Vom Sandmohn bis zur Tamariske - Küstenpflanzen auf Samos

Tamariske - Adele Sansone
Tamariske - Adele Sansone
Wildpflanzen an Griechenlands Küsten: Von endemischen Arten bis zu kuriosen Ansiedlern erstreckt sich der breite Bogen. Hier finden Sie eine kleine Auswahl.

Ein Urlaub in Griechenland - herrlich. Die Kamera zur Fotosafari gezückt und los geht es. Denn die griechische Insel Samos ist, besonders im Frühjahr, die reinste Blumeninsel. Die Küstenflora auf den griechischen Inseln ähnelt dem anderer Mittelmeerländer. An den Sandstränden gedeihen Zyperngras und Dünen-Trichternarzisse, Strand-Wolfsmilch, Strand-Schneckenklee, Stranddistel und Levkoje. Der Meerfenchel (Crithmum maritimum) wird ähnlich wie an der Nordsee der Queller, als Gemüse verwendet. Felsige Küstenabschnitte werden vom Strandflieder, der aber auch an den Küsten der Nordsee zu finden ist, verschiedenen Mohnarten, aber auch vom rosafarbenen Leimkraut (Silene colorata) bevorzugt.

An der Dornpolsterflockenblume (Centaurea spinosa), geht sicherlich auch niemand achtlos vorbei, so imposant sind ihre grauoliven stacheligen Polster in Strandnähe. Die Palme des Theophrastos (Phoenix theophrasti) gedeiht vielerorts, auch außerhalb von Kreta in Vai. An den Stränden von Samos wurden als Schattenspender vor allem Tamarisken angepflanzt. Sie wurden neben den gelben oder roten Mittagsblumen, die gleichermaßen Strandbefestigung als auch Schmuck sind, gezielt ausgepflanzt. In kleinen, schwer zugänglichen und kaum besuchten Buchten gedeihen aber nach wie vor auch endemische Arten.

Sandmohn (Papaver argemonte ssp. nigrotinctum) und Hornmohn (Glaucium flavum)

Kommt man in den Monaten Mai, Juni, dann überfällt einen der Mohn (Papaveraceae) in vielen Variationen (zehn Arten). An Strandabschnitten gibt es häufig eine fröhlich bunte Mischung aus Sandmohn (rot) und gelbem Hornmohn. Die Blätter sind fiederteilig und lanzettlich. Die vier Kronblätter des Sandmohns sind etwas kleiner, als die des Klatschmohns. Beim Hornmohn wiederum fällt die Kapsel aus dem Rahmen, denn sie ist nicht rund, sondern dünn und zylindrisch und kann bis zu 20 Zentimeter lang werden.

Dornpolsterflockenblume (Centaurea spinosa)

Dornige grauolive Polster, nicht zu verwechseln mit den ähnlich wirkenden Polstern der Dornbusch-Wolfsmilch, bedecken oft große Flächen in Strandnähe. Dies sind die Büsche der Dornpolsterflockenblume. Die Flockenblumen (Centaurea) sind eine Gattung aus der Familie der Compositae. Die Blüten, die ab Juli erscheinen sind weißrosa mit violetten Schattierungen und klein.

Strand-Flieder (Limonium sinuatum)

Der Strandflieder, der auch gerne für Trockengestecke Verwendung findet, gehört zu den Plumbaginaceae. Es gibt auch endemische Arten, so den kretischen Strandflieder. Die weiß-fliederfarbenen Blüten erscheinen ab Mai und blühen bis September. Er verträgt gut salzigen Grund, ist deshalb auch an häufig überspülten Strandabschnitten zu finden.

Strand-Levkoje (Mathiola sinuata) und dreihörnige Levkoje (Mathiola tricuspidata)

Die Levkojen aus der Familie der Cruciferae gedeihen an Sandstränden, aber auch an Felsküsten. Die Pflanze ist weißfilzig, verzweigt und am Grunde holzig. Die Blüten sind blassrosa bis blassviolett mit vier Kronblättern. Ähnlich wie der Hornmohn bildet sie längliche Schoten. Die Blätter sind weißfilzig und schmallanzettlich. Mathiola tricuspidata hat eher grasige Stängel, die Blüte ist im Zentrum weißlich. Sie erkennt man eindeutig an den dreieckigen spitzen Hörnern am oberen Schotenrand.

Afrikanische Tamariske (Tamarix africana)

Wer sich an oft einsam gelegenen Stränden über einen Schattenspender freut, liegt ziemlich sicher unter einer Tamariske. Der zu den Tamariskengewächsen gehörende Strauch oder Baum wurde an vielen Küstenabschnitten gezielt als Schattenspender für die Touristen gesetzt. Tamarix-Arten wachsen als kleine, gut verzweigte, meist laubabwerfende Bäume und Sträucher. Es sind tief wurzelnde Pflanzen, die auch in salzhaltigen Böden gedeihen. Die schmalen Zweige besitzen eine glatte, rötlich-braune bis schwärzlich-braune Rinde. Erst im Alter wird die Rinde bräunlich-purpurn und furchig-rau. Die wechselständig die Zweige dicht bedeckenden, ungestielten Blätter sind klein, schuppenförmig, unbehaart bis filzig behaart und grau-grün. Die Blätter sind in der Lage, mit punktförmigen Drüsen Salz auszuscheiden. Die weißen kätzchenartigen Blütenstände erscheinen von April bis Juni.

Kleines Glossarium

  • Theophrastos: der in Büchern über griechische Wildpflanzen oft zitiert wird, wurde 372 v. Chr. in Eressos, auf der Insel Lesbos, geboren und starb 287 v. Chr. in Athen. Theophrastos war ein Schüler von Platon und Aristoteles. Seine zwei Werke über Pflanzen führten zu dem Ehrentitel Vater der Botanik.
  • Papaveraceae: Mohngewächse sind eine Familie innerhalb der Ordnung der Hahnenfußartigen.
  • Compositae oder Asteraceae: früher Korbblütler genannt, heute als Korbblüten- oder Asterngewächse bezeichnet, bilden die größte Pflanzenfamilie.
  • Plumbaginacea: Bleiwurzgewächse, nach der Verfärbung der Haut nach Berührung mit den Wurzeln benannt.
  • Cruciferae oder Brasicaceae: Kreuzblütengewächse, so benannt, weil die vier Blumenblätter einander genau gegenüber oder im Kreuz stehen.

Übersichtsartikel: dazu: Wildpflanzen in Griechenland, Ein Blick auf die Insel Samos

Quellen: Wildblumen aus Griechenland, Vangelis Papiomytoglou; Mediterraneo Editions 2006

Kosmos Naturführer: Was blüht am Mittelmeer? Peter und Ingrid Schönfelder; Franckh Kosmos Verlag 2005

Fotohinweis: Sämtliche Bilder stammen von der Insel Samos

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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