Viele wissen nicht, dass es überhaupt so etwas gibt, aber Vlado Kumpan ist Europameister der Blasmusik. Geboren ist Vlado 1972 in Skalica in der Slowakei. Ein erfreulicher weiterer Impuls zur Annäherung zwischen Ost- und Westeuropa ist die Musik des Trompeters und seinen Musikanten. Im Prinzip steht diese in der Tradition der Egerländer Blasmusik eines Ernst Mosch, obwohl Vlado ja nicht aus Tschechien, sondern eben aus der Slowakei stammt.

Polkas und Walzer, aber auch „Das Lied Vom Tod“ gehören zu Vlados Repertoire

Zum zehnjährigen Jubiläum ist eine CD von Vlado Kumpan und seinen Musikanten mit dem einfachen Titel „Jubiläumsausgabe“ (Msp/VM MCP Sound und Media VÖ: 6.5.2011) erschienen. Der Stil seiner Blasmusik ist weniger süßlich als jene eines Ernst Mosch, der als Legende in die Geschichte der Blasmusik längst eingegangen ist. Auch Vlado hat einen ganz eigenen Sound entwickelt, der ihn ähnlich unverwechselbar macht wie die steirischen Kern-Buam oder Slavko Avsenik aus Slowenien. Vlado Kumpan ist jedoch vom musikalischen Spektrum her auch international aufgestellt. Er wagt sich auch an Titel heran, die nicht direkt klassische Blasmusikliteratur darstellen, wie zum Beispiel „Das Lied Vom Tod“ oder „Time To Say Goodbye“. Er ist ein ausgezeichneter Trompeter, dessen Wurzeln aber trotzdem die traditionelle Blasmusik Mährens sind. Dennoch: Selbst auf der CD „Mährisches Herz“ (Msp/VM MCP Sound und Media VÖ: 4.6.2010) sind neben volkstümlichen Nummer Welthits wie „My Heart Will Go On“ zu hören.

Die Jubiläumsausgabe startet zunächst mit zwei Polkas, die Vlados Stil die Trompete zu spielen gut charakterisieren. Es erinnert ein wenig an Herb Alpert, Vlado ist aber trotzdem eindeutig in der Tradition mitteleuropäischer Blasmusik verhaftet. Im Gegensatz zur großen Blasmusikkapelle eines Ernst Mosch kommt die Trompete als Soloinstrument natürlich wesentlich stärker zur Geltung. Daraus ergibt sich ein wesentlich schärferer Sound als es die doch eher breiten Klangteppiche einer Blasmusikkapelle darstellen. Die Tanzform des Ländlers hatte im 19. Jahrhundert die größte Verbreitung im alpenländischen Raum. Er ist sowohl als Paartanz als auch als Gruppentanz bekannt. Vlado spielt auf dieser CD den Ländler „Der Sonnenuntergang“. Der Ländler ist ein Zwischending zwischen Walzer und Polka und hat in der Volksmusik große Tradition. Die Grenze zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik ist zunehmend schwerer zu ziehen. Populäre Volksmusiker, können oder wollen sich nicht wehren, gezielt vermarktet zu werden. Es wäre unsinnig jemanden einen Vorwurf zu machen, aus seiner Popularität heraus das Einkommen zu steigern oder Profimusiker zu werden.

Die Aufnahme von La Strada auf der Jubiläums-CD ist ein Juwel

Obwohl Vlado Kumpan dem traditionellen Stil der Blasmusik treu bleibt, versucht er doch kleine Brücken in die Popmusik zu schlagen. Das liegt wohl vor allem daran, dass die Blasmusikliteratur nicht gerade mit populären Melodien gesegnet ist. Auf der Jubliäums-CD sind neben Vlado auch seine Musikanten zu hören. Der Begriff Musikanten ist doch sehr untertrieben – es sind durchweg Spitzenmusiker mit Konservatoriums- oder Hochschulabschluss. Musikalisch perfekte Aufnahmen sind garantiert. Anspieltipps sind die Polkas „Vlad`ka“, „Pepinka“ und „Tynecka“. Überhaupt überwiegen die flotten Töne stark auf dieser CD. Zum Abschluss folgt dann der musikalische Höhepunkt. Das Thema aus „La Strada“, einem der wohl schönsten Soundtracks der Filmgeschichte, interpretiert Vlado Kumpan sagenhaft gut. Die Jubiläums-CD von Vlado Kumpan und seinen Musikanten macht Lust darauf, sich weitere Produktionen des Europameisters der Blasmusik anzuhören.

Quelle:

Vlado Kumpan Homepage