Volkswagen-Chef Martin Winterkorn im Porträt

Fachmagazin "auto motor und sport“ kürt Auto-Manager des Jahres 2009

Professor Martin Winterkorn - Volkswagen AG
Professor Martin Winterkorn - Volkswagen AG
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Lebensstationen von Martin Winterkorn anläßlich seines Gewinns der Wahl vor Rupert Stadler, Bernhard Mattes und Norbert Reithofer.

Wer Martin Winterkorn in der Öffentlichkeit oder im Fernsehen erlebt, dem fällt unweigerlich die Ausstrahlung dieses Mannes auf. Wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung scheinen an ihm alle Widerwärtigkeiten des Alltags abzuprallen. Selbstbewusst und kompetent auftretend lässt Winterkorn sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen und trägt damit dazu bei, dass seine Mitarbeiter Vertrauen in ihn und seine Arbeit haben. Das führt mit dazu, dass die Volkswagen AG nicht nur die Wirtschaftskrise überstanden und den Machtkampf gegen Porsche gewonnen hat, sondern auch zielstrebig und ungehindert in Richtung Weltmarktführerschaft marschiert. Speziell dafür wurde er vom Fachmagazin "auto, motor und sport“ zum Auto-Manager des Jahres 2009 gewählt.

Die Wahl zum Auto-Manager des Jahres 2009

Das am 17. Dezember 2009 bekanntgewordene Wahlergebnis wird damit begründet, dass es Martin Winterkorn auf eine hervorragende Weise gelungen sei, den Konzern und seine neun Marken weiterzuentwickeln. Die Redaktion des Automagazins betont, dass sich Winterkorn dabei auch durch die versuchte Übernahme durch Porsche nicht vom erfolgreichen Kurs hat abbringen lassen und schließlich geschickt die Chance nutzte, Porsche als zehnte Marke in den Konzern zu integrieren. Die im Vergleich zur Konkurrenz überschaubaren Schwächen habe Winterkorn erkannt und in Angriff genommen. Die Mehrmarkenstrategie des Konzerns, an der andere Unternehmen gescheitert seien, habe sich nach Ansicht der Jury gerade in der Krise bewährt.

Wer ist Martin Winterkorn?

Zum Zeitpunkt seiner Wahl zum Auto-Manager des Jahres ist Martin Winterkorn Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Diesen Posten bekleidet er seit dem 1. Januar 2007. Er ist Mitglied des Vorstands von VW im Geschäftsbereich Konzern Forschung und Entwicklung, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Audi AG sowie Vorsitzender des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE.

Winterkorn wurde am 24. Mai 1947 in Leonberg geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. In jungen Jahren ist Martin Winterkorn als Torwart beim TSV Münchingen in Erscheinung getreten. Dem Hobby Fußball ist er bis heute treu geblieben. Sicher mit ein Grund dafür, dass der Konzern sich als Sponsor der Vereine VfL Wolfsburg und Werder Bremen sowie über die Audi AG beim FC Bayern München in diesem beliebten Breitensport engagiert.

Der Werdegang von Martin Winterkorn im Kurzüberblick

Winterkorn begann sein Studium der Metallkunde und Metallphysik an der Universität Stuttgart im Jahr 1966. Im Zeitraum von 1973 bis 1977 war er Doktorand am Max-Planck-Institut für Metallforschung, an dem er 1977 promovierte. Bei der Robert Bosch GmbH sammelte Winterkorn Erfahrungen im Bereich der Forschung. Schon 1981 wurde er Assistent des Vorstands der Qualitätssicherung bei Audi. Zu Beginn des Jahres 1988 übernahm Martin Winterkorn die Leitung des Bereichs Zentrale Qualitätssicherung und zwei Jahre später der Leiter der Audi Qualitätssicherung.

Winterkorns erster Schritt zu Volkswagen

Die Leitung der Abteilung Konzern-Qualitätssicherung bei Volkswagen wurde Winterkorn im Jahr 1993 übertragen. Schon im Folgejahr wurde er zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG ernannt. Im Juni 1995 übertrug man Winterkorn die Verantwortung für das Produktmanagement des Volkswagen-Konzerns. Ein halbes Jahr später wurde er Markenvorstand für die Technische Entwicklung bei VW. Von Juli 2000 an war Winterkorn innerhalb des Konzernvorstandes für den Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung zuständig.

Martin Winterkorn und der VW Phaeton

In diese Amtszeit fiel auch die Verantwortung für die Entwicklung und den Bau des damals neuen Volkswagen-Luxusklassemodells Phaeton, für dessen Fertigung die Volkswagen AG die Gläserne Manufaktur Dresden errichtete. Winterkorn und seine Crew stellten das Projekt auf eine breite, wirtschaftlich sinnvolle Basis, in dem sie die Plattform des Phaeton auch für die Continental-Reihe der ebenfalls zum Konzern gehörenden Automarke Bentley nutzten. Voller Stolz sprach Winterkorn im Vorwort des Buches zum Phaeton von den 100 Patenten, die in diesem Auto neu realisiert worden sind.

Mit im Jahr 2009 in Deutschland zugelassenen 1.810 Stück erreichte der Phaeton fast ein Drittel der Zulassungszahlen des Konkurrenten Mercedes S-Klasse, von der im gleichen Zeitraum 6.186 Exemplare angemeldet wurden. Damit ist der Phaeton schon für sich allein betrachtet erfolgreicher, als der erste Gehversuch von Audi in der Luxusklasse, der Audi V8 von 1988. Ein weitreichendes Facelift des von Winterkorn überzeugt verfochtenen Phaeton wird für 2010 erwartet.

Winterkorns kurzer Wechsel zurück nach Ingolstadt führte wieder zurück nach Wolfsburg

Vom 1. März 2002 an leitete Winterkorn als Vorstandsvorsitzender der Audi AG die zu Jahresbeginn 2002 neu gebildete Markengruppe Audi, zu die Marken Seat und Lamborghini gehören. Vom 1. Januar 2003 an war er auch für die Technische Entwicklung von Audi zuständig und nahm Kraft seines Amtes als Vorstandschef der Audi AG auch einen Platz im Vorstand der Volkswagen AG ein. Dort wurde er vom 1. Januar 2007 an Vorstandschef. Mit ihm wechselten Chefdesigner Walter de Silva und den Entwicklungschef Ulrich Hackenberg nach Wolfsburg. Winterkorns Platz bei Audi übernahm am 06. Dezember 2006 der damalige Vorstand des Geschäftsbereiches Finanz und Organisation Rupert Stadler.

Martin Winterkorn wurde mehrfach ausgezeichnet

Im Jahr 2003 ernannte die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest Martin Winterkorn zum Honorarprofessor. Im Jahr darauf wurde er Honorarprofessor an der Technischen Universität Dresden für das Fachgebiet Leichtbauwerkstoffe im Fahrzeugbau. Winterkorn ist darüber hinaus Mitglied des Kuratoriums der TU Dresden, Mitglied des Hochschulrats der TU Braunschweig sowie im Vorstand der Atlantik-Brücke, einem Verein zur Förderung des deutsch-amerikanischen Verständnisses.

Im Jahr 2006 erhielt Winterkorn den Bayerischen Verdienstorden des Freistaats Bayern, wurde 2007 Ehrenprofessor der Tongji-Universität in Shanghai und 2008 mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg geehrt. Mit dem Ehrenring der Stadt Garbsen wurde er ebenso 2009 ausgezeichnet, wie er von "auto, motor und sport“ zum Auto-Manager des Jahres gewählt worden ist.

Die weiteren Platzierungen der Wahl zum Auto-Manager des Jahres

Auf Rang 2 der seit 2000 stattfindenden Wahl zum Auto-Manager des Jahres folgen gleichauf der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, Bernhard Mattes, und der Vorstandsvorsitzende der BMW Group, Norbert Reithofer. Stadler sei es gelungen, auch in der Krise und ohne den Schub der Abwrackprämie den Audi-Absatz relativ stabil zu halten, stellt "auto motor und sport" zum Wegbegleiter von Martin Winterkorn fest, der kurz vor Weihnachten den Sänger Justin Timberlake für die Werbekampagne des neuen Audi A1 engagierte.

Update 19. Januar 2010:

Prof. Dr. Winterkorn ist vom Fachmagazin "Horizont“ zum Preisträger der Auszeichnung "Unternehmer des Jahres 2009“ gewählt worden. Die Zeitschrift für Werbung und Marketing würdigte die Innovationskraft und strategische Weitsicht, mit der Winterkorn den Volkswagen-Konzern führt.

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