Virusinfektion Hepatitis-B: Ansteckung, Symptome und Impfung

Hepatitis-B ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie verläuft meist akut und gutartig, kann jedoch auch zu Leberkrebs und zum Tod führen.

Hepatitis-B ist eine virale Infektionskrankheit, welche eine Entzündung der Leber verursacht. Sie ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten, verläuft meist akut und hinterlässt bei Abheilung einen Schutz gegen erneute Infektion. In manchen Fällen kann sie jedoch auch chronisch werden und selten zu einem Leberzellkarzinom und auch zum Tod führen.

Epidemiologie: Erreger und Verbreitung der Hepatitis-B

Der Erreger der Hepatitis-B ist das Hepatitis-B-Virus HBV. Es gehört zur Familie der Hepadnaviren und in dieser zur Gattung der Orthohepadnaviren. Es ist nicht verwandt mit dem Hepatitis-A- und dem Hepatitis-C-Virus, jedoch besteht eine gewisse Verwandtschaft mit dem Hepatitis-D-Virus.

Nach Schätzungen der WHO und des Robert-Koch-Institutes haben weltweit etwa 2 Milliarden Menschen eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus durchgemacht und bei etwa 5-7% der Weltbevölkerung, also bei rund 300-420 Millionen Menschen, besteht eine chronische Infektion. Jährlich sterben durch Hepatitis-B weltweit etwa 1 Millionen Menschen.

Laut der WHO kommt die Hepatitis-B vor allem in China und anderen Teilen Asiens endemisch vor. Die meisten Menschen in diesen Gegenden infizieren sich in ihrer Kindheit mit dem Virus und in manchen Regionen ist die Infektion bei 8-10% der erwachsenen Personen chronisch ausgebildet. Hohe Infektionszahlen gibt es auch im Amazonasgebiet sowie Teilen Mittel- und Osteuropas und den südlichen Ländern Afrikas. Auch im mittleren und östlichen Teil des indischen Subkontinents geht man teilweise von 2-5% chronisch Infizierten aus.

In Deutschland haben etwa 7% der Bevölkerung eine Hepatitis-B Erkrankung durchgemacht und bei etwa 0,4%, also bei etwa 400.000 besteht ein chronisches Stadium. Die Neuinfektionen sind jedoch in der Bevölkerung seit Jahren rückläufig. Genaue und aktuelle Zahlen zur Infektion in Deutschland bietet die Homepage des Robert-Koch-Institutes.

Übertragung und Ansteckung mit Hepatitis-B

Die Übertragung der Hepatitis-B erfolgt über Körperflüssigkeiten. Generell kann das Virus im Blut, Sperma, Zervixsekret, Tränenflüssigkeit, Speichel und in der Muttermilch enthalten sein. Die Hauptinfektionsquellen sind jedoch Blut und sexuelle Kontakte.

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass in Deutschland und Westeuropa etwa 60-70% aller Neuinfektionen über sexuellen Kontakt stattfinden, besonders durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Gefahr mit kontaminiertem Blut in Kontakt zu kommen ist aufgrund des sorgfältigen Überprüfens von Blutprodukten in Deutschland wie auch in allen Ländern mit ähnlichen Testverfahren relativ gering. Hier sind vor allem bestimmte Risikogruppen der Bevölkerung, wie etwa Drogenkonsumenten, die sich ihre Nadeln untereinander teilen, gefährdet.

Auch Sonderformen der Übertragung können vorkommen. Das gemeinsame Benutzen einer Zahnbürste kann, etwa in einer Familie, zur gegenseitigen Ansteckung führen. Auch ist noch offen, welches Risiko etwa beim Tätowieren, Piercing oder Ohrlochstechen durch unsachgemäße Reinigung der Geräte besteht.

Auch bei schwangeren Frauen mit Hepatitis-B besteht die Gefahr, dass sich das Virus auf den Fötus übertragen kann. Je nach Unterart des Virus kann dieses Risiko auf 95% steigen, weshalb eine frühzeitige Impfung als Schutz des Neugeborenen sinnvoll ist.

Anzeichen, Symptome und Komplikationen bei Hepatitis-B

Bei Erwachsenen verläuft die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus in etwa 65% der Fälle ohne oder nur mit geringer Symptomatik. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Infektion und Auftreten erster Symptome, liegt meist zwischen 6 Wochen und 6 Monaten. Kommt es zu einem Ausbruch der Hepatitis-B, so nimmt dieser meist einen akuten Verlauf. Es kommt häufig zu unspezifischen Symptomen wie Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber und Gelenkschmerzen. Nach 3-10 Tagen kann es dann zum Auftreten eines Ikterus kommen.

Unter einem Ikterus versteht man die Gelbfärbung vor allem der Haut und der Augen. Meist kommt es in dieser Phase auch zu einer Dunkelfärbung des Urins. Diese ikterische Phase dauert 2-4 Wochen. In der Regel heilt die akute Hepatitis innerhalb einiger Wochen nach Ausbruch des Ikterus wieder vollständig ab. Bei weniger als 1% der Betroffenen, meist bei Personen mit eingeschränktem Immunsystem etwa bei AIDS-Patienten, kommt es jedoch zu einem fulminanten Verlauf der Krankheit, die in den meisten Fällen dann auch zum Tod führen kann.

In 5-10% der Fälle von Hepatitis-B bei Erwachsenen geht die Krankheit in ein chronisches Stadium über. Es kommt zu einer fortdauernden Entzündung der Leberzellen, die bei etwa 20% nach 10 Jahren zu einer Leberzirrhose, einer Veränderung des Lebergewebes führen kann. Aus dieser entwickelt sich dann nach 5 Jahren in 15% der Fälle ein Leberzellkarzinom, ein bösartiger Lebertumor.

Hepatitis-B bei Kindern und Kombinationsinfektion mit Hepatitis-D

Die Infektion mit Hepatitis-B verläuft bei Kindern etwas anders als beim Erwachsenen. Die akute Phase verläuft in der Regel gutartiger, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, eine chronische Hepatitis-B auszubilden, erhöht. Bei Säuglingen werden etwa 70% der Hepatitis-B-Infektionen chronisch, bei Kleinkindern immerhin noch 35%. Die Impfung gegen Hepatitis macht deshalb besonders bei Kindern Sinn.

Ein Spezialfall der Hepatitis-B ist, wenn sie zusammen mit Hepatitis-D auftritt. Das Hepatitis-D-Virus benötigt die HB-Viren für seine eigene Vermehrung und kann deshalb nur Personen mit Hepatitis-B befallen. Hepatitis-D ist zwar in Europa eher selten, jedoch führt eine Kombiinfektion meist zu einem sehr schweren Verlauf und verursacht in 90% der Fälle eine chronische Infektion.

Therapie und Schutz vor Hepatitis B

Da die Krankheit in den meisten Fällen von selbst ausheilt, erfolgt die Behandlung der akuten Hepatitis-B meist symptomatisch, also auf Linderung der Symptome gerichtet. Wie bei der Hepatitis-A gilt jedoch zu beachten, keine leberschädigenden Medikamente und auch keinen Alkohol während der Therapie einzunehmen.

Bei den schwereren Verläufen und einem chronischen Stadium gibt es die Möglichkeit, medikamentös gegen das Virus vorzugehen, die genaue individuelle Therapie sollte aber, auch in Hinblick auf das Fortschreiten der Chronifizierung, immer mit einem Arzt besprochen werden.

Als Schutz vor Heaptitis-B gibt es eine Impfung, die besonders bei Risikogruppen und Kindern gegeben werden sollte. Sie besteht aus 3 Injektionen, die jeweils im Abstand von 6 Wochen und die letzte nach 6 Monaten gegeben werden sollte. Es besteht auch die Möglichkeit der Gabe eines Kombinationsimpfstoffes auch gegen Hepatitis-A, in der Regel wird dieser Impfung der Vorzug gegeben.

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.

Verwendete Literatur:

Herbert Hof, Rüdiger Dörries; Medizinische Mikrobiologie – Duale Reihe; 4. Auflage; Georg Thieme Verlag Stuttgart 2009

Robert-Koch-Institut: Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblatt für Ärzte: Hepatitis B

Gerd Herold und Mitarbeiter; Herold - Innere Medizin 2009; Selbstverlag