Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war das Fliegen mit einem Zeppelin populär. Die Werft in Friedrichshafen produzierte in den Jahren von 1909 bis 1937 insgesamt 129 Zeppeline. Bis zum Ersten Weltkrieg waren sieben Luftschiffe auf 1.588 Einsätzen unfallfrei auf ihren Routen unterwegs. 34.028 Fluggäste erreichten von Friedrichshafen aus sicher ihr Ziel, Berlin, Hamburg oder Frankfurt, in den 1930er Jahren begaben sich zahlreiche Passagiere in einer 80 Stunden dauernden Fahrt nach Nord-oder Südamerika.

Der Bodensee aus der Vogelperspektive

Am 14. August 2001 war der Auftakt für eine neue Ära in der Geschichte des Luftschiffs, benannt nach dessen Konstrukteur, Ferdinand Graf von Zeppelin. Die Zeppelin Reederei in Friedrichshafen hatte einen neuen Zeppelin konstruiert und nahm den Passagierflug wieder auf: Angesteuert wurden in der Anfangszeit zwei besondere Highlights am Bodensee. Die Passagiere konnten einen Flug über die Blumeninsel Mainau wählen oder im östlichen Teil des Bodensees die Inselstadt Lindau aus der Vogelperspektive betrachten. Beide Routen dauerten eine Stunde. Der Zeppelin war fünf Tage im Einsatz, danach waren zwei Wartungstage eingeplant.

Eine exklusive Luftreise in der Gondel des Zeppelins

Heute fliegt das einer dicken Zigarre nicht unähnlich aussehende Luftschiff an sieben Tage pro Woche, vorausgesetzt, das Wetter macht keinen Strich durch das Flugprogramm. Außerdem können die Fluggäste jetzt aus elf verschiedenen Touren ihre Lieblingsroute auswählen und je nach Konstitution zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden im Luftschiff schwebend über die BIlderbuchlandschaft rund um den Bodensee gleiten. Auf dem Tourenplan stehen Flüge nach Schaffhausen, ins Allgäu, nach Ravensburg und im April startet der Zeppelin eine Woche lang vom Flughafen in Schleissheim und umrundet die bayrische Hauptstadt.

Insgesamt haben in den vergangenen Jahren 117.000 Passagiere eine Fahrt in der Gondel des Flugzeugs genossen. Das Fliegen im Zeppelin ist eine exklusive Angelegenheit. Obwohl der Flugkörper insgesamt 75 Meter lang ist, passen in die Gondel gerade mal fünfzehn Fluggäste.

Tourismus, Forschung und Werbung sind die Aufgabenbereiche des Luftschiffes

In drei verschiedenen Bereichen ist der Zeppelin eingesetzt. Von April bis Oktober bieten die Rundflüge mit dem Luftschiff den Passagieren eine einzigartige Perspektive auf den Bodensee und die umliegenden Regionen.

Neben dem Einsatz im Touristiksektor ist der Zeppelin aber auch für verschiedene Umweltbehörden im Einsatz. Anfang März 2011 beobachteten Techniker im Auftrag der französischen Strahlenschutzbehörde anhand einer speziellen Messstation, die an Bord eingerichtet worden war, fünf Tage lang, ob über dem Stadtgebiet von Paris radioaktive Quellen zu identifizieren waren. So können zukünftig auftretende Veränderungen im Strahlungshaushalt anhand dieser Referenzkarte erkannt und lokalisiert werden. Weitere europaweite Einsätze für das kommende Jahr sind auf dem Gebiet des Klimaschutzes geplant.

Da immer häufiger Sondereinsätze zu erwarten sind, beabsichtigt die Reederei im nächsten Jahr einen zweiten Zeppelin in die Lüfte zu schicken, um so den Passagierflug gewährleisten zu können. Ein weiteres Standbein der Reederei ist die Luftwerbung mit dem Zeppelin als Werbeträger.

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