Kamerafahrten - Videokamera in Bewegung

Eine Fahrt mit der Kamera verändert die Perspektiven

Kamerafahrten mit dem Dolly - ready2roll.de
Kamerafahrten mit dem Dolly - ready2roll.de
Als Kamerafahrt wird jede Bewegung bezeichnet, bei der die Kamera ihren Standort ändert. Sie ist die eleganteste aber auch schwierigste Methode bei Filmaufnahmen.

Bei einem Schwenk wird die Videokamera vertikal, horizontal oder diagonal um eine feste Achse bewegt, entweder vom Stativ oder von der Schulter. Der Kamerastandpunkt ändert sich dabei nicht. Als Kamerafahrt (engl.: Tracking Shot) wird eine Einstellung bezeichnet, bei der sich der Standpunkt der Kamera verändert. Dies kann mit Hilfe eines rollfähigen Stativs, eines Kamerawagens oder auch mittels eines Kamerakrans bewerkstelligt werden. Hobbyfilmer, die meistens nicht über diese Hilfsmittel verfügen, werden diese Form der Kamerabewegung nicht oder nur sehr selten einsetzen können. Trotzdem lohnt es sich, kurz mit einigen Begriffen aus der Filmtechnik vertraut zu machen.

„Dolly“ heißt in Hollywood der Kamerawagen, der je nach Größe und Situation dem Kameramann und weiteren Personen Platz bietet. Der Dolly rollt entweder auf Gummirädern oder über Schienen, die der „Dolly Grip“ verlegt hat. Dieser schiebt manchmal auch die Plattform, auf der der Tonassistent mit seinem Galgen und dem Mikrofon die Kamera verfolgt. Eigens dafür ausgebildete Dolly-Fahrer bewegen den Kamerakran auf den Schienen und arbeiten somit eng mit den Kameraleuten zusammen. Dolly und Kran ermöglichen das Filmen aus ungewöhnlichen Perspektiven . Die folgenden Kamerafahrten werden in Filmen verwendet:

Hochfahrt

Bei einer Hochfahrt wird die Kamera von einer tiefen auf eine höheren Position gehoben. Oder sie wird von einer hohen auf eine tiefere Position gebracht. Beides wird Hochfahren genannt. Diese Bewegung ist mit Stativen nicht durchzuführen. Für den Kameramann bedeutet das: die Kamera muss auf die Schulter.

Querfahrt

Hierbei bewegt sich die Kamera parallel zum Objekt. Sie fährt einfach am Objekt vorbei oder begleitet es (Begleitfahrt). Wichtig ist, dass sich Kamera und Objekt mit dem gleichen Tempo bewegen. Realisieren kann man Quer- oder Begleitfahrten bei gutem Untergrund mit einem Rollstativ. Zur Not tut es auch ein Rollstuhl, Einkaufswagen oder Auto.

Längsfahrt

Die Längsfahrt entspricht unseren natürlichen Sehgewohnheiten, denn hierbei bewegt sich die Kamera auf ein Objekt zu oder davon weg. Dadurch wird eine hohe Räumlichkeit erzeugt, weil das Objekt aus der Tiefe des Bildes auftaucht oder darin verschwindet.

Diagonalfahrt

Die Diagonalfahrt führt die Kamera schräg am Objekt vorbei. Dabei ist es gleichgültig, ob sie von links oder rechts oder von vorn oder hinten am Objekt vorbeifährt.

Schrägfahrt

Bei einer Schrägfahrt bewegt sich die Kamera ähnlich wie bei einer Querfahrt parallel zum Objekt, gleichzeitig aber auch nach oben oder unten. Das kann auf einer Rampe passieren, wobei jedoch die Schräge der Kamera ausgeglichen werden muss. Sonst wird das Bild schief.

Zoomfahrt

Eigentlich dient der Zoom dazu die Brennweite der Kamera zu verändern. Man kann aber auch während der Aufnahme zoomen und so den Ausschnitt des Bildes vergrößern. Dieses wird Zoomfahrt oder „unechte“ Kamerafahrt genannt, denn es bewegen sich nur die Linsen im Objektiv, die Kamera dagegen nicht. Diese Kamerabewegung wird nur in besonderen Fällen eingesetzt, etwa, wenn man auf Besonderheiten im Bild hinweisen will und diese dabei heranzoomt. Meistens gehört ein gesprochener Text dazu.

Tipp: Es muss ja nicht immer ein Dolly sein. Für Kamerafahrten eignet sich jeder fahrbare Untersatz, der ruhig und ruckelfrei geschoben oder gezogen werden kann. In der Praxis hat sich der Rollstuhl bewährt, auf dem der Kameramann mit Schulterkamera sitzt. Geschickte Handwerker setzen ihre Kamera auch gerne auf ein Skatebord.

Peter Klau - Autor, Peter Klau

Peter Klau - Von Beruf bin ich Programmierer, Netzwerkverwalter und Internet-Fachmann. Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich als freiberuflicher ...

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