Vivarium – Die größte mobile Reptilienausstellung der Welt

Texasklapperschlange - Neda Savkovic
Texasklapperschlange - Neda Savkovic
Hochgiftige Schlangen, flinke Eidechsen und gruselige Riesenspinnen - im Vivarium kann man sie alle gefahrlos beobachten.

Schlangen, Skorpione, Schildkröten, Leguane und Spinnen – im Vivarium (derzeit in München) gibt es viel von dem zu sehen, was einerseits fasziniert und andereseits einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Die größte mobile Reptilienausstellung der Welt zeigt mit über 400 Tieren aus 5 Kontinenten, was auf dieser Welt so alles krabbelt, schwimmt und fleucht.

Hautnah kann man zum Beispiel einer schwarzen Mamba ins Auge blicken, die sich vor der Scheibe emporschlängelt oder einer Texasklapperschlange beim Dösen zusehen. Faszinierende Tiere, die man sonst nur aus Tierdokumentationen im Fernsehen kennt, sind auf über 2.000 Quadratmetern in angenehmer Weitläufigkeit ausgestellt.

Neben bekannten und spektakulär-gefährlichen Tieren wie der Königskobra oder der größten Vogelspinne der Welt finden sich auch viele unbekanntere, aber nicht minder interessante Exemplare – wie der knallrote Tomatenfrosch, die weiße Albino-Monokelkobra, die Stinknatter oder die Matamata, eine Schildkröte aus dem Amazonas-Gebiet mit hornartigen Auswüchsen auf Panzer und Kopf.

Launen der Natur

Das Highlight unter den Reptilien könnte allerdings direkt aus einem Fantasy-Film entsprungen sein - ist aber lediglich eine Laune der Natur. Die doppelköpfige kalifornische Königsnatter mit dem(n) Namen „Tom und Jerry“. Dieses Tier schlüpfte auf einer Zuchtfarm in den USA und sollte eigentlich ein Zwillingspärchen werden. Am Ende eines regulären Schlangenkörpers entwickelten sich aber zwei Köpfe, die dem Tier allerdings keinerlei Schwierigkeiten bereiten, es ist gesund und benutzt auch beide Köpfe zur Nahrungsaufnahme. Ein weiterer Publikumsliebling ist die 60 Jahre alte und knapp 220 Kilogramm schwere Riesen-Seychellenschildkröte mit dem Namen „Jumbo“ - in einem großen Freilaufgehege das Zentrum der Ausstellung.

Heimatkunde

Neben den spektakulären und exotischen Tieren lässt die Ausstellung auch Platz für heimische Arten, quasi eine Auffrischung des Heimat- und Sachkundeunterrichts aus der Grundschulzeit. Kreuzotter, Sumpfschildkröte, Ringelnatter und Feuersalamander kann man sich hier aus der Nähe beobachten. Tiere, die man bei uns nur noch selten in freier Natur findet.

Unterbringung

Die Tiere werden alle in hübsch bepflanzten und - je nach Breitgengrad der Herkunft - auch beheizten Terrarien untergebracht, in die man auch guten Einblick hat. Ob die Größe der Gehege angemessen ist, lässt sich schwer sagen, die Wandterrarien haben eine verspiegelte Rückwand und man fragt sich dann doch, ob etwa 6 recht aktive Maskenleguane mit je einer Länge von etwa 10 Zentimetern in einem geschätzt 60 mal 40 Zentimeter großen Terrarium ausreichend Freiraum haben. Ein wenig befremdlich wirkt auch die Werbung für einen Tierfutterhersteller, der mit einem 2 Meter hohen und 1,5m breiten Aufsteller beziehungsweise mit ausliegenden Flyern in der Ausstellung für seinen Terrarienbedarf wirbt.

12 Euro kostet der Eintritt ins Vivarium für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren, für Kinder von 3 bis 14 Jahren kostet die Karte 8 Euro. Kinder unter 3 Jahre haben freien Eintritt. Die Ausstellung kommt ursprünglich aus dem französisch-sprachigen Teil der Schweiz und befindet sich derzeit noch bis 26. Juni in München.