Es geschah am Heiligabend 2006. Corinne Hornung (49) aus Bellmund (Schweiz) hatte es sich in ihrem Wohnzimmer gemütlich gemacht. Die vier Kerzen am Adventskranz brannten. „Ich ging nur ein paar Augenblicke aus dem Wohnzimmer“, erinnert sich die kaufmännische Angestellte, „doch genau in dieser Zeit fing der Adventskranz Feuer. Als ich wiederkam, schlugen die Flammen schon ziemlich hoch!“

Beherzt griff Corinne zu und trug den brennenden Kranz mitsamt dem Tischtuch in die Küche. „Ich merkte gar nicht, dass ich mir dabei die Finger verbrannte.“ Sie hielt den Kranz über die Spüle und ließ Wasser darüber laufen – ein schwerer Fehler! „Es gab eine riesige Explosion und die ganze Küche war sofort in dicke Rauchschwaden gehüllt!“ Corinne rief um Hilfe. Ein aufmerksamer Nachbar rief die Feuerwehr und den Krankenwagen, bevor er ihr beim Löschen half. Jetzt ging alles sehr schnell. „Ich stand unter Schock und funktionierte. Als die Sanitäter meinten, ich müsse ins Krankenhaus, verstand ich gar nicht, warum!“

Erst viel später realisierte Corinne, was überhaupt geschehen ist

Erst im Spital spürte Corinne den Schmerz der verbrannten Hände. Um Mitternacht kam sie nach Hause. „Meine ganze Küche war bis oben hin schwarz und voller Ruß. Erst da habe ich realisiert, was in dieser Nacht geschehen ist und in welcher Gefahr ich mich befunden hatte.“

Dieser Brand an Heiligabend war für Corinne ein traumatisches Erlebnis. Die sonst so fröhliche, selbstbewusste Frau wurde zum reinsten Nervenbündel. „Am schlimmsten waren die Nächte!“ erzählt sie. „Mindestens vier Mal wurde ich wach und glaubte, Rauch zu riechen. Dann ging ich durch meine Wohnung und suchte das Feuer. Es hat niemals mehr irgendwo gebrannt, aber ich stand völlig unter dem Zwang, alle paar Stunden meine Wohnung zu kontrollieren!“

Nacht für Nacht ging das so. „Da ich nicht mehr durchgeschlafen habe, war ich tagsüber ständig müde. Ich schaffte es mit Müh' und Not, zur Arbeit zu gehen, aber ansonsten war ich ein Wrack! Und zu allem Übel musste nicht nur meine Küche renoviert werden!“ Tatsächlich hatte die Explosion Ruß in alle Zimmer von Corinnes Wohnung gedrückt und einen bleibenden Rauchgeruch hinterlassen. Sämtliche Wände mussten neu gestrichen, die Küche und das Wohnzimmer sogar neu tapeziert werden! Eine zusätzliche Belastung für die nervlich bereits angegriffene Frau.

Corinne suchte Hilfe

Ein halbes Jahr lang hielt Corinne durch. Doch nach einer weiteren Horror-Nacht entschloss sie sich, nach Mallorca zu fliegen. „Dort lebt der Psychotherapeut Rainer Franke, der eine neue Trauma-Technik entwickelt hat. Ich kannte ihn von ein paar Wochenendseminaren und hatte Vertrauen zu ihm. Er sollte mir helfen!“

Rainer Franke hatte zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau Regina bereits die Meridian-Energie-Techniken (MET) in Deutschland und der Schweiz etabliert. Bei dieser Therapiemethode werden Ängste und Blockaden durch sanftes Beklopfen bestimmter Meridianpunkte aufgelöst. Um auch schwerere Erlebnisse und Traumata behandeln zu können, entwickelte er die Meridian-Energie-Trauma-Technik. In einer etwa eineinhalbstündigen Behandlung arbeitet der Therapeut mit der Patientin ausschließlich an dem Trauma, das es aufzulösen gilt. Bei Corinne war das der Brand an Heiligabend.

Die Behandlung mit der neuen Traumatechnik

„Rainer bat mich bei der Behandlung immer wieder, mir noch einmal das Bild von jenem Abend ins Gedächtnis zu rufen und fragte mich nach den Gefühlen, die durch die Erinnerung hochkamen. Es stellte sich heraus, dass ich gar nicht in der Lage war, mich an den brennenden Adventskranz zu erinnern, ohne in Panik zu geraten.“ Daher sollte sich Corinne das Feuer erst einmal in Schwarz/Weiß und weit von ihr entfernt vorstellen. „Schritt für Schritt konnte ich dann das Bild immer näher kommen lassen und alle Gefühle, die das bei mir auslöste, sprach ich laut aus, während ich meine Nierenpunkte im Brustbereich beklopfte!“

Wie Rainer und Regina Franke herausgefunden hatten, sind gerade diese Nierenpunkte rechts und links der oberen Brustmitte wichtig, wenn es darum geht, ein Trauma aufzulösen. „Schon nach einer Viertelstunde konnte ich mir das Bild von Heiligabend aus der Nähe anschauen – eine Weile später sogar in Farbe!“ Als die Bilder nichts Beängstigendes mehr für Corinne hatten, sollte sie den Ablauf von Heiligabend nacherzählen. Nach jedem Satz prüfte der Therapeut, was für Gefühle die Erzählung bei ihr ausgelöst hatte und beklopfte sie so lange, bis alle aufgelöst waren. „Insgesamt hat diese Behandlung etwas mehr als eine Stunde gedauert!“, fasst Corinne zusammen, „Aber seither schlafe ich wieder jede Nacht durch!“

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.