
- Der Mozart-Radweg führt direkt zum Wolfgangsee - Judith Weibrecht
Auf dem Schild des Mozart-Radwegs steht zu lesen: Am "Ziel". Denn hier in St. Gilgen am Mozartplatz beim Mozartbrunnen, unweit der Mozart-Gedenkstätte, handelt es sich um eine Stichstrecke der Radroute um Wolfgang Amadeus Mozart. Allerdings um eine, die hiermit ausdrücklich empfohlen sei. Das „Café Dallmann“ lockt mit echten Mozartkugeln zur Radpause, und Radfahrer sollten sich eine haltbare „Mozarts Reisetorte“ für die Packtaschen besorgen. Eine kluges Unternehmen, wie sich später herausstellen könnte. Und wer zum geprüften Mozartkugel-Dreher ausgebildet werden möchte: Konditormeister Mayrhofer bietet diese Seminare im „Café Dallmann“ an. Welchen Radfahrer stören schließlich Kalorien?
Seen am Mozart-Radweg
Die Stichstrecke kann man nun einfach zurück nach Salzburg fahren oder aber eine andere Strecke über den Zeller und den Obertuner See nehmen. Ab Salzburg führt die Radroute die Salzach entlang auf dem Tauernradweg nach Oberndorf, wo man der Stille-Nacht-Kapelle einen Besuch abstatten kann. Nächste Station ist die uralte Stadt Laufen mit ihrer pittoresken Altstadt, wo der grenzüberschreitende Radweg nun seinen bayerischen Abschnitt beginnt. Auf einem holprigen Forstweg geht’s durchs Schönramer Filz, einem der größten Hochmoore Bayerns. Da vorne winkt schon der Waginger See, der immerhin der wärmste Badesee Oberbayerns ist. Bei entsprechendem Wetter also: Runter vom Sattel und hinein ins erfrischende Nass! Nun noch durch Nußdorf und an den schönen Chiemsee. An prachtvollen Seenlandschaften ist entlang des Mozartradwegs wahrlich kein Mangel.
Der Mozart-Radweg führt dorthin, wo „Wolferl“ das Orgelspiel erlernte
Ab Chieming geht es eine Weile auf einer Art Waldweg direkt am See entlang, dann biegt die Route ab nach Seeon mit seinem idyllisch gelegenen Kloster, heute ein wundervolles Hotel, auf einer Halbinsel im See. Auch dieses Kleinod ist eine der Wirkungsstätten des Wunderknaben, der hier kaum neunjährig schon komponiert und Orgel gespielt haben soll. Verwöhnt werden Radfahrer im „Haus Rufinus“ mit Fahrradgarage und super Frühstück. Später trifft man in Gstadt, ein kleiner Umweg macht´s möglich, noch einmal auf den Chiemsee und kann mit der “MS Berta“ zur Fraueninsel übersetzen. Eine willkommene Pause, denn dort kann man den himmlischen Chiemseer Kräuterlikör verkosten. Wer ab hier auf einer anderen Radroute weiter fahren möchte, dem sei der Bodensee-Königssee-Radweg empfohlen.
Auf Mozarts Spuren per Rad nach Wasserburg und in den Kaiserwinkel
Nach Wasserburg führt der Radweg, wo Wolferl in der St. Jakobskirche das Orgelspiel erlernte und des öfteren im Gasthof „Zum Goldenen Stern“ verweilte. Also: über die Rote Brücke und durchs Brucktor hinein in die malerische, durch ihre Arkaden fast italienisch anmutende Altstadt Wasserburgs, die der smaragdgrüne Inn fast völlig umfließt. Auch Radwanderer auf Mozarts Spuren folgen nun dem Inn, und zwar flussaufwärts in Richtung Kufstein. Doch keine Angst, innaufwärts bedeutet nicht, dass es hier um große Steigungen geht. Hier bewegt man sich mal wieder grenzüberschreitend, denn hinter Nußdorf rollen die Reifen zurück auf österreichischen Boden, und ganz gemütlich über Rosenheim der „Perle Tirols“ entgegen. Genuss pur! Der Mozartradweg wird hier für eine Weile zu einem typischen Flussradweg, denn noch eine ganze Weile bleibt man am schönen Inn. Auch hier gibt es viele historisch belegte Mozartpunkte, doch dann geht's für Mozart-Radler ab nach links in die Postkartenlandschaft des hügeligen Kaiserwinkels in Tirol und direkt an das Ufer des Walchsees - vorbei an Waidach und Kössen durch imposante Berglandschaften bis nach St. Johann in Tirol. Ein Bussard kreist hoch oben und scheint zu überlegen, ob Radfahrer eine leckere Beute abgeben würden, überlegt es sich aber Gott sei Dank anders.
Weiter radeln kann man auf dem Mozart-Radweg von St. Johann bis zurück nach Salzburg.
