In der Geschichte Vientianes sind die Tempel meist Opfer von Plünderung und Zerstörung gewesen. Ob Eroberungen durch die Thais, der Sturm der Ho oder auch Bürgerkrieg und Revolution, die Bauwerke des Buddhismus hatten schwer darunter zu leiden. Grund genug sich ein paar dieser Wat näher anzusehen.

Ho Phra Keo und Wat Si Sa Ket

Die Besichtigung des Pha That Luang hinter sich, sollte sich der Reisende auf das Areal nahe dem Mekong konzentrieren. Zwischen der Uferstraße Fa Ngoum und der Setthathirath Road befinden sich eine Menge sehenswerter Wat. Die Fa Ngoum erfuhr in den letzten Jahren immer mehr an Neugestaltung und lädt ein zum Verweilen zwischen Mekong und gutem Essen. Nam Phou, der Springbrunnen an der Setthathirath Road, ist der Ausgangspunkt dieses kurzen Spazierganges welcher zu einigen Tempeln der Gegend führen soll. Mit Plan oder in Kenntnis der Gegend geht es Richtung Lane Xang Avenue. Vorbei an der wohl einzigen Moschee der Stadt. Ein unscheinbares Schild erwähnt ihr Vorhandensein in einer kleinen Seitengasse. Ist die Lane Xang erreicht, befindet man sich in unmittelbarer Nähe zum Präsidentenpalast. Dahinter unser erstes Ziel dieses Spaziergangs. Ho Phra Keo gleich am Präsidentenpalast angrenzend und auf der anderen Straßenseite Wat Si Sa Ket. Ho Phra Keo wurde von König Setthathirath errichtet um der Statue des Jade Buddha eine würdige Unterkunft zu bieten. Diese wurde aus Luang Prabang nach Vientiane überstellt als der König die Hauptstadt des Reiches hierher verlegte. Wo der Jade Buddha seinen Ursprung hatte ist bis heute ungeklärt, vielleicht aus Südindien oder Sri Lanka. Wo er sich heute befindet wissen alle. Rama I, Begründer der noch heute herrschenden Chakri – Dynastie, holte diesen nach Bangkok wo er heute das Prunkstück des Wat Phra Kaeo ist. Eine kleines Museum welches nicht uninteressant und eine Skulptur aus Bronze wo ein Knabe und ein Mädchen Gaben in die Höhe strecken sind weitere Sehenswürdigkeiten. Der dritte im Bunde dieser Skulptur war ein gewisser Auguste Pavie. Dieser Teil der Skulptur wurde nach der Machtübernahme durch die Kommunisten entfernt. Pavie war Entdecker und Diplomat im Dienste der Kolonialmacht Frankreich.

Überquert man die Straße, betritt man Wat Si Sa Ket. Dieses nationale Kulturerbe blieb als einziger Wat allen Stürmen der Geschichte zum Trotz erhalten und unzerstört. Viele schreiben das den Tausenden von Buddha Figuren in diesem Wat zu. Die Innenwände des Gebäudes sind mit kleinen Nischen versehen in denen Statuen des Buddha untergebracht sind. Größere Statuen des Erleuchteten davor. Angeblich sollen es einmal über neuntausend gewesen sein. Nicht die Plünderungen vergangener Jahrhunderte, sondern die Unart heutiger Besucher kleine Andenken mit nach Hause zu nehmen, stellen das Problem dar. Die Dachkonstruktion von Wat Si Sa Ket orientiert sich an Ayutthaya. Verfolgt man die Setthathirath bis zu ihrem Zusammentreffen mit der Samsenthai Road ist der Besuch des Wat Si Muang Pflicht. Gleich neben der Statue des Staatsgründers Sisavang Von. Oft aufgesucht von Schwangeren um zu beten, handelt es sich um einen sehr belebten Tempel der Stadt. Die hier auf Kundschaft wartende Chumbos, Motorradrikschas mit zwei Sitzreihen, kann der Reisende in Anspruch nehmen um sich über die Samsenthai in Richtung Wat Inpeng kutschieren zu lassen. Mit der dem Chumbo üblichen Lautstärke erreicht man den Kulturpalast. Einmal noch abbiegen und schon ist man wieder auf der Setthathirath.

Ruhe und Entspannung

Angelangt bei Wat Mixay, an dessen Rückseite oft zu später Stunde Lady Boys ihre Dienste anbieten. Der ruhige Wat Hai Sok, wo um die Mittagszeit manch Einheimischer sich zu einem Nickerchen im Schatten der Bäume zurückzieht. Die in den Wat üblichen kleinen Urnengräber, ein großer schattenspendender Baum umgeben von Buddha Figuren, all das trägt zu einem entspannten Ambiente bei. Gegenüberliegend der Wat Ong Teu mit seiner buddhistischen Schule. Berühmt ist dieser Tempel durch seine bronzene Buddha Figur, dem Ong Teu. Gleich angrenzend Wat Inpeng am Ende der Straße. Wann dieser Wat gegründet wurde kann nicht genau gesagt werden, doch viele Merkmale und Fundstücke verweisen auf die Kultur der Khmer. Eine farbenfrohe Veranda wo Szenen aus dem Leben des Buddha dargestellt sind. Der goldene Buddha im Inneren des Wat und die aufragenden Dachgiebel sind Beleg dafür warum dieser Tempel als einer der prächtigsten der Stadt angesehen wird.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass es sich mehr als ziemt Achtung vor diesen sakralen Bauwerken zu zeigen und die Innenräume der Tempel ohne Schuhwerk zu betreten. Auch bei so mancher Veränderung im Zuge der Renovierung sei es angeraten mit Kritik zu sparen oder sie gänzlich auszulassen. Schlussendlich sind es die buddhistischen Gläubigen die daran Gefallen finden, diese Plätze für religiöse Zwecke nutzen und dementsprechend hoch wertschätzen.

Quellen:

  • Reise Know How, Laos, Michael Schultze, 6., komplett akt. Auflage 2006