
- Sven Hannawald gewann alle vier Springen - cvr_cak_1
Nach dem Sieg vom Österreicher Andreas Kofler beim dritten Springen der Vierschanzentournee 2011/12 in Innsbruck ist wohl auch die letzte Spannung der diesjährigen Tournee weg. Denn nach dem Springen, die einen nannten es Windlotterie die anderen nannten es Heimspringen, steht fest, dass Gregor Schlierenzauer es nicht schaffen wird, alle vier Springen einer Vierschanzentournee zu gewinnen. Dieser Rekord bleibt bis derzeit einzig und allein dem deutschen Skisprungidol Sven Hannawald vorbehalten, der dies vor zehn Jahren geschafft hat. Doch wie war das damals eigentlich? Ein Rückblick.
Sven Hannawald gewann zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen
Zu Beginn des Milleniums dominierte Sven Hannawald, geboren am 09. November 1974 in Erlabrunn, nicht nur das deutsche Skispringen. "Hanni" gehörte seinerzeit zu den weltbesten Skispringern. So wurde er 1999 das erste Mal Vizeweltmeister von der Großschanze hinter seinem Teamkollegen Martin Schmitt. Mit dem deutschen Team wurden die beiden gar Mannschaftsweltmeister. 2000 wurde Sven Hannawald das erste Mal Skiflug-Weltmeister und ein Jahr später gewann er mit dem deutschen Team bei der Nordischen Ski-WM Weltmeister und Bronzemedaillengewinner. In der Saison 2001/2002 ging der Stern des Sven Hannawald so richtig auf und die Geschichte begann beim ersten Springen der Vierschanzentournee, traditionell im bayerischen Oberstdorf stattfindend. Es war im Übrigen mit der 50. Ausgabe die Jubiläumsausgabe des traditionellen Skisprungevents.
Es war der 30. Dezember 2001 und der 27-jährige Sven Hannawald sorgte für einen tollen Einstand für das Team des DSV. Während die anderen Deutschen ein wenig hinter den Erwartungen zurückblieben, Georg Späth wurde als zweitbester DSV-Adler Neunter, dominierte Hannawald das erste Springen. Am Ende setzte er sich mit zwei Sprüngen auf 122,0 Meter und einer Gesamtpunktzahl von 260,2 Punkten klar vor dem Österreicher Martin Höllwarth (252,2 Punkte) und dem Schweizer Simon Ammann (248,7 Punkte) durch. Das traditionelle Neujahrsspringen von der Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen war da schon etwas spannender. Hier setzte sich Hannawald nach Sprüngen auf 122,5 und 125,0 Meter mit s64,5 Punkten vor Andreas Widhölzl (Österreich, 262,8 Punkte) und Adam Malysz (Polen, 259,7 Punkte) durch.
Hannawald dominiert die Vierschanzentournee auf den Schanzen von Österreich
Am Berg Isel von Innsbruck zeigte Sven Hannawald eindrucksvoll, warum er zu jener Zeit der beste Skispringer der Welt war. Mit einem gewaltigen Vorsprung von 23 Punkten gewann Hannawald 134,5 Meter, 128,0 Meter,270 Punkte) am 04 Januar 2002. Zweiter wurde der Pole Adam Malysz (247,0 Punkte), Dritter der Österreicher Martin Höllwarth (244,1 Punkte). Das letzte Springen in Bischofshofen lebte von der Spannung, ob es Sven Hannawald tatsächlich schaffen würde, den historischen vierten Sieg im vierten Springen einzufahren. Und tatsächlich konnte der DSV-Adler auch am 06. Januar 2002 in Bischofshofen die gesamte Weltelite hinter sich lassen. Hannawald gewann nach Flügen auf 139,0 Meter und 131,5 Meter und einer Gesamtpunktzahl von 282,9 Punkten vor dem Finnen Matti Hautamäki (280,4) und Martin Höllwarth aus Österreich (274,2 Punkte).
Damit war die 50. Vierschanzentournee eine nahezu historische Tournee. Nie zuvor und bsi derzeit auch nie danach ist es einem einzelnen Skispringer gelungen, alle vier Springen einer Tournee für sich zu entscheiden. Am Ende gewann Sven Hannawald ganz klar die Gesamtwertung mit 1077,6 Punkten vor dem Finnen Matti Hautamäki (1021,0 Punkte) und dem Österreicher Martin Höllwarth (1015,8 Punkte). Nach dem Sieg von Andreas Kofler zeigte sich Sven Hannawald erleichtert.
