Viertligaspiel Leipzig - Kiel vor 17.000 Zuschauern endete 2:1

Red Bull Arena Leipziger Zentralstadion - holstein-kiel
Red Bull Arena Leipziger Zentralstadion - holstein-kiel
Vor großer Kulisse kam es am 13.11.2011 zum Aufeinandertreffen der beiden Spitzenmannschaften der Regionalliga Nord, Rasen-Ball Leipzig und Holstein Kiel.

Die Veranstalter in Leipzig rechneten mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern, als der Spitzenreiter der Regionalliga Nord, Holstein Kiel, zum ersten der beiden Aufeinandertreffen während einer Saison beim Zweiten, RB Leipzig, auflief. Leipzig will aufsteigen und unbedingt die Schmach der 1:5-Heimniederlage gegen Kiel aus dem Februar dieses Jahres tilgen. Kiel möchte auch aufsteigen, hat aber nicht den Druck von Seiten der Sponsoren und Zuschauer wie RB Leipzig. Allerdings hatte sich Kiel durch den guten Start in die neue Punktspielsaison und durch Siege im DFB-Pokal mit 3:0 gegen Cottbus und 2:0 gegen den MSV Duisburg ein gehöriges Stück Selbstvertrauen geholt. Die Heimmannschaft ist aber leicht favorisiert. Nach Meinung aller Trainer der Liga wird sie auch Meister. Pointe am Rande: In diesem Spiel Zweiter gegen Ersten traf zu Hause die beste Auswärtsmannschaft auf die auswärts antretende beste Heimmannschaft.

Stimmen der Trainer und der regionalen Presse vor dem Spiel

Die Trainer beider Mannschaften machten zumindest nach außen vor dem Spiel einen gelassenen Eindruck. Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit wies darauf hin, dass dieses Spiel noch nicht über die Meisterschaft entscheiden werde und deshalb wohl noch keine Mannschaft, egal, wer gewinnt, die Sektkorken knallen lassen würde. Allerdings verschaffe ein Sieg etwas Luft.

RB-Trainer Peter Pacult – ehemaliger österreichischer Nationalspieler und Meistertrainer – betonte: „Kiel ist Tabellenführer. Mehr gibt es zum Gegner eigentlich nicht zu sagen. Wir konzentrieren uns nur auf unser eigenes Spiel, wissen um unsere Stärken und werden unser Ding durchziehen. Mit einer Niederlage beschäftigen wir uns nicht!“

Holm Pinder, Trainer des ZFC Meuselwitz, dessen Mannschaft in den vergangenen beiden Wochen nacheinander gegen beide Team spielte, brachte es auf den Punkt: „RB hat viele Spieler mit sehr hoher Qualität für diese Liga. Aber die Kieler Mannschaft ist von vorn bis hinten durchstrukturiert und im Kombinationsspiel besser aufgestellt als RB.“

Kiels regionale Presse wies im Vorfeld darauf hin, dass RB Leipzig Strukturen aufweist, die gegen die DFB-Statuten verstoßen und einen Aufstieg in die dritte Liga verhindern könnten. Leipzigs regionale Presse zitierte über die „Bild“-Leipzig-Ausgabe Kieler Fans mit den Worten „Leipzig wird brennen!“

Die Highlights des Spiels RB Leipzig gegen Holstein Kiel 2:1 (1:1)

RB Leipzig: Borel - C. Müller, Franke, Ernst, Kocin - B. Schulz, Rost, Röttger (74. Heidinger), Rockenbach (87. Schinke)- Frahn (92. Sebastian), Kutschke.

Holstein Kiel: Jensen – Herrmann, Steil, Berzel, Poggenberg (46. Wetter) – Kazior, Toksöz (62. Müller)– Siedschlag, Sykora (74. Chahed), Lindner – Heider.

Wegen des enormen Zuschauerandrangs (16.627 Zuschauer lautete die offizielle Bekanntgabe) wurde das Spiel unter Leitung des Bundesliga-Schiedsrichters Manuel Gräfe mit 10-minütiger Verspätung angepfiffen. In den ersten 20 Minuten standen die Deckungsreihen beider Mannschaften sehr sicher und bestimmten das Spiel. Das Abtasten beider Mannschaften dauerte über 30 Minuten. Dann überstürzten sich die Ereignisse. Binnen drei Minuten erhielten beide Mannschaften je einen Elfmeter zugesprochen, die Rafael Kazior zum 0:1 nach einem Foul von Fabian Franke an Jaroslaw Lindner und Daniel Frahn zum 1:1 nach Foul an Thiago Rockenbach sicher verwandelten. Der Halbzeitstand ist ein gerechtes 1:1.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ziehen dicke Rauchschwaden durch das Stadion, weil im Block der Kieler gezündelt wird. Polizei und Ordner schreiten ein. In der 60. Minute gelang Daniel Frahm per Kopfball das 2:1 für RB Leipzig auf Flanke von Timo Röttger. Kiel drückte jetzt ständig, und Leipzig konzentrierte sich auf Konter im eigenen Stadion. Das Spiel war ungeheuer spannend und beide Teams blieben stets gefährlich. Angriff auf Angriff rollte gegen das Leipziger Tor. Leipzig kam zu keinen Entlastungsangriffen mehr, hielt aber weiter das 2:1. Zwei Minuten Nachspielzeit. Ende!

Mit Glück und Geschick gewinnt Leipzig das Spitzenspiel gegen Kiel. Wohl erst das Rückspiel in Kiel wird die Entscheidung über die Meisterschaft und den Aufstieg bringen und Halle wird auch noch "mitmischen".

Quellen: Holstein Kiel, RB Leipzig, Bild-Leipzig vom 9.11., Kieler Nachrichten vom 9.11.

Dieter Helmut, Dieter Helmut

Dieter Helmut - Dieter Helmut ist Jurist im Ruhestand und schreibt seit Dezember 2010 für suite101. Seine Themenschwerpunkte sind aktuelle ...

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