Vogelsterben in USA und Schweden: Forscher suchen nach Ursachen

Dohle - eine der verendeten Vogelarten - © Kurt Bouda / pixelio.de
Dohle - eine der verendeten Vogelarten - © Kurt Bouda / pixelio.de
Nachdem in den USA hunderte Vögel tot vom Himmel fielen, hat das Vogelsterben auch Schweden erreicht. Forscher suchen indes fieberhaft nach den Ursachen.

Das mysteriöse Vogelsterben will kein Ende nehmen. Stattdessen zieht es weitere Kreise. Die ersten Fälle von plötzlichem Massensterben bei Vögeln wurden in den USA gemeldet. Nachdem im US-Bundesstaat Arkansas nahezu 5.000 Tiere tot vom Himmel gefallen waren, verendeten Vogelschwärme in Kentucky und Texas auf ähnliche Weise. Mit dem plötzlichen Vogelsterben in Schweden erhält das Phänomen nun auch Einzug in Europa. Forscher suchen indes fieberhaft nach der Ursache für das Massentiersterben, denn diese ist im Gegensatz zu wilden Spekulationen noch nicht gefunden.

Vogelsterben in den USA: Waren Böller die Ursache?

Erst vor kurzem wurden nahe der Ortschaft Pointe Coupee im US-Bundesstaat Louisiana 500 tote Vögel entdeckt. Einige der Tiere wurden zur Untersuchung in Labore gebracht. Bei den Kadavern handelt es sich nach Angaben der Sprecherin des Amtes für Fischerei und Fauna um verschiedene Vogelarten: Starenvögel und Rotschulterstärlinge. Letztere waren bereits bei einem früheren Vorfall gesichtet worden: In der Silvesternacht stürzten im US-Bundesstaat Arkansas etwa 5.000 Vögel dieser Art vom Himmel. Bei beiden Fällen ist die genaue Ursache für das Massensterben weiter unklar. Tiermediziner der staatlichen Veterinärkommission zufolge lassen sich Krankheiten oder Viren als mögliche Ursachen für das Tiersterben ausschließen. Dies ergaben erste Untersuchungen, die belegten, dass alle wichtigen Organe der Tiere gesund gewesen seien. Die Behörden in Arkansas gehen davon aus, dass das Silvesterfeuerwerk die Rotschulterstärlinge in Panik versetzt haben könnte. Als weitere Möglichkeit würden spezielle Vorrichtungen der Landwirte zur Abschreckung der Vögel in Betracht gezogen. Beides könne dazu geführt haben, dass die Tiere die Orientierung verloren haben und gegen Hindernisse geflogen waren.

Hagelschlag oder Fallwinde mögliche Grund für tote Vögel in Schweden

Ähnlich den Fällen in den USA wirft auch das plötzliche Vogelsterben in Schweden viele Fragen auf. Im Südwesten des Landes, nahe der Ortschaft Falköping, wurden vor kurzem etwa hundert Vögel tot auf der Landstraße entdeckt. Man vermutet, dass der Schwarm ebenfalls vom Himmel gestürzt war. Ein Sprecher der Rettungsdienste Falköping teilte Medien zufolge mit, dass fünf der Vogelkadaver zur Untersuchung in Labore gebracht würden. Weiter heißt es, dass einige der Tiere beim Eintreffen des Rettungsdienstes Falköping noch gelebt hätten. Bei der Vogelart, die in Schweden betroffen war, handelt es sich um Dohlen, eine Krähenart. Auch hier sind Experten sich über die möglichen Ursachen im Unklaren. Ein Befall der Tiere wird ausgeschlossen. Als mögliche Ursachen gelten Naturphänomene, etwa Hagelschlag oder Fallwinde. Auch besondere Windkonstellationen sind denkbar. Des Weiteren werden Vergiftungen, etwa mit Quecksilber, als möglicher Grund angeführt.

Das Vogelsterben als böses Omen?

Wenn es an handfesten Erklärungen fehlt, sind die Gerüchte auf der Überholspur. Längst kursieren im Netz die wildesten Spekulationen um die wahren Gründe für das Vogelsterben. Bekannte wie neue Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien verbreiten sich rasend schnell und sorgen vor allem in den USA für neue Furcht vor der Apokalypse. Im US-Bundesstaat Louisiana, in dem ein Fall von Vogelsterben aufgetreten war, kursiert sogar die Theorie einer Ufo-Kollision. Doch ist das Phänomen wirklich als böses Omen zu deuten? Und lassen sich darin Andeutungen auf eine bevorstehende Apokalypse finden? Religionswissenschaftler warnen vor übereilter Dramatik. Bisher sei schließlich jede Generation davon überzeugt gewesen, dass das Weltenende bevorstünde. Außerdem gab es schon einmal ähnliche Fälle von Vogelsterben. Im US-Bundesstaat Arkansas, wo der erste Fall aufgetreten war, ist ein Phänomen von 2001 überliefert, bei dem Blitze als wahrscheinliche Ursache gehandelt werden.

Bildnachweis: (c) Kurt Bouda / pixelio.de

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