Auch wenn die Rezepte etwas Mühe machen: Die Arbeit lohnt sich und es muss ja nicht jeden Tag sein!

Kartoffelklöße

Dieses Rezept stammt von meiner Großmutter, die diese herrlichen Klöße früher immer zum Sauerbraten gekocht hat. Sie können zu den Klößen aber auch eingemachtes Obst reichen oder alle Arten von Soßen und Fleischgerichten. Die Klöße passen auch sehr gut zu frischen Pilzen.

Sie benötigen: 1 kg Kartoffeln, 1 Ei, 1 Essl. Grieß, 1 Essl. Mehl (oder mehr), Salz, geriebene Muskatnuss und Kümmel, eventuell Wasser nach Bedarf

So gehen Sie vor:

  • Kochen Sie die Kartoffeln mit Schale am Vortag und schälen Sie diese noch warm. Lassen Sie die Kartoffeln dann im Kühlschrank bis zur Verarbeitung ruhen.
  • Zerdrücken Sie die Kartoffeln zerdrücken und vermischen Sie sie mit den übrigen Zutaten gut. Mehl und Wasser müssen Sie nach Bedarf zugeben, so dass ein fester Kloßteig entsteht.
  • Nun formen Sie mit feuchten Händen etwa 8-10 Klöße und geben sie in kochendes Wasser. Nach dem Aufwallen die Hitze reduzieren und 15-20 Minuten ziehen lassen.

Extratipp: Mein Opa, der sehr gerne kochte, hat Klöße immer besonders schmackhaft mit einer Fleischfüllung zu einem kompletten Gericht mit Soße ergänzt: Er bereitete einen würzigen Hackfleischteig und umhüllte diesen dann mit dem Kloßteig. Die Klöße dann wie gewohnt kochen und dazu eine braune Sauce mit Zwiebeln bereiten.

Mehlklöße

Meine Mutter stammt aus dem Sudetenland und hat diese wunderbaren Klöße von dort mitgebracht. Und: Diese Klöße schmecken sogar zu Rippchen mit Kraut! Traditionell werden die Klöße allerdings zu Schweinebraten gereicht.

Sie benötigen: 250 g Mehl, 2 gestr. Teel. Backpulver, Salz, 2 Eier

So gehen Sie vor:

  • Schneiden Sie das Weißbrot in Würfelchen und braten Sie diese in etwas Butter für die Krüstchen als Füllung an. Günstig ist es, einen Vorrat dieser Brotstückchen in der Speisekammer liegen zu haben.
  • Aus dem Mehl, Backpulver, Ei, Salz und Wasser nach Bedarf stellen Sie einen festeren Kloßteig her. Aus dem Teig werden nun 2-3 Klöße geformt, in deren Mitte einige der Würfel verschwinden.
  • Die Klöße in kochendes Wasser einlegen und bei reduzierter Hitze 15-20 Minuten ziehen lassen.

Herzhafter werden die Klöße, wenn man einen Teil des Mehls durch frisch gemahlenen Weizen ersetzt und noch etwas Kümmel dazugibt. Dann sollte man allerdings etwas mehr Backpulver nehmen und die Klöße etwas kleiner formen. Auch Muskatnuss, ganz frisch gerieben, eignet sich als Gewürz für die Klöße.

Wasserspatzen – die Nocken aus Mehlteig

Ein lustiger Name für ein Gericht! Man muss es gekocht haben, um den Namen zu verstehen. Diese Spatzen sind ein interessantes „Zwischending“ zwischen Kloß und Spätzle. Diese kleinen Nocken sind bei Kindern sehr beliebt, entweder nur mit brauner Butter, gebräunten Semmelbröseln oder noch besser: überbacken mit Eiern. Süßschnäbel essen dazu Zimt-Zucker-Mischung oder eingemachtes Obst.

Die Wasserspatzen passen aber auch sehr gut zu Fleischgerichten. Oder man kocht aus ein paar gerösteten Zwiebelwürfeln, etwas Speck und Fleischbrühe eine schmackhafte Sauce, die ebenfalls gut zu den Nocken passt.

Sie benötigen: 150 g Mehl, 2 Eier, ein wenig Milch, Salz, evtl. gem. Muskatnuss

So gehen Sie vor:

  • Man bereitet aus den Zutaten einen Teig, der fester als ein Spätzleteig, aber etwas flüssiger als Kloßteig sein sollte.
  • Davon stechen Sie mit einem Teelöffel kleinere Klößchen ab und geben diese in kochendes Wasser. Die Hitze reduzieren und ca. 5 Minuten ziehen lassen.

Extratipp: Mit einem kleinen Löffel kann man von der Masse auch Suppenklößchen abstechen und in Fleischbrühe gar ziehen lassen.

Grießklöße

Diese Klöße werden meistens „süß“, das heißt mit eingemachtem Obst oder gekochtem Dörrobst serviert. Sie schmecken jedoch auch mit einem kräftigen Gulasch sehr gut und sind vor allem schnell gemacht. Dieses Rezept stammt von meiner Oma.

Sie benötigen: ¾ l Milch, 1 Essl. Butter, Salz, gem. Muskatnuss, 300 g Grieß, 2 Eier, etwas Mehl

So gehen Sie vor:

  • Kochen Sie die Milch mit der Butter und den Gewürzen auf, dann lassen Sie den Grieß langsam einrieseln. Kochen Sie den Breit noch zwei Minuten unter Rühren auf, dann soll er abkühlen.
  • Nun mischen Sie die Eier unter, vielleicht brauchen Sie noch etwas Mehl zum Binden oder Wasser zum Lockern.
  • Formen Sie mit bemehlten Händen die Grießklöße und garen Sie sie in Salzwasser 15 Minuten. Auch hier sind kleine Klößchen eine schöne Variante für die Suppe oder als Grießnocken zum Nachtisch.

Weckklöße – andernorts auch Semmelknödel genannt

In dem Rezept werden altbackene Brötchen, im Frankfurter Raum „Weck“ genannt, verwertet. Sie können aber auch Brot mit dazu nehmen oder das Rezept mit frischen Brötchen herstellen.

Sie benötigen: 8 Brötchen, 1 Zwiebel, etwas Butter, ¼ l Milch, 1-2 Eier, 2 Essl. Mehl

So gehen Sie vor:

  • Schneiden Sie die Brötchen in kleine Würfelchen und braten Sie sie zusammen mit gehackter Zwiebel in der Butter an. Nun gießen Sie ¼ l heiße Milch darüber und lassen die Brötchen durchweichen.
  • Dann mischen Sie die Eier und das Mehl unter, so dass ein glatter Kloßteig entsteht. Vielleicht müssen Sie noch etwas Mehl nachgeben, vielleicht brauchen Sie aber auch noch etwas Wasser oder Milch.
  • Aus dem Teig formen Sie 8-10 Klöße und geben diese in kochendes Salzwasser, 15 Minuten bei reduzierter Hitze ziehen lassen.

Extratipp: Statt der Brötchen verwenden Sie gebackene (altbackene) Salzbrezeln für die Klöße. Schneiden Sie die Brezeln in kleine Stückchen und braten Sie sie kurz an – die Brezenknödel werden dadurch aromatischer.

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  • Aufsteigertypen - warum steigen Klöße im Kochwasser hoch?
  • Kartoffelpudding - Urgroßmutters Rezept aus dem Schulkochbuch
  • Die Mispel - ein uralte Kulturfrucht wiederentdeckt
Bildnachweis: © Hannelore Dittmar-Ilgen