früchte und trinken das Einweichwasser auf nüchternen Magen.
- Auch milchsaure Produkte wie Dickmilch, Buttermilch, Molke, Joghurt und Sauerkraut können den Darm „aufwecken“.
- Morgens einen Becher Joghurt - mit einem Esslöffel Weizenkleie verfeinert - essen, sorgt ebenfalls für gute Verdauung
Wann bei Darmträgheit zum Arzt:
- Bei Blut im Stuhl
- Wenn noch andere Beschwerden (zum Beispiel Fieber, Schmerzen) auftreten
- Wenn Durchfall und Verstopfung im Wechsel auftreten
- Wenn die Verstopfung ganz plötzlich auftritt und man noch nie damit Probleme gehabt hat.
Es muss nicht täglich sein!
Viele Menschen unterliegen dem Irrtum, dass sie täglich Stuhlgang haben müssen. Dabei spricht man erst von einer Verstopfung, wenn der Betroffene weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat.
