Die große Familie der "Vierschanzentournee" hat im Jahr 2012 ihren zweiten Todesfall zu beklagen. Am Samstag (28. Juli 2012) verstarb in Garmisch-Partenkirchen der frühere Pressechef der Vierschanzentournee, Klaus Taglauer. Das Ehrenmitglied des Skiclub Partenkirchen wurde 78 Jahre alt. Bereits im April 2012 musste die Familie der Wintersportler Abschied nehmen von Claus-Peter Horle (Oberstdorf), den ehemaligen Tournee-Präsidenten, der im Alter von 70 Jahren verstorben war.

"Forum Nordicum" würdigte das Wirken von Klaus Taglauer "Werner-Kirchhofer-Preis"

Die Organisatoren der Vierschanzentournee und des Skiclub Partenkirchen trauern um Klaus Taglauer, der bei der bedeutendsten Skisprungveranstaltung der Welt von 1978 bis 2006 als Pressechef fungierte. Fast drei Jahrzehnte lang kümmerte er sich um das Wohl und Weh der Journalisten aus aller Welt. Von 1972 bis 1999 hatte Taglauer, der 2008 zum Ehrenmitglied des SC Partenkirchen ernannt wurde, als Pressechef des Neujahrsskispringens in Garmisch-Partenkirchen gewirkt. In dieser Zeit war er mehrmals vom Forum Nordicum, der internationalen Gemeinschaft der nordischen Ski-Journalisten, mit dem Preis für den medienfreundlichsten Weltcup-Standort ausgezeichnet worden.

Klaus Taglauer galt als das wandelnde Lexikon der Vierschanzentouree

2006 erhielt Taglauer als Anerkennung für seine hervorragende Arbeit als Pressechef der Vierschanzentournee den "Werner-Kirchhofer-Preis" des Forum Nordicum. Bis zuletzt unterstütze der Partenkirchener seinen Nachfolger Ingo Jensen als Assistent und war bei allen Springen der Vierschanzentournee vor Ort. Klaus Taglauer galt mit seinem Insiderwissen als das „wandelnde Lexikon der Vierschanzentournee“ und half den Journalisten alljährlich bei den Recherchen für die Berichterstattung. Allzu gerne lockerte er die stressige Zeit der Vierschanzentournee mit der einen oder anderen Anekdote aus vergangenen Tagen auf.

Tournee-Präsident Alfons Schranz: "Klaus hat die Vierschanzentournee gelebt"

„Klaus hat für die Vierschanzentournee gelebt und sie stets im Herzen getragen. Mit seiner herzlichen Art und seinem berühmten Humor hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die Tournee neben ihrer professionellen auch immer ihre menschliche Seite in alle Welt transportiert hat. Es gibt wohl kaum einen nordischen Skijournalisten, der nicht wenigstens einmal gemeinsam mit Klaus Taglauer gelacht hat“, erklärt Tourneepräsident Alfons Schranz aus Innsbruck. Über drei Jahrzehnte hinweg sind zwischen dem langjährigen Pressechef und vielen Journalisten Freundschaften entstanden. Unvergessen sind die gemeinsamen Silvesterabende, an denen Klaus Taglauer befreundete Journalisten in dem von ihm bis 2009 betriebenen Restaurant „Ludwigs Stuben“ in Garmisch-Partenkirchen bewirtete.

Klaus Taglauer verdiente sich auch als Autor mit Tourneegeschichten

Im Jahr 2001 feierte die Vierschanzentournee ihr 50-jähriges Jubiläum. Im offiziellen Jubiläumsbuch "50 Jahre Internationale Vierschanzen-Tournee Fliegen & Siegen" verdiente sich Klaus Taglauer auch als Co-Autor zu "50 Jahre Tourneegeschichte". Die Urnenbeisetzung von Klaus Taglauer erfolgt am Freitag, 3. August, um 11.30 Uhr auf dem Friedhof in Partenkirchen.

Der Ehrenpräsident der Vierschanzentournee Claus-Peter Horle verstarb im April 2012

Bereits am 12. April 2012 mussten die Organisatoren der Vierschanzentournee und des Skiclub Oberstdorf bereits von ihrem Ehrenpräsidenten Claus-Peter, „Pe“, Horle Abschied nehmen, der im Alter von 70 Jahren nach längerer Krankheit verstorben war. Horle war von 2006 bis 2010 als Tourneepräsident an der Spitze der weltweit bedeutendsten Wintersportserienveranstaltung gestanden. Zuvor hatte Horle 37 Jahre lang als Vorsitzender die Geschicke des Skiclubs Oberstdorf gelenkt. Als Vorsitzender des SCO war Horle nicht nur für die Ausrichtung von 37 Auftaktspringen der Vierschanzentournee verantwortlich, er stellte sein Organisationstalent auch bei fünf Skiflug-Weltmeisterschaften, den beiden nordischen Ski-Weltmeisterschaften 1987 und 2005, acht Skiflug-Weltcups sowie zahlreichen Langlaufweltcups und deutschen Meisterschaften unter Beweis.